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Porträtaufnahmen der Experten
Legende: pract. med. Dennis Arnold, pract. med. Carlo Cervia, Dr. Lukas Frischknecht und PD Dr. Urs Karrer SRF
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Mein Immunsystem und Corona «Habe schon viele Grippen durchlebt. Schützt das vor Corona?»

Dennis Arnold, Carlo Cervia, Lukas Frischknecht und Urs Karrer haben Ihre Fragen im «Puls»-Chat beantwortet.

Fachpersonen im «Puls»-Chat

pract. med. Dennis Arnold
Assistenzarzt Immunologie
Klinik für Immunologie
Universitätsspital Zürich, Link öffnet in einem neuen Fenster

pract. med. Carlo Cervia
Studienarzt
Klinik für Immunologie
Universitätsspital Zürich, Link öffnet in einem neuen Fenster

Dr. Lukas Frischknecht
Assistenzarzt Immunologie/Transplantationsimmunologie
Klinik für Immunologie
Universitätsspital Zürich, Link öffnet in einem neuen Fenster

PD Dr. Urs Karrer
Chefarzt Medizinische Poliklinik Kantonsspital Winterthur, Link öffnet in einem neuen Fenster
Mitglied Swiss National Covid-19 Task Force, Expertengruppe Immunology, Link öffnet in einem neuen Fenster

Die folgenden Informationen und Aussagen entsprechen dem Wissensstand während der Durchführung des Live-Chats. Aktuelle Informationen zur Corona-Pandemie finden Sie auf srf.ch/coronavirus und in der SRF News App

Chatprotokoll

Gesetzt der Fall ich wurde gegen Covid-19 geimpft. Später habe ich Kontakt zu einer Person die Covid-19 hat.Das Virus wird auf mich übertragen. Frage: Bin ich für andere Personen noch eine Gefahr / Ansteckend ?

Urs Karrer: Das ist noch unbekannt. Die Impfungen scheinen sehr wirksam zu sein, gegen Krankheit zu schützen, aber ob und wie gut sie auch Übertragung verhindern, ist noch komplett offen.

Lassen sich Rückschlüsse hinsichtlich vergangenen, persönlichen Erkältungs-/Grippeinfektionen ziehen, wie die aktuelle Coronainfektion verlaufen könnte (asymptomatisch, mild, schwer)? Z.B. wenn ich (m, 39) fast nie krank bin und wenn, jeweils nur leichte Symptome aufweise? Gibt es hier zumindest Annahmen? Besten Dank.

Carlo Cervia: Aktuell kann man aufgrund von vergangenen Infektionen keine Vorhersagen über den Schweregrad einer COVID-19 Infektion machen. Aufgrund Ihres jungen Alters und bei fehlenden Begleiterkrankungen weisen Sie ein tieferes Risiko auf schwer zu erkranken.

Es ist augenfällig, dass im Umgang mit der Corona-Pandemie sowohl von Seite des BAG wie auch der Medien die Stärkung des eigenen Immunsystems kaum Thema ist. Das ist erstaunlich, da wir meines Wissens sehr wohl etwas dazu beitragen können. Einseitige Berichterstattung gehört wohl nicht dazu, da diese eher Angst und Sorge schürt. - Was sind Ihre Tipps zur Stärkung des Immunsystems? - Welche grundsätzlichen Erkenntnisse liefern und wissenschaftliche Daten zu dieser Thematik?

Dennis Arnold: Eine ausgewogene Ernährung gehört sicherlich dazu um genügend Energie und die notwendigen Vitamine und Mineralien dem Immunsystem zur Verfügung zu stellen. Ausserdem ist auf genügend Schlaf zu achten. In der Nacht, während dem Schlaf regeneriert sich der Körper indem das Cortisollevel erniederigt und das Immunsystem hochgefahren wird. Ausserdem kann eine regelmässige sportliche Aktivität die Durchblutung der Schleimhäute und so die körpereigenen Abwehrmechanismen stärken.

Meine Familie, Neffe 49, seine Frau und die beiden Kinder 13 u. 17 Jahre, haben Mitte bis Ende Oktober die Covid Erkrankung durchgemacht. Der Vater wurde damals positiv getestet. Sie hatten alle mässige Beschwerden mit den üblichen Symptomen. Darf ich nun als Risiko Person mit ihnen Weihnachten feiern, in der Annahme, dass sie vorläufig immun sind? Danke für die Antwort

Urs Karrer: Falls alle Familienmitglieder positiv getestet wurden gilt: Infektiös sind sie sicher nicht mehr und es ist sehr wahrscheinlich, dass sie in den nächsten Monaten weitgehend immun sein werden. Eine absolute Sicherheit gibt es jedoch nicht, deshalb sollten auf Hygienemassnahmen nicht komplett verzichtet werden. Also kein körperlicher Kontakt und 1.5m Abstand, wenn immer möglich. Auf Masken können Sie aber verzichten. Falls nur der Vater positiv getestet wurde, würde ich die konsequente Einhaltung der geltenden Hygieneregeln empfehlen.

vielleicht sehr off-topic aber: ich bin per zufall auf ihren "experten-chat" gestossen & mir stellt sich da einfach die frage, warum im jahre 2020 in einem "experten-chat" nur männlich praktizierende ärzte eingeladen werden... nur mal so als denkanstoss...

Chat-Admin: Danke für Ihre Frage. Selbstverständlich versuchen wir stets, eine gemischte Runde für den Live-Chat zu gewinnen. Das ist leider nicht immer möglich.

Ich (77) leide seit 13 Jahren an rheumatoider Arthritis und nehme wöchentlich 10 mg Methotrexat. Ebenfalls leide ich seit 5 Jahren an einem extranodalen Marginalzonenlymphom, momentan in Remission. Ich habe immer zuwenig Lymphozyten, leide aber nicht an vermehrten Infekten. Es geht mir gut. Bei der Grippeimpfung vor einem Jahr brach eine Polyneuropathie aus, die ich früher von einer Chemo hatte. Meine Frage: Kann ich mich gegen Covid19 impfen lassen? Vielen Dank

Lukas Frischknecht: Guten Abend. Prinzipiell spricht unter Immunsuppression nichts gegen eine Impfung mit einem Totimpfstoff. Daher es sich auch bei den sich in Entwicklung befindenen COVID-19 Impfstoffen um Totimpfstoffe handelt, könnten Sie sich also damit impfen lassen. Es könnte höchstens sein, dass Sie eine leicht abgeschwächte Antikörper-Antwort darauf haben.

Guten Abend Im Februar 2020 habe ich erfahren, dass ich an Polimiosite erkrankt bin. Zurzeit nehme ich noch 7,5 mg Prednisone am Morgen und Imurek 50 mg am Morgen und Abend. Gehöre ich (60 Jahre) zur Hochrisiko-Gruppe? Ich stärke mein Immunsystem mit gesunder Ernährung und Kneipp-Wassertherapie ist das gut oder sogar kontroproduktiv bei dieser Krankheit? Vielen Dank für Ihr Antwort.

Urs Karrer: Ja, sie haben ein erhöhtes Risiko. Insbesondere das Imurek unterdrückt die Immunantwort relevant.

Ich war die letzten 20 Jahre -abgesehen von 1- 2 Erkältungen pro Jahr - nie ernsthaft krank. Ich würde also behaupten, ich habe ein sehr gutes Immunsystem. Könnte es trotzdem sein, dass ich ernsthaft an Covid 19 erkranke?

Carlo Cervia: Grundsätzlich kann leider jeder schwer an COVID-19 erkranken. Bekannte Risikofaktoren sind ein hohes Alter und verschiedene Begleiterkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck (https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov/krankheit-symptome-behandlung-ursprung/besonders-gefaehrdete-menschen.html, Link öffnet in einem neuen Fenster). Ob und wie die Anzahl durchgemachter Erkältungen in den vergangenen Jahren einen Einfluss hat, ist aktuell noch unbekannt.

Unsere Enkelkinder beenden nächsten Sonntag eine Quarantäne von 10 Tagen. Dürfen wir die Kinder am drauffolgenden Montag wieder guten Gewissens hüten?

Urs Karrer: Wenn während der Quarantäne wirklich keinerlei Symptome aufgetreten sind, dann ist die Wahrscheinlichkeit äusserst gering, dass sie aktuell infektiös sind.

Woher kommt plötzlich der Hype bezüglich Kombinationspräparat Vitamin D und Vitamin K? Und dann müsse es auch noch die richtige Nummer hinter dem K sein. Da sehe ich als Konsument nicht mehr durch. Danke für ein weiterführendes Feedback.

Lukas Frischknecht: Zu diesen Vitaminen (insb. Vitamin D) hat man Assoziationen mit den im Blut gemessenen Spiegeln und verschiedenen Zivilisationserkrankungen gefunden, welche jedoch leider in grossen randomisierten Studien zu meist nicht bestätigt werden konnten.

Ich (w, 38), mein Sohn (3) und Partner (39) sind alle drei an Covid-19 erkrankt. Was können Sie uns bezüglich der Immunität und der für uns nun geltenden Regeln als Immune sagen?

Dennis Arnold: Gemäss ersten Erkenntnissen kann eine Immunität von Person zu Person unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Genaue Daten liegen leider noch nicht vor aber man geht davon aus, dass das Ausmass der Symptome mit der Immunität korreliert. Erste Antikörper gegen COVID-19 können bereits nach ca. 1 Woche nach Symptombeginn zum Teil nachgewiesen werden. Wie lange dass diese Antikörper im Körper bestehen und ob diese auch von einer weiteren Infektion schützen ist leider noch unklar und somit kann aktuell von keiner schützenden Immunität gesprochen werden. Folglich raten wir weiterhin zur Einhaltung der Hygienemassnahmen des BAGs.

Wenn ein starkes Immunsystem eine autoimmunerkrankung bewirkt und nach einer organtransplantation immunsuppressiva eingenommen werden, ( myfortic und prograf) kann Vitamin d3 ( 70 kg / 4000 Einheiten= ca 40-50 ng) das Immunsystem stärken? In Kombination mit C und Zink.

Lukas Frischknecht: Guten Abend. Bei einer ausgewogenen Ernährung braucht es keine zusätzliche Einnahme von Vitamin C oder Zink. Auch für Vitamin D gibt es keine grösseren Studien die eine geringere Infektanfälligkeit bestätigt haben. Eine Einnahme von 800 IE Vitamin D täglich über den Winter schadet jedoch sicher nicht.

Kann nach einer Covid-Infektion von einer Immunität ausgegangen werden? falls ja, wie lange? falls ja, kann man trotzdem Träger des Virus und somit für andere eine Gefahr sein? muss dennoch bei einem weiteren Kontakt mit einer infiszierten Person die Quarantäne eingehalten werden?

Carlo Cervia: Studien zeigen, dass je schwerer die Erkrankung, desto stärker die Immunantwort und möglicherweise auch das Immungedächtnis. Wie gut und bei wem dieses Gedächtnis vor einer Neu-Infektion schützt, wird aktuell erforscht. Bei verwandten Erkältungs-Coronaviren ensteht eine Immunität über einige Monate und Patienten können sich danach wieder anstecken. Fest steht, dass man sich weiterhin gut schützen und die BAG -Richtlinien befolgen sollte, auch wegen der Möglichkeit ohne zu erkranken andere anzustecken.

Ich muss wegen meiner Autoimmunkrankhheit das Biologikum NUCALA spritzen. Bin ich dadurch gefährdeter als andere?

Urs Karrer: Mit Sicherheit weiss das niemand, da nicht genügend Personen unter diesem Medikament eine COVID-Erkrankung durchgemacht haben. Vom Wirkmechanismus des Medikaments ist jedoch nicht zu erwarten, dass sie stark gefährdet wären. Die konsequente Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln ist sicher angezeigt, sie müssen aber nicht ängstlicher sein als Menschen, die das Medikament nicht einnehmen müssen.

Hallo, seit fast 30 jahren ist Morbus Crohn ( 2010 stoma ) mein treuer Begleiter, in 2004 wurde TBC f entdeckt ( therapie abgeschlossen ) bin mir nicht sicher wegen mein Immunsystem , grippe Impfung und Corona Impfstoff ? Vielen Dank und bleiben sie gesund .

Dennis Arnold: Bei Ihren genannten Erkrankungen ist sicherlich eine spezifische Beratung notwenig. Allgemein zu sagen ist jedoch eine Grippeimpfung, welche als Totimpfstoff appliziert wird, auch bei immungeschwächten Patienten möglich und sinnvoll. Bezüglich der neuen Corona-Impfung kennen wir noch zu wenig Sicherheitsdaten weshalb man hierzu noch keine genauen Aussagen treffen kann.

Inwiefern kann Vitamin D3 das Immunsystem stärken und welche tägliche Dosis wäre dazu nötig?

Lukas Frischknecht: In grösseren randomisierten Studien konnte leider bisher kein positiver Effekt von Vitamin D aufs Immunsystem bestätigt werden. Eine Einnahme von 800 IE täglich insbesondere im Winter, ist jedoch sicher nicht falsch.

Wenn jemand Corona gehabt hat, kann er wieder jemanden anstecken? Kann man diese Person unbesorgt umarmen... ?

Carlo Cervia: Es ist leider noch unklar, ob Patienten sich nach durchgemachter COVID-19 Erkrankung wieder anstecken können und den Virus bei solch einem engen Kontakt übertragen können.

Gibt es neben Impfungen noch weitere Methoden, die ein normal funktionierendes Immunsystem nachweislich stärken?

Dennis Arnold: Eine ausgewogene Ernährung gehört sicherlich dazu um genügend Energie und die notwendigen Vitamine und Mineralien dem Immunsystem zur Verfügung zu stellen. Ausserdem kann eine regelmässige sportliche Aktivität die Durchblutung der Schleimhäute und so die körpereigenen Abwehrmechanismen stärken. Als fast wichtigste Unterstützung ist jedoch auf genügend Schlaf zu achten. In der Nacht, während dem Schlaf regeneriert sich der Körper indem das Cortisollevel erniederigt und das Immunsystem hochgefahren wird.

Immer mehr Menschen haben sich mit Corona infiziert, mit mehr oder weniger offensichtlichen Symptomen und sind nun immun und benötigen keine Impfung. Müsste vor einer Impfung nicht zuerst ein Antikörpertest durchgeführt werden?

Urs Karrer: Fall jemand geimpft wird, der COVID schon durchgemacht hat, ist die Impfung NICHT schädlich. Im "schlimmsten" Fall ist die Impfung wirkungslos, im besten Fall wird durch die Impfung die Immunantwort so verstärkt, dass es zu einem sehr langen und sehr guten Schutz kommt.

Wenn man einem Menschen mit starkem Immunsystem einen mit (unter)durchschnittlichem Immunsystem gegenüberstellt: Ist es so, dass das starke Immunsystem in der Regel eine Infektion schneller abwehren kann als das schwächere? Bedeutet das auch, dass dieser Mensch weniger lang ansteckend ist? Und falls ja, wäre es dann nicht immens wichtig, dass alle Menschen ihr Immunsystem stärken sollten (Ernährung, Bewegung etc.)? Die öffentliche Diskussion zur Stärkung des Immunsystems fehlt mir. Vielen Dank

Lukas Frischknecht: Eine gesunde, ausgewogenen Ernährung, genügend Schlaf, sportliche Betätigung sowie vermeiden von Stress können die Immunantwort auf verschiedene Infekte bis zu einem gewissen Grad verbessern und die Symptomdauer und intensität vermindern. Eine Garantie nicht doch einen schweren Verlauf zu erleiden ist es jedoch nicht, da spielt auch das Alter, genetische Faktoren sowie verschiedene Vorerkrankungen eine wichtige Rolle.

Spannendes Thema. Aber ich finde, die Inhalte im puls spezial von heute sind ziemlich veraltet. In Science und Nature sind zwei Studien aus Amerika publiziert. Dort wird klar dargelegt, dass COVID erkrankte für lange Zeit immun sind. Infolge B & T Zellen Immunität. warum werden diese neuen Erkenntnisse heute nicht thematisiert? Und diese komische Mobile Studie welche nach Antikörpern sucht.

Redaktion «Puls»: Danke für Ihr Feedback! Leider können wir Ihre Kritik aber nicht nachvollziehen. Im ersten Beitrag der Spezial-Sendung zeigten wir ein Interview mit dem Virologen Florian Krammer, Mitautor der von Ihnen erwähnten beiden Publikationen. Dabei fokussierten wir zwar auf seine grosse Studie zu den Antikörper bei rund 30'000 Personen. Doch der Virologe ordnete aufgrund seines aktuellen Wissens auch aus seiner anderen Studie die Situation bzgl. Immunität ein. Im Studio wurden die Erkenntnisse der T-Zellen dann auch mit einem Kurzvideo und dem Immunologen Christian Münz als Studiogast thematisiert.

Ich bin über 70 Jahre alt, habe Morbus Cron seit 45 Jahren, bin berufstätig, habe viele Hobbies, hüte Enkel und gehe jeden Tag mit meinem Hund ca 2 Stunden spazieren. Erkältungen oder sonstige Krankeiten kenne ich nicht. Wie weit bin ich gefährdet?

Carlo Cervia: Besonders gefährdet sind Personen im höheren Alter mit Begleiterkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck. Auch immunsupprimierende Medikamente, welche teilweise bei Morbus Cron eingesetzt werden, können das Risiko erhöhen. Ich würde Ihnen empfehlen Ihr tägliches Spazieren fortzusetzen und Hygiene-/Schutzmassnahmen einzuhalten. Ihre genaue Situation können Sie bei Bedarf mit Ihrem Hausarzt oder bei uns in der Klinik für Immunologie USZ besprechen.

Gehöre ich mit der Krankheit Fibromyalgie zu den Risikopatienten? Und muss ich mit einem schwereren Verlauf rechnen als gesunde Personen? Ich bin 54 Jahre alt und habe bei jeder Infektion 3x so lang bis ich wieder auf dem Damm bin als gesunde Personen.

Urs Karrer: Eine Fibromyalgie ist leider eine sehr belastende Erkrankung, sie ist jedoch kein Risikofaktor für eine schwere COVID-19 Erkrankung.

Ich habe die Krankheit CLL (chronische lymphatische Leukämie). Wie stark wird mein Immunsystem dadurch geschwächt?

Lukas Frischknecht: Guten Abend. Eine genaue Beurteilung diesbezüglich bedürfte einer vertieften immunologischen Analyse der verschiedenen Unterarten und Funktion ihrer Immunzellen, den Antikörpertitern sowie der spezifischen Antikörper-Antwort auf verschiedene Impfstoffe.

Ich habe Asthma, nehme täglich Medikamente, bin 61, weiblich. Gehöre ich zur Risikogruppe? Darf ich meine Enkelkinder ( Kindergarten/ 1. Klasse) noch regelmässig hüten? Danke für Ihre Antwort.

Dennis Arnold: Gemäss den Richtlinien vom BAG gehören Sie aufgrund des Asthmas, welches eine chronische Atemwegserkrankung darstellt zur Risikogruppe. Sie sollten sich also gut schützen. Auf Hygienemassnahmen sollte also geachtet werden. Das Hüten Ihrer Enkelkinder bereitet sicherlich ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Guten Abend, kann es sein, dass ich nach zwei Monaten wieder Träger bin vom Virus und somit ja ansteckend, ohne Sympthome? Nachtrag; ich war mitte Oktober positiv, mit Sympthomen.

Urs Karrer: Nein. Wenn sie im Oktober positiv getestet wurden und keine hochgradige Immunschwäche haben, dann sind sie aktuell nicht infektiös.

Ich (51) bin MS-Patientin und spritze als Basismedikament täglich Copaxone (20ml). Könnte es passieren, dass mein Immunsystem im Fall einer Covid-infektion überreagiert?

Dennis Arnold: Bezüglich Ihres MS Medikamentes gibt es leider keine Daten bezüglich COVID und Voraussagen sind hierzu sehr schwierig zu treffen. Wir empfehlen die Schutzkonzepte des BAG einzuhalten.

meine Frau(73) und ich(81) haben im November die Coronavirus-infektion ohne Komplikationen überstanden. sind wir jetzt immun gegen eine weitere Infektion, und wenn ja, wie lange? besten dank.

Urs Karrer: Eine durchgemachte COVID-Erkrankung schützt sehr wahrscheinlich vor einer erneuten Infektion. Wie gut und wie lange ist allerdings noch nicht ganz klar. Es ist deshalb angezeigt, die Abstands- und Hygieneregeln weiterhin einzuhalten.

Wenn das Immunsystem stark ist, heisst das nicht auch, dass die Chance an Covid zu erkranken, kleiner wird?

Lukas Frischknecht: Eine Garantie nicht schwer zu erkranken gibt es nicht. Deshalb bleibt das konsequente Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln zentral.

Vor 4,5 Wochen traten die ersten Symptome auf, nun ist die Krankheit weitgehend überstanden. Dennoch tritt gelegentlich ein Fiebergefühl auf, wenn ich aber die KT messe, liegt sie nur bei 35,6 Grad. Draussen friere ich rasch und muss mich jetzt schon anziehen wie für eine Polarexpedition. Seit 10 Jahren nehme ich SD-Hormone zu mir, da ich an Hashimoto leide. Hat Covid-19 allenfalls einen negativen Einfluss auf den Zustand der Schilddrüse respektive auf die Aufnahme der SD-Hormone im Dünndarm?

Dennis Arnold: Eine COVID-Infektion kann dazu führen, dass sie für mehrere Wochen auch nach überstandener Infektion weiterhin geschwächt sind. Einen spezifischen Einfluss auf die Wirkung und Resorption ihres Schilddrüsenhormones hat aus meiner Sicht die COVID-Infektion jedoch nicht. Eine Kontrolle der Schilddrüsenwerte TSH, fT3 und fT4 beim Hausarzt oder Endokrinologen wäre jedoch sicher sinnvoll.

Ich bin mir ziemlich sicher, in den letzten beiden Wochen trotz 2er negativer Tests (PCR) die Erkrankung durchgemacht zu haben (klare Ansteckungsursache und recht klare Symptome). Nun würde ich gerne über einen Antikörpertest Klarheit haben. Macht das Sinn und was ist der beste Zeitpunkt?

Urs Karrer: Die PCR-Tests haben gerade in der Frühjahres der Infektion eine sehr hohe Empfindlichkeit, deshalb sprechen 2 negative Tests schon sehr stark gegen eine akute COVID-Infektion, deshalb würde ich keinen zusätzlichen Test empfehlen. Auch wenn er positiv wäre, wäre die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln weiterhin angezeigt.

Covid-19 und vorbestehende Immunität dank saisonaler Coronaviren. Wenn dies tatsächlich der Fall sein sollte, stellen sich zwei Fragen. 1) Bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 würde man eine anamnestische Immunantwort erwarten und 2) sinngemäss sollte dies auch nach einer Impfung der Fall sein (Booster-Effekt). Im Fokus stehen müsste nicht nur die humorale sondern auch die zelluläre Immunantwort. Bisher gibt keine Phase III Studie auf diese Fragen ein.

Lukas Frischknecht: Einen sicheren Schutz vor einer Infektion können nur neutralisierende Antikörper verleihen. Inwiefern eine vorbestehende zelluläre Immunität gegen saisonale Coronaviren die Antwort auf SARS-CoV-2 beeinfluss ist Gegenstand aktueller Forschung.

Wie sicher ist eine Impfung, die so schnell auf den Markt kommt?

Carlo Cervia: Alle in der Schweiz zugelassenen Impfstoffe werden in klinischen Studien geprüft, und müssen mehrere Phasen bestehen. In der dritten Studienphase werden zehntausende von Probanden eingeschlossen und die Ergebnisse durch unabhängige Experten geprüft, bevor die Impfstoffe auf den Markt kommen. Dies garantiert eine sichere Impfung, auch bei diesem beeindruckenden Tempo in welchem SARS-CoV-2 Impfungen getestet werden.

Nützen Echinacea, Vitamin C und andere Abwehrverstärker als Profilaxe gegen Covid.

Urs Karrer: Nein, aber schädlich sind sie auch nicht. Viel wichtiger sind ausgewogene Ernährung, regelmässige Bewegung und ausreichender Schlaf / Erholung.

Guten Abend zusammen, vor ca. 4 Jahren wurde bei mir Lichen Ruber diagnostiziert. Hätte das bei einer Covid-Infektion einen Einfluss auf den Verlauf und kann ich mich, wenn es möglich wird, ohne Probleme impfen lassen? Besten Dank für die Antwort. M. Fischer

Dennis Arnold: Ein Lichen ruber ist eine lokale Erkrankung der Schleimhaut und sollte keinen grossen Einfluss auf einen möglichen COVID-Verlauf haben. Bezüglich der Impfung ist allgemein noch zu wenig verstanden, weshalb Sicherheitsstudien noch abgewartet werden sollten. Es ist jedoch eher nicht von einem erhöhten Risiko von unerwünschten Wirkungen der Impfung im Vergleich zur gesunden Bevölkerung auszugehen.

Ich verstehe nicht, wie man von der Wirksamkeit einer Impfung ausgehen kann, wenn die Entwicklung einer Immunität nach dem Durchmachen der Erkrankung offenbar noch nicht gesichert ist. Danke

Lukas Frischknecht: Aktuell wissen wir noch nicht mit Sicherheit wie lange die Immunität nach der Erkrankung anhält. Gleiches gilt auch für eine mögliche Impfung. Eventuell werden Auffrischimpfung notwendig sein.

Guten Abend, mich würde interessieren, ob ich zu einer Risikogruppe gehöre, weil ich ein unter einem sogenannten Leistungs-Ashma leide. Ich bin 58-jährig und betreibe regelmässig Sport (Rennradfahren ca. 5"000 km und 50"000 Höhenmeter im Jahr). Wenn ich auf"s Rad gehe nehme ich Symbicort, ansonsten benötige ich das Mittel nicht.

Dennis Arnold: Falls sie nebst dem Leistungs-Asthma keine weiteren Erkrankungen haben, die gemäss dem BAG zur Risikogruppe zählen, würde ich Sie nicht in eine gefährdete Gruppe kategorisieren.

Welche Hausmittel und Vitamine stärken das Immunsystem? Mehrere Vorschläge gewünscht...

Lukas Frischknecht: Leider gibt es keine Vitamine oder Hausmittel, welche nachgewiesenermassen das Immunsystem stärken. Eine ausgewogene Ernährung, genügend Schlaf und sportliche Betätigung sind zentral.

Meine Freundin wurde am 23 Oktober 20, positiv Covid-19 getestet und war dann für 10 Tage in Isolation. Eine Woche nach Aufhebung der Isolation, Sie hatte einen sehr leichten Verlauf ohne Fieber und die üblichen Symptome, machte Sie einen Antikörper Test, und der war negativ. So was soll ich nun davon halten, war eventuell der pcr Test falsch, und , ist Sie nun immun trotz negativ Antikörper?

Urs Karrer: Der PCR-Test beweist, dass ihre Freundin COVID durchgemacht hat. Bei mindestens 20% der COVID-Erkrankten mit milden Symptomen können danach im Blut keine Antikörper nachgewiesen werden. Ob sie dennoch eine gewisse Immunität hat, kann aktuell nicht schlüssig beantwortet werden.

Eine Person ist nach einer Covid-Erkrankung genesen. Später kommt sie mit einer Covid-positiven Person in Kontakt. Kann es sein, dass sie das Virus in der Zeitspanne überträgt, in der ihre Antikörper am Virus bekämpfen sind? Oder einfacher: kann eine genesene Person Überträger sein? Besten Dank!

Lukas Frischknecht: Mit Sicherheit wissen wir dies noch nicht. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die neutralisierenden Antikörper in den Schleimhäuten eine Infektion und damit die Vermehrung und Weiterverbreitung des Virus verhindern.

Guten Abend. Ich habe heute einen Schnelltest gemacht der negativ ist. Ich werde morgen auch das Resultat vom regulären Test noch erhalten. Was bringt dann der Schnelltest überhaupt o ist er so unsicher das es den Anderen auch immer braucht? Danke Ihnen.

Dennis Arnold: Ein Schnelltest wird bspw. bei stark symptomatischen Patienten verwendet, wenn eine rasche Klärung bezüglich des COVID-Status (bspw. weil eine Hospitalisation nötig ist) notwendig ist. Die klar zuverlässigere Variante ist die PCR Testung und sollte wenn möglich dem Schnelltest vorgezogen werden.

Guten Abend liebe Fachleute. Wenn man im Leben schon diverse Grippen-Viruse durchlebt hat, ist man dann anfälliger auf Corona, oder eher geschützter? Spielt das überhaupt eine Rolle auf das Immunsystem?

Lukas Frischknecht: Eine Immunität gegen Influenzaviren oder andere Erkältungsviren gibt keinen Schutz vor einer Infektion mit SARS-CoV-2. Man ist dadurch aber auch nicht anfälliger dafür.

Können Personen, die an Corona erkrankt waren und als immun gelten, trotzdem Träger des Virus sein und weiterhin Drittpersonen anstecken?

Dennis Arnold: Leider kann diese Frage nicht mit Sicherheit beantwortet werden. Bei positiven Antikörpern im Blut ist aber davon auszugehen, dass in dieser Zeit auch der Virus dadurch in den Schleimhäuten bekämpft und somit eine Übertragung verhindert wird.

zusatzfrage: sollen wir uns nach durchgemachter Coronavirus-Infektion trotzdem impfen lassen?

Carlo Cervia: Die Bildung und Dauer einer Immunität nach durchgemachter SARS-CoV-2 Infektion ist noch unklar und kann von verschiedenen Faktoren abhängig sein, wie auch dem Schweregrad der vergangenen Erkrankung. Die Impfstoffe von Moderna und Pfizer zeigten in klinischen Studien einen Schutz bei ca. 95% der geimpften Probanden. Wie lange der Schutz anhält, kann man noch nicht wissen. Hierzu werden weitere Daten folgen. Gegen eine Impfung nach durchgemachtem COVID-19 spricht somit nichts.

Man will uns eine Impfung schmackhaft machen die wenig erprobt ist, dabei scheint nicht mal erwiesen, dass der Mensch Covid zweimal bekommenkann. Müsste das nicht zuerst erforscht sein? in Onkologie weiss man heute nach jahrelanger Forschung nicht, wer welche Nebenwirkung bekommen könnte mit bleiben Schäden durch Chemo. Die Konsequenzen trägt der Klient. Dasselbe soll nun mit der Impfung millionenfach geschehen. Finden Sie das verantwortbar? Wo steht die Naturmedizin inkl Forschung zu Corona?

Urs Karrer: Bis wir alle durch durchgemachte Erkrankung eine Immunität entwickelt hätten (sog. Herdenimmuität), würden in der Schweiz noch Zehntausende Menschen and COVID-19 sterben. Dies sollte verhindert werden, denn bereits jetzt sind die Spitäler in der ganzen Schweiz extrem belastet. Bis die Impfungen zugelassen werden, werden sie an mindestens 30"000 Personen getestet worden sein. Wenn dabei keine schwerwiegenden Nebenwirkungen aufgetreten sind, ist die Wahrscheinlichkeit einer relevanten Schädigung extrem gering.

Sehr geehrte Experten Mich beschäftigt die Frage der persönlichen Risikoeinschätzung. sich lebe möglichst isoliert, möchte aber gerne wissen, wie Sie mein Risiko eines schweren Verlaufes einschätzen. Denn mit mir leben meine Töchter, 2 Gymnasialschülerinnen, im gleichen Haushalt.ICh bin weibl. 55j. Seit rund 30j hiv-positiv (erfolgreich therapiert) Habe 1Lungenemphysiem (rauchstopp vor 2.5j) , einen verdickten Herzmuskel, sowie Verkalkungen d Halsschlagader, 2x operiertes Zwerchfell, HPV und RLS

Dennis Arnold: Mit einer HIV Infektion und bestehendem Lungenemphysem gehören Sie zur Risikogruppe und folglich sind auf die Hygienemassnahmen des BAGs zu achten. Eine klare Aussage zum möglichen Verlauf ist jedoch schwierig zu treffen. Bei erfolgreich therapierter HIV Infektion unter antiretroviraler Therapie ist ihr Immunsystem mit dem einer HIV-negativen Patientin vergleichbar.

Hallo. Ich, mein Ehemann und unser Sohn hatten Ende Oktober/Anfang November COVID 19. Wir gelten nun als geheilt. Nun würden wir an Weihnachten gerne das Grosi (84 Jahre) besuchen. Können wir sie auf irgend eine Weise noch mit COVID 19 anstecken? Ich denke an eine Übertragung falls wir Viren an unseren Kleidern, Händen haben. Oder sollen wir sie besser nicht besuchen? Vielen Dank für ihre Antwort

Dennis Arnold: Eine Ansteckung ist sicherlich auch so noch möglich. Die durchgemachte Infektion birgt keine Garantie für keine Ansteckung. Sie sollten beim Besuch ihres Grosis unbedingt auf die Hygienemassnahmen des BAG achten und Masken tragen wie auch Distanz bewahren.

Ich habe keine Milz mehr, bin ich gefährdeter als andere welche eine Milz haben

Lukas Frischknecht: Die Milz ist zentral in der Abwehr von bekaselten Bakterien wie z.B. Pneumokokken und Meningokokken, weshalb Imfungen gegen diese Bakterien bei Patienten ohne Milz äusserst wichtig sind. Bei viralen Infekten ist nicht von einem deutlich erhöhten Risiko auszugehen. Gesicherte Daten zu COVID gibt es jedoch nicht.

Ich hatte Corona mit mildem Verlauf. Bin ich nun immun? Was weiss man Neues dazu? Was bringt mir in diesem Zusammenhang ein Antikörpertest? Wie gross ist die Chance, dass ich mich wieder anstecke? Kann ich den Virus auch wieder auflesen unbemerkt weitergeben? Sorry, das waren jetzt mehrere Fragen...

Urs Karrer: Wahrscheinlich besteht eine gewisse Immunität, ein Antikörpertest bringt da keine Gewissheit. Wir wissen leider noch nicht, wie lange eine Immunität anhält und ob sie auch davor schützt, das Virus auf andere zu übertragen. Das waren jetzt leider nicht viele eindeutige Antworten...;-)

Ich leide unter einem selektiven IGG-Subklassenmangel. Würde ich mich mit Covid anstecken- welcher Verlauf wäre am wahrscheinlichsten?

Dennis Arnold: Ein selektiver IgG-Subklassenmangel ist eine leichte Form von angeborener Immunschwäche. Je nach dem um welche Subklasse es sich dabei handelt, haben sie eine leicht erhöhte Gefahr für Infektionen mit bekapselten Bakterien. Eine erhöhte Gefahr bezüglich COVID ist bisher nicht bekannt. Wir nehmen an, dass die initiale Virusbekämpfung eher Zell-mediiert ist. Voraussagen zum Krankheitsverlauf sind jedoch schwierig zu treffen.

Ich nehme seit Jahren Imurek? Habe ich ein grösseres Risiko , wrin zusätzlich meine Carotis interna auf der einen Seite nach einem Hirnaneurysma geschlossen ist. Kann ich etwas machen um das Risiko zu senken?

Lukas Frischknecht: Unter Imurek gehören sie zu den Risikopatienten. Auch Herzkreislauferkrankungen gehören zu den Risikofaktoren. Neben dem strikten beachten der Hygienemassnahmen ist es wichtig, dass die Grunderkrankungen gut eingestellt sind sowie ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung, ausgewogener Ernährung und genügend Schlaf.

Können Zinkpräparate auch kontraproduktiv wirken?

Dennis Arnold: Nein. Meist hat der Körper durch eine ausgewogene Ernährung genügend Zink für eine ausreichende Funktion des Immunsystems. Supplementationen könne bestehende Mängel kompensieren. Nachteile bestehen bei sachgemässer Einnahme von Zinkpräparaten nicht.

Guten Abend, man konnte bereits von Infektionsverstärkenden Antikörpern lesen - wie sieht dies im Hinblick auf eine Impfung aus? Sollte man vor der Impfung sicherstellen, dass man nicht bereits Antikörper hat? Erlauben Sie mir eine weitere Frage: Mich erwischt seit Jahrzehnten jeden Winter jedes Virus und legt mich jeweils für Wochen lahm. Das ist sicher keine gute Voraussetzung im Bezug auf eine Corona-Infektion. Ist es auch eine schlechte Bedingung für"s Impfen? Vielen Dank für Ihre Auskunft.

Carlo Cervia: Die aktuelle Datenlage spricht gegen einen negativen Einfluss von bestehenden Antikörpern auf eine COVID-19 Erkrankung. Das Messen von Antikörpern vor einer Impfung ist somit nicht notwendig. Ihre vergangenen Reaktionen auf Erkältungs/Grippeviren sollten keinen Einfluss auf die SARS-CoV-2 Impfung haben, welche nicht aus einem lebendigen Virus bestehen wird, sondern nur aus Bestandteilen dessen.

Haben Menschen, die Immunsuppressiva nehmen müssen, automatisch einen schweren Verlauf? (Ich bin 34, habe Rheuma und nehme deshalb Humira und Methotrexat.)

Urs Karrer: Nicht automatisch, aber das Risiko ist klar erhöht. Insbesondere in ihrem Fall, denn beide Medikamente unterdrücken das Immunsystem doch recht stark. Im Moment lohnt es sich für Sie mit Sicherheit, die Abstands- und Hygieneregeln sehr konsequent einzuhalten. Ob eine der Impfungen auch in Ihrer Situation einen guten Schutz erzeugt, muss sich noch zeigen.

Welche Ess- und Verhaltensgewohnheiten schwächen das Immunsystem?

Dennis Arnold: Wenig körperliche Bewegung, einseitige Mangelernährung, Rauchen und zu wenig Schlaf können Ihr Immunsystem und vor allem ihre Barrierefunktion der Schleimhäute schwächen und somit eine Infektion von Erregern begünstigen.

+++Herzlichen Dank für Ihre Antworten! Das hilft meine eigene Wahrnehmung/Einschätzung ( des Risikos) und Entscheidung ( für Isolation seit März) noch klarer zu handhaben.+++

Können Schmerzmittel das Immunsystem schwächen?

Urs Karrer: Nicht wenn sie in normaler Dosis über kurze Zeit eingenommen werden. Ausnahme: Metamizol kann in sehr seltenen Fällen eine schwere Immunschwäche (sog. Agranulozytose) verursachen.

Kann man das Immunsystem "messen"? Also gibt es irgend ein Indikator, wie gut/schlecht das Immunsystem ist? So wie man im Blut Elemente etc. messen kann.

Lukas Frischknecht: Neben der Bestimmung der Zellzahl verschiedener Unterarten von Immunzellen kann man auch deren Antwort auf verschiedene virale oder bakterielle Bestandteile im Labor messen. Zusätzlich kann man die Antikörpermengen sowie die spezifische Antikörper-Antwort auf verschiedene Impfungen messen. Dies kann alles Rückschlüsse auf die normale Funktionsfähigkeit des Immunsystems ermöglichen.

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es zu diesem Thema keine weiblichen Experten geben soll - schließlich ist der Anteil an Ärztinnen in der Schweiz hoch. Schade wird heute noch immer so argumentiert!

Chat-Admin: Es gibt selbstverständlich auch Expertinnen zum Thema. Das heisst aber nicht, dass diese zum Zeitpunkt des Live-Chats auch verfügbar sind…

Guten Abend, ist man gefährdeter für einen schweren Verlauf einer Covid 19 infektion bei einem selektiven IgA Mangel?

Dennis Arnold: Nein. Ein selektiver Ig-A Mangel ist der häufigste Immunglobulinmangel. Er tritt mit einer Häufigkeit von 1:800 Einwohnern auf. 50% der Menschen mit einem IgA-Mangel zeigen keinerlei Symptome und dieser wird in den meisten Fällen gar nie erkannt, da nur selten eine erhöhte Infektanfälligkeit mit dieser Erkrankung einhergeht. Folglich ist auch ein schwerer Verlauf rein durch den IgA-Mangel eher nicht zu erwarten.

Warum verwendet man dieses mRNA System nicht auch für eine umfassendere Grippeimpfung? Das wäre, wenn man den Behauptungen zu Coronaimpfung glauben will, doch ein Durchbruchh undwürde das jährliche "Millionen-Eierbebrüten" obsolet machen...

Lukas Frischknecht: mRNA Impfstoffe könnten tatsächlich zukünftig vermehrt eingesetzt werden, daher diese deutlich rascher und einfacher hergestellt werden können im Vergleich zu anderen Impfstoffen. Ein Hauptproblem bei der Influenzaimpfung ist jedoch, dass das Hauptantigen sehr variabel ist und es jedes Jahr einen etwas anderen Imfpstoff braucht. Dies kann auch mit einem mRNA Impfstoff nicht umgangen werden.

Es gibt verschiedene Situationen, wo ein negativer PCR-Test oder Schnelltest verlangt wird, oder bald verlangt werden könnte, obwohl bekannt ist dass sich ein solches Resultat schon am nächsten Tag ändern könnte. Noch nie habe ich jedoch gehört oder gelesen, dass ich einen solchen Test geradesogut mit einem positiven Antikörpertest ersetzen könnte. Obwohl doch anzunehmen wäre dass diese Situation deutlich länger anhalten dürfte respektive eine sicherere Aussage machen würde? Wieso ist das so?

Urs Karrer: Um Infektiosität nachzuweisen, muss man Bestandteile des Virus nachweisen, deshalb werden dazu PCR oder Antigenetests eingesetzt. Ein positiver Antikörpertest bleibt in der Tat lange bestehen, eventuell sogar lebenslang. Allerdings wissen wir (noch) nicht, ob ein positiver Test bedeutet, dass jemand das Virus nicht mehr auf andere Personen übertragen kann. Es ist also keine sichere Aussage über Infektiosität möglich.

Wenn man Immun ist, entweder nach einer Covit Erkrankungen oder einer Impfung, kann man dann keine Menschen mehr anstecken? Besten Dank für Ihre Antwort

Carlo Cervia: Eine schützende Immunität kann aus Immunzellen und Antikörpern bestehen, welche ein Gedächtnis gegen SARS-CoV-2 bilden und bei erneutem Kontakt angreifen. Hier unterscheidet man eine schützende Immunantwort, welche Symptome und einen schweren Verlauf verhindert, von einer sterilisierenden Immunantwort, welche zusätzlich den Befall mit dem Virus verhindert und die Ansteckung von weiteren Personen weiter minimiert. Ob und wann eine durchgemachte Erkrankung oder Impfung zu einer sterilisierenden Immunität führen ist noch unbekannt.

Guten Abend. Bin nierentransplantiert.49 jährig, männlich. Weiss man inzwischen mehr über das Risiko bei Immunsupprimierten?vielen Dank

Dennis Arnold: Es ist leider noch nicht alles zu immunsupprimierten Patienten und COVID verstanden. Die schwerwiegenden Verläufe sind jedoch bis dato meist als Folge eine eher überschiessenden Reaktion des Immunsystems beobachtet worden. Deswegen könnte eine Immunsuppression eventuell auch einen Vorteil darstellen. Genaue Daten hierzu gibt es leider bisher nicht.

In welchem Temperaturbereich sind die Covid-Viren lebensfähig?

Urs Karrer: Für die Vermehrung brauchen Viren funktionsfähige Wirtszellen, diese habe ein sehr enges Temperaturspektrum von 30-40°C. Hingegen können freigesetzte Coronaviren auch ausserhalb einer Wirtszelle lange infektiös bleiben und zwar je kälter, desto länger. Bei Temperaturen >70°C verlieren Coronaviren ihre Infektxosität sehr schnell.

+++Keine Frage, aber einfach ein Kompliment an die Sendung Puls mit Daniela Lager. Einfach genial, wie sich die Sendung ganz unspektakulär im ganzen Medienrummel, zwischen den Fronten, authentisch nach Informationen und Lösungen sucht!+++

Guten Abend, ich hatte ein Non Hodgkin Lymphom (Diagnose 2010 Chemotherapie 2010/2011); 2011 zweimal eine Lungenembole (Faktor V Leiden), seither antikuagoliert mit Marcoumar; im Jahre 2012 erhielt ich einen Magenbypass. Wie kann ich mein Immunsystem (nebst Einnahme von Vitamin B1, Becoym, Magnesiocard, Vitamin B12 subkutan) stärken? Vielen Dank für Ihre Antwort.

Dennis Arnold: Versuchen Sie eine ausgewogene Ernährung einzuhalten. Betreiben sie regelmässig körperliche Betätigung und gönnen sie ihrem Körper genügend Regeneration in Form von Schlaf. Mit diesen einfachen Tricks stärken Sie ihr Immunsystem ungemein.

Guten Abend, mich würde mal interessieren, ob eine allfällige Impfung nur vorbeugend nützt oder auch wenn man bereits ein paar Tage schon mit Covid erkrankt ist. Vielen Dank

Urs Karrer: Sie nützt nur vorbeugend.

lt. Diagnose leide ich an einer Psoriasis Arthtritis. Ich nehme aber keine Medikamente, sondern nur Weihrauchtabletten gegen die Entzündung. Gehöre ich mit dieser Autoimmunerkrankung zur Risikogruppe?

Urs Karrer: Nein, mit hoher Wahrscheinlichkeit ist das nicht der Fall.

Ich konnte mehrfach lesen, dass die Falsch-Negativ-Rate des PCR-Tests hoch ist. Werden bei der Durchführung des Tests Massnahmen getroffen, um die Robustheit zu erhöhen? Zum Beispiel eine Mehrfachtestung derselben Probe?

Lukas Frischknecht: Das Problem liegt in der Regel eher bei der Probenentnahme als bei der PCR selbst, welche sehr sensitiv ist. Besteht ein hoher Verdacht auf eine Infektion trotz negativem Resultat sollte der Test wiederholt werden.

Ich habe eine Frage zum Schnelltest. Im Gegensatz zum PCR-Test weist er nicht das Virus, sondern Antikörper nach. Antikörper sind doch aber auch nach überstandener Erkrankung nachweisbar. Zeigt ein positiver Test nicht nur die aktive Erkrankung, sondern auch die geheilte Krankheit an? Wie funktioniert die Abgrenzung? Danke für Ihre Antwort!

Lukas Frischknecht: Der Schnelltest weist das Antigen (d.h. das intakte Virus nach) im Gegensatz zur PCR, welche die Erbinformation (RNA) des Virus nachweist.

Guten Abend,ich leide an Rosaccea bin 50 Jahre alt . Habe ich wegen der Autuimmunerkrankung ein erhötes Risiko an Covid zu erkranken? Mit freundlichen Grüßen

Carlo Cervia: Mit Ihrem jungen Alter und bei ansonsten fehlenden Begleiterkrankungen/Medikation, haben Sie kein erhöhtes Risiko schwer an COVID-19 zu erkranken.

Ich ( 53 J) hatte vor 6 Jahren Ablatio wegen Brustkrebs. Hatte keine Metastasen und bis jetzt kein Rezidiv. Nehme seither Tamoxifen. Wie stark ist dadurch mein Immunsystem geschwächt?

Dennis Arnold: Tamoxifen ist eine antihormonelle Therapie zur Behandlung von Brustkrebs. Bislang wurde kein Effekt auf das Immunsystem nachgewiesen, weshalb man nicht von einem geschwächten Immunsystem unter dieser Therapie sprechen kann.

Wie viel Einfluss haben folgende Punkte auf die Stärkung meines Immunsystems: Ernährung, Bewegung, Sonnenlicht, Mässigkeit, frische Luft, Ruhe, Vertrauen, Prioritäten, Optimismus, Integrität, Beziehungen?

Lukas Frischknecht: Dies kann alles das Immunsystem positiv beeinflussen.

Ich bin Corona positiv angesteckt am 20.11. Erste Symptome mit trockenem Mund am 23.11. Getestet am 25.11. Bin bis 2.12. in Isolation. Bin leicht übergewichtig, hoher Blutdruck behandelt, HIV+ nicht nachweisbar und über 65. Trotzdem habe ich praktisch keine Symptome. Ist der milde Verlauf Zufall oder sind meine HIV Médis beteiligt oder kann das sein, dass ich genug Abwehrkräfte habe, weil ich letztes Jahr während fast 3 Monaten November bis Januar eine chronische Bronchitis hatte?

Urs Karrer: Insgesamt bin ich zuversichtlich. Allerdings sind sie leider noch nicht ganz "über den Berg", denn eine Lungenentzündung kann sich auch erst 10 Tage nach Symptombeginn noch entwickeln. Auch bei Patienten mit relevanten Risikofaktoren verläuft eine COVID-Erkrankung "nur" in 10-15% der Fälle schwerwiegend. Somit gehören sich mit ihrem bisherigen Verlauf zum Glück zur Mehrheit.

Laut L. Frischknecht gibt es keine Garantie, dass ein starkes Immunsystem Einfluss auf die Erkrankung durch Covid-19 hat, siehe weiter unten. Im Zusammenhang mit Covid-19 gibt es somit keine Möglichkeit, wie ich selbst meine eigene Abwehrkraft gegen das Virus erhöhen kann?

Lukas Frischknecht: Eine ausgewogene Ernährung, genügend Schlaf sowie sportliche Aktivität können einen positiven Einfluss haben. Eine Garantie ist dies jedoch leider wie gesagt nicht.

Unsere ganze Familie wurde vor 13 Tagen positiv getestet. Gestern wurden wir von der Kantonalen Dienststelle Gesundheit informiert, dass wir die nächsten 3 Monate geschützt seien und dass wir auch nach Kontakt mit einer infizierten Person weder in Quarantäne noch zum erneuten testen gehen sollen, da wir immer noch positiv wären.... mich irritiert diese Aussage, kann man darauf vertrauen?

Urs Karrer: Die Aussage ist in den allermeisten Fällen korrekt, denn erneute Infektionen sind in den ersten 3 Monaten nach bewiesener Infektion extrem selten. Die PCR-Tests sind sehr empfindlich und können auch mehrere Wochen nach durchgemachter Infektion noch positiv bleiben, ohne dass die Personen noch infektiös wären.

Kann die Einnahme von Vitamin D, C und Zink eine übermässige Reaktion des Immunsystems verstärken bei einer Covid Erkrankung mit vorbestehender Autoimmunerkrankung?

Dennis Arnold: Nein, eine fachgerechte Einnahem von Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln hat keine überschiessende Wirkung auf ihr Immunsystem auch wenn bereits eine Autoimmunerkrankung besteht.

Guten Abend, ich hatte am 17. Nov einen positiven Corona-Test und mittelmässige Symptome. Am 28. November durfte ich das erste Mal wieder nach draussen. Habe keine Symptome mehr ausser leichte Brustschmerzen und etwas Husten. Kann ich denn jetzt trotzdem davon ausgehen, dass ich nicht mehr ansteckend bin? Und bin ich jetzt immun gegen das Virus?

Urs Karrer: Infektiös sind sie nicht mehr. Ob, wie stark und wie lange Sie immun sind, wissen wir nicht mit Sicherheit.

Kann ich immer noch andere Personen anstecken, wenn ich Antikörper habe, oder ist das nicht mehr möglich?

Dennis Arnold: Theoretisch ist dies möglich, genaue Studien dazu gibt es aber nicht. Wahrscheinlich wird aber, fall sie Antikörper aufweisen, ihr Immunsystem einen erneut eindringenden Virus schnell beseitigen und somit eine Reinfektion verhindern und somit auch eine Übertragung unwahrscheinlich machen.

Die Impfungen, die bald gegen Corona eingesetzt werden sollen, seien genmanipuliert. Stimmt dies?

Carlo Cervia: Um eine Immunantwort auszulösen kann mit abgeschwächten Viren, toten Viren oder nur wichtigen Virus-Bestandteilen geimpft werden. Bei Impfungen gegen einzelne Bestandteile des Virus werden verschiedene Strategien benötigt um dem Immunsystem zu zeigen, dass dieser Bestandteil eine Gefahr darstellt und eine Immunantwort mit bleibendem Gedächtnis benötigt. Die Impfungen von Moderna und Pfizer sind sogenannte mRNA-Impfungen und lösen eine Immunantwort gegen das essentielle "Spike-Protein" von SARS-CoV-2 aus. Ähnlich dem Virus, wird hierfür die genetische Information dieses Bestandteils lokal gegeben, dieser Bestandteil nur vorübergehend produziert und vom Immunsystem als fremd erkannt.

Ich habe SLE und nehme seit 6 Jahren Plaquenil. Bin ich gefährdeter oder sogar geschützter?

Urs Karrer: Plaquenil schützt leider nicht gegen COVID, es ist unwirksam. Wahrscheinlich haben Sie aufgrund des SLE ein minim erhöhtes Risiko für eine schwerere COVID-Erkrankung (oder für einen SLE-Schub nach COVID). Die konsequente Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln ist deshalb sicher angezeigt.

Wie ist das Risiko, schwerz zu erkranken, wenn man Rituximab nimmt zur Unterdrückung einer Autoimmunkrankheit?

Dennis Arnold: Wir haben einige Patienten mit Autoiummerkrankungen bei uns in Behandlung die unter Rituximab stehen. Diese zeigen meist normale, komplikationslose COVID-19 Krankheitsverläufe. Aber für eine generelle Aussage gibt es zu wenig Daten.

Schädigt die Impfung nicht das Immunsystem, nämlich Gedächtniszellen, natürliche Abwehrzellen, etc.?

Lukas Frischknecht: Durch Impfungen bilden Sie neben neutralisierenden Antikörpern im Optimalfall auch Gedächtniszellen aus, ohne die entsprechende Infektion durchmachen zu müssen.

Chat-Admin: Der Experten-Chat ist beendet. Leider konnten in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht alle Fragen beantwortet werden. Mehr Infos zum Thema finden Sie aber auf https://www.srf.ch/play/tv/puls/video/die-hoffnung-auf-corona-immunitaet?urn=urn:srf:video:f96e26da-5f64-4c82-9fca-62892999f08e

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