Zum Inhalt springen

Header

Video
Neuerungen bei der Bluthochdruck-Behandlung
Aus Puls vom 31.03.2014.
abspielen
Inhalt

Körper & Geist Der Blutdruck darf etwas weiter steigen

Hypertonie gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Hirnschlag oder Herzinfarkt. Wird der Grenzwert von 140/90 überschritten, wird medikamentös gesenkt. Nun korrigieren die neuen US-Leitlinien den Grenzwert für gewisse Patienten nach oben, und auch hierzulande gelten neue Empfehlungen.

Bluthochdruck ist ein «leiser Killer». Wer ihn hat, spürt nichts davon – bis sich Jahre später die Folgen einstellen: Herzinfarkt, Hirnschlag, Herzschwäche, Nierenschäden. Ein Blutdruck im Normalbereich um 120/80 schont Herz und Gefässe, wer den Grenzwert von 140/90 überschreitet, wird zur Korrektur mit blutdrucksenkenden Medikamenten behandelt.

Nur ein Risikofaktor von vielen

So weit, so einleuchtend. Nun korrigieren aber die neuen US-Leitlinien die Bluthochdruck-Grenzwerte für Patienten über 60 und gewisse Risikogruppen nach oben – zum ersten Mal seit 50 Jahren. Kardiologe Paul Erne von der Schweizerischen Hypertonie-Gesellschaft (SHG) bestätigt, dass auch hierzulande ein Umdenken stattfindet: «Das ist vor allem eine Anpassung an die Realität. Denn oft wurde gerade bei älteren Patienten das Ziel von 140/90 trotz Behandlung nicht erreicht.»

Zudem sei bei Betagten oder Risikopatienten wie Diabetikern auch nicht ausreichend belegt, dass sie von einer medikamentösen Blutdrucksenkung automatisch profitieren, indem sich zum Beispiel das Risiko für Folgeerkrankungen reduziert. «Der Blutdruck sollte deshalb nicht mehr isoliert betrachtet werden, sondern als ein Risikofaktor von vielen. Da findet ein Umdenken statt.»

Messergebnisse häufig verfälscht

Das Umdenken äussert sich in den neuen Empfehlungen der SHG, die unter anderem die 24-Stunden-Messung als Standard bei der Langzeittherapie definiert. Damit lassen sich Phänomene abfangen, die für verfälschte Messergebnisse und falsche Kategorisierungen sorgen: den Weisskittelbluthochdruck (Blutdruck steigt während der Messung in der Praxis unnatürlich an), den maskierten Bluthochdruck (normaler Blutdruck bei der Messung in der Arztpraxis, sonst konstant zu hoch) sowie Patienten, die bei der Selbstmessung auf- oder abrunden, weil sie für sich ein gewisses Ziel im Kopf haben.

Konkret liefert die 24-Stunden-Messung viele Messungen und Mittelwerte sowie Informationen über den Druckunterschied während des Tages und der Nacht. Ausserdem zeigt sie auch, ob die verschriebene Therapie auch wirklich während der gewünschten Stunden den Druck senkt.

Der Blutdruck setzt sich aus zwei Werten zusammen. Wenn sich das Herz zusammenzieht und Blut in die Gefässe pumpt, baut sich in den Gefässen Druck auf. Dies ist der «obere Blutdruck» (systolischer Druck). Weitet sich das Herz aus und füllt es sich wieder mit Blut herrscht noch immer ein Druck: der «untere Blutdruck» (diastolischer Druck). Ein optimaler Blutdruck liegt bei 120/80. Als Grenzwerte für Gelegenheitsmessungen empfiehlt die SHG neu:

  • 140/90 allgemein
  • 150/90 für Patienten über 70 (bis anhin: 140/90)
  • 140/90 für Diabetiker (bis anhin: 135/85)

Damit gerade bei der Selbstmessung verlässliche Resultate erreicht werden, sind verschiedene Aspekte zu beachten. Welche, erklärt «Puls»-Arzt Dr. Thomas Kissling im folgenden Video.

Video
Dr. Kissling: So messen Sie Ihren Blutdruck richtig
Aus Puls vom 09.06.2011.
abspielen

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von Karl Suter , Kirchberg
    Bluthochdruck kann auch eine Folge von Durst “Wassermangel“ in den Organe sein. Am besten täglich genügend (2 lt) gewöhnliches Leitungswasser trinken. Alle Organe müssen mit Wasser versorgt werden, das Blut die Körpersäfte (Flüssigkeit in den Gelenken und Bandscheiben) sind auf Wasser angewiesen. Das Buch „Wasser die gesunde Lösung“ von Dr. med. Batmanghelidj, hilft jedem Menschen, seine Gesundheit richtig und mit genügend Leistungswasser und Natursalz zu versorgen.
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Marianna D'Incau , Bolligen
    Sei es beim Arzt oder im Spital, schiesst mein Blutdruck dauernd in die Höhe. Da ich aus Sicherheitsgründen meinen Blutdruck schon lange auch zuhause messe, erfreue ich mich dabei immer an besten Werten. Ich habe die Messungen in verschiedensten Positionen durchgeführt und kann bestätigen, dass ein hängender Arm o.Ä., immer zu einem höheren Blutdruck führt. Weiter behaupte ich; wer auf seinen Körper „hört“, spürt auch einen zu hohen Blutdruck. Allerseits gute Gesundheit!
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Hans Rechsteiner , St. Gallen
    Wie kann ein Arzt behaupten, man spüre einen zu hohen Blutdruck nicht? Druck im Kopf, Kopfweh, Erbrechen.
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten