Herzinfarkt schneller ausschliessen

Über die Hälfte der Personen mit Verdacht auf Herzinfarkt haben keinen. Neue Studien zeigen nun: Ein Bluttest kann noch schneller als bisher aufzeigen, dass es sich um keinen Herzinfarkt handelt. Eine Entlastung für Betroffene und das Spital.

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Herzinfarkt oder nicht?

5:27 min, aus Puls vom 25.1.2016

Ein Herzinfarkt liegt dann vor, wenn ein Teil des Herzens nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Ursache ist meist ein Koronalgefässverschluss. In der Regel handelt es sich um ein akutes lebensbedrohliches Ereignis.

Bei einem Herzinfarkt schüttet das Herz ein Eiweiss aus, das nur im Herzmuskel gebildet wird. Das sogenannte Troponin. Mit Hilfe eines Bluttests kann somit nachgewiesen werden, ob ein Herzinfarkt wirklich vorliegt. Ist dieser Wert stark erhöht muss sehr schnell gehandelt werden. Liegt der Troponinwert tief, kann ein Herzinfarkt ausgeschlossen werden.

Bis anhin wurde der Troponin-Wert beim Eintreten ins Spital und drei Stunden später wieder gemessen. Somit war bei jedem Herzinfarktverdacht der Patient mindestens vier Stunden im Spital, da die Auswertung der letzten Blutprobe auch seine Zeit braucht.

Troponin-Wert gibt Aufschluss

Über die Hälfte der Personen mit Verdacht auf Herzinfarkt haben jedoch keinen. Ursachen sind meist Verspannung, Blockaden der Wirbel im Brustwirbelbereich, Sodbrennen/Reflux, verschluckte Luft oder Lebererkrankungen. Und trotzdem: Jeder akut auftretender Schmerz hinter dem Brustbein ist ein Alarmsiganl und sollte durch einen Arzt umgehend abgeklärt werden.

Neu kann der Herzinfarkt noch schneller ausgeschlossen werden. Denn verschiedenste Studien weisen nun auf, dass schon der erste Troponin-Wert ausschlaggebend ist.

  • Liegt er unter 2 ng/l, kann der Patient direkt nach Hause, der Herzinfarkt wird ausgeschlossen.
  • Liegt er im Bereich von 2-7 ng/l, wird nach einer Stunde nochmals Blut genommen und untersucht. Verändert sich der Wert nicht, kann dann die Person entlassen werden.
  • Liegt der Wert bei Eintritt jedoch über 14 ng/l, wird die Person im Katheterlabor genaustens untersucht. Liegt ein Arterienverschluss vor, wird dieser geöffnet.

Die Schweizerische Geschellschaft für Kardiologie hat nun beschlossen, diese neue Regeln umzusetzen. Dies ist für Notfallstationen eine extreme Entlastung, da Betten wieder schneller frei sind. Aber auch die Patienten profitieren von der raschen Gewissheit, keinen Herzinfarkt zu haben und wieder nach Hause zu dürfen.

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