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Mann sitzt auf einem besonders flauschigen Sitzkissen
Legende: Wer an Hämorrhoiden leidet, sucht sich bewusst möglichst weich gepolsterte Sitzmöglichkeiten aus. imago
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Körper & Geist Lästiges Leiden Hämorrhoiden

Die Hämorrhoidalpolster unterstützen im gesunden Zustand die Schliessmuskeln und sorgen für die Feinabdichtung des Enddarms. Machen sie sich aber als Hämorrhoidalleiden durch Jucken, Brennen, Schmerzen beim Stuhlgang und Bluten bemerkbar, werden sie zum lästigen Übel.

Von Natur aus hat jeder Mensch sogenannte hämorrhoidale Gefässpolster, welche die Schliessmuskeln unterstützen und den Enddarm abdichten. Diese Schwellkörper liegen unter der Schleimhaut im letzten Stück des Enddarms. In entspanntem Zustand füllen sie sich mit venösem und arteriellem Blut. Bei Stuhldrang fliesst das Blut aus den Schwellkörpern ab; jetzt ist der Weg frei für die Darmentleerung.

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Gegen die Beschwerden am After gibt es Abhilfe
Aus Puls vom 08.03.2010.
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Erst wenn die sich diese Schwellkörper überdehnen und vergrössern, etwa bei chronischer Verstopfung, spricht man von Hämorrhoidalleiden.

Hämorrhoiden sind eine krankhafte Veränderung der Schwellkörper, bei welcher sich die Schleimhaut nach unten senkt. Dadurch staut sich das Blut in den Schwellkörpern und kann nicht mehr abfliessen. Dadurch vergrössern sich die hämorrhoidalen Gefässpolster.

Warum die Hälfte aller über 50-Jährigen Hämorrhoiden hat, weiss man nicht genau. Bei Tieren kommen sie nicht oder höchst selten vor. Unter Verdacht stehen deshalb die ballaststoffarme Kost des modernen Menschen, der aufrechte Gang und langes Sitzen. Auch Veranlagung spielt offenbar eine Rolle.

Grad 1 bis 4

Die Ärzte unterscheiden zwischen vier verschiedenen Stadien:

  • Beim 1. Grad sind die Hämorrhoiden nur leicht vergrössert, was nur durch eine Darmspiegelung zu erkennen ist; es kann sein, dass der Stuhl die empfindliche Schleimhaut des Gefässgeflechts verletzt, weshalb der Betroffene beim Abwischen bisweilen etwas Blut auf dem Klopapier sieht.
  • Beim 2. Grad werden die Hämorrhoiden bei der Stuhlentleerung herausgepresst, ziehen sich bei Entspannung aber von alleine wieder zurück.In beiden Fällen kann es zu Juckreiz und Brennen des Afters kommen.
  • Beim 3. Grad können die Hämorrhoiden nur noch mit dem Finger durch den After zurückgeschoben werden.
  • Beim 4. Grad sind sie schliesslich stark vergrössert und können nicht mehr durch den After zurückgeschoben werden.

Unangenehme Begleiterscheinungen der Hämorrhoiden der letzten beiden Grade sind häufig Stuhlschmiere, Analekzeme, vor allem aber Schmerzen und Blutungen.

Salben, Zäpfchen, operieren

Mögliche konservative Behandlungen in den Anfangsstadien sind spezielle Salben und Zäpfchen. Die Hämorrhoiden können aber auch verödet, mit einem Gummiring abgebunden oder mit Nadel und Faden unterbunden werden.

Bei Hämorrhoiden des 3. und 4. Grades hilft meist nur noch ein operativer Eingriff. Bei den klassischen Techniken werden die Hämorrhoiden zipfelförmig abgeschnitten. Die Wundheilung dauert etwa vier bis sechs Wochen; so lange sind die Patienten in ihrer Sitzfähigkeit eingeschränkt.

Mit weniger Folgeschmerzen soll die Stapler- oder Klammer-Methode verbunden sein: Dabei werden die Hämorrhoiden samt der sie umgebenden Schleimhaut im Enddarm abgeschnitten und mit Titanklammern verschlossen.

Wann zum Arzt?

Bei anhaltenden Beschwerden wie Blut im Stuhl ist eine Abklärung beim Hausarzt, Gynäkologen oder Darmspezialisten vor allem für Betroffene ab 50 ratsam, auch, um eine mögliche Tumorerkrankung auszuschliessen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Jason Hunter , Bern
    Ich vermisse in diesem Beitrag die Erwähnung das beim Stuhlgang ein zu starkes Drücken/Pressen auch Hämorrhoiden auslösen kann. Ich hatte selber dieses Problem und seit ich möglichst vermeide zu pressen, kriege ich keine Hämorrhoiden mehr. Salben wie z.B. Doxiproct helfen sehr gut gegen die fiesen, schmerzhaften Ballönchen. Aber nur, wenn man die Ursache bekämpft hat.
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  • Kommentar von Gerhard Himmelhan , 3904 Naters
    Genau dieselbe Erfahrung habe ich vor 25 Jahren gemacht. Seither esse ich nämlich morgens zum Frühstück Haferflocken, nach ca. vier Wochen waren die Beschwerden weg.
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  • Kommentar von T.Meier , konolfingen
    Ich war im Frühstadium. Seit ich aber am Abend 2 Esslöffel Leinsamen mit ca. 3 dl. Wasser zu mir nehme, ballaststoffreich esse und grundsätzlich mehr trinke, haben sich meine Beschwerden stark gebesser bzw. sind praktisch weggegangen. Es braucht va. eine Verhaltensänderung.
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