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Körper & Geist Menstruieren «süsse» Mädchen früher?

Laut einer US-Studie sind Süssgetränke möglicherweise für die immer früher einsetzende Pubertät bei Mädchen mitverantwortlich. Ausserdem bringen die Wissenschaftler die frühere Regelblutung mit einem höheren Brustkrebsrisiko im späteren Leben in Verbindung.

Legende: Video Süssgetränke lösen frühe Mens aus abspielen. Laufzeit 0:37 Minuten.
Aus Puls vom 02.02.2015.

Die Forscher hatten mehr als 5500 Mädchen in den USA im Alter zwischen neun und 14 Jahren, die noch keine Monatsblutung hatten, in ihre über fünf Jahre laufende Untersuchung aufgenommen. Bei den Mädchen, die eineinhalb Gläser oder Dosen süsse Getränke pro Tag konsumierten, setzte die Menstruation 2,7 Monate früher ein als bei jenen, die zwei oder weniger dieser Getränke pro Woche konsumierten.

Das Durchschnittsalter für die erste Menstruation lag bei zwölf Jahren und sieben Monaten.

Zuckerkonsum fördert Anstieg von Insulin

«Unsere Studie fügt sich ein in die zunehmenden Sorgen über den weit verbreiteten Konsum von zuckergesüssten Getränken in den USA und anderswo», sagte Studienleiterin Karin Michels von der Harvard Medical School.

Die Autoren verweisen auf frühere Untersuchungen, wonach ein hoher Zuckerkonsum einen starken Anstieg des Hormons Insulin zur Folge hat, das wiederum einen Effekt auf sexuelle Hormone habe.

Eine 2,7 Monate früher einsetzende Menstruation habe eine «mässige Auswirkung» auf das Brustkrebs-Risiko später im Leben, heisst es in der Studie weiter. Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass eine ein Jahr früher beginnende Menstruation das Brustkrebs-Risiko um rund fünf Prozent erhöht.

Ärzte sind ohnehin schon wegen der immer früher einsetzenden Pubertät bei Mädchen besorgt; die Gründe dafür sind unklar.

Kritik an der Studie

Die Ergebnisse der Studie sind nicht unumstritten. Unabhängige Experten verwiesen dabei vor allem auf das Zustandekommen der Daten: Die Mädchen selbst (oder ihre Eltern) hatten ihre Körpermasse und Trinkgewohnheiten angegeben. Zudem kritisierten Kinderärzte, dass andere Faktoren wie der Wohnort oder ein Migrationshintergrund nicht berücksichtigt wurden. Daher sei auch der Verweis zum Brustkrebs-Risiko zu «alarmistisch».

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