Muttermilch schützt vor Infektion mit Noroviren

Noroviren sind die häufigste Ursache für eine Magen-Darm-Grippe. Muttermilch könnte nicht nur für Klein, sondern auch für Gross ein effektiver Schutz sein.

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Muttermilch schützt vor Noroviren

0:39 min, aus Puls vom 10.11.2014

Muttermilch ist für Kinder gesund und gilt nach heutigem Stand der Wissenschaft als beste Säuglingsnahrung. Brustgestillte Babys sollen weniger Verdauungsprobleme als Flaschenkinder haben und kriegen weniger oft eine Erkältung. Auch andere Infekte wie Husten, Durchfall oder Ohrenschmerzen sind bei gestillten weniger häufig. Zudem soll Stillen das Risiko des plötzlichen Kindstodes verringern.

Viren-Schutz dank Milchzucker

Muttermilch stärkt also insgesamt das Immunsystem von Säuglingen und schützt sie so vor Infektions-Krankheiten wie etwa dem durch Noroviren verursachten Brechdurchfall. Jetzt im Winterhalbjahr haben die Noroviren-Infektionen Hochkonjunktur. Gestillte Kinder haben ein deutlich geringeres Infektionsrisiko als nicht gestillte Kinder. Der Schutz stammt von bestimmten Mehrfach-Zuckern der Muttermilch, den Oligosacchariden. Die Noroviren heften sich im Darm an diese unverdaubaren Zucker und werden zusammen mit ihnen ausgeschieden.

Mit Hilfe der neuen Erkenntnisse wird nun versucht, aus den Muttermilch-Zuckern eine Noroviren-Prophylaxe für Kinder und Erwachsene zu entwickeln.

Doppelt gut dank Langzeiteffekt

Oft diskutiert werden auch die Langzeit-Auswirkungen der Muttermilch. Laut neusten Studien haben gestillte Kinder ein deutlich geringeres Risiko, später an Diabetes 2 erkranken. Das Risiko ist bei nicht-gestillten Kindern laut der Weltgesundheitsorganisation WHO um 37 Prozent höher.

Stillen soll auch vor Fettleibigkeit schützen. Eine neue Studie vermutet, dass gestillte Kinder im Alter von 5 bis 6 Jahren ein fast 50 Prozent tieferes Risiko haben, dick zu werden. Je länger ein Kind gestillt wird, desto kleiner ist das Risiko, dass es dick wird.

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