Krampfadern - Herausnehmen oder veröden?

Seit 15 Jahren gibt es neben dem herkömmlichen Strippen von Krampfadern eine zweite Methode, bei welcher die betroffene Vene nicht entfernt, sondern im Bein belassen und verödet wird. Doch trotz aller Vorteile hat sich diese Methode bei uns bis heute nicht etablieren können.

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Krampfadern – Schonendere Therapie dank Laser

15 min, aus Puls vom 23.1.2017

Bis Ende der 1990er-Jahre wurden Stammvenen von Chirurgen gestrippt, das heisst, durch einen Schnitt in der Leiste vom tiefen Venensystem getrennt (Krossektomie) und beim Knie herausgezogen. Noch heute wird dieser Eingriff in der Schweiz zu etwa zwei Dritteln mit einer Teil- oder Vollnarkose stationär durchgeführt und ist entsprechend teuer.

Dann kam die Endovenöse Thermo-Ablation (ETA) auf, bei welcher die Vene von innen mit Laser oder Radiowellen verödet wird. Der Eingriff findet ambulant in der Arztpraxis statt, der Patient kann danach direkt nach Hause und ist in der Regel höchstens ein paar wenige Tage krankgeschrieben. Entsprechend niedriger fallen die Kosten für ETA im Vergleich mit dem Stripping aus. Durchgeführt wird ETA von Angiologen und Phlebologen.

Beide Methoden haben sich unterdessen längst als gleich gut erwiesen.

Kosten nicht geklärt

Dass sich die Hitzebehandlung mit Laser oder Radiowellen bis heute in der Schweiz nicht durchsetzen konnte, liegt vor allem daran, dass der Preis noch immer nicht definitiv festgelegt ist. Zwar steht ETA seit dem 1.1.2016 im Leistungskatalog der Grundversicherung, doch über den Tarif herrschte bis jetzt Uneinigkeit. So lange die Versicherer aber keinen fixen Preis bestimmt haben, können die Ärzte allgemeinversicherte Patienten nicht mit der Methode behandeln. Deshalb, so die Vermutung, hat sich die Methode bis heute nicht durchgesetzt.

Die langwierigen Verhandlungen zwischen Ärzten und Krankenkassen lassen jetzt hoffen: Die meisten Versicherer haben sich doch noch auf einen Tarif geeinigt, es fehlen nur noch wenige Unterschriften. Ob sich die von vielen Seiten prophezeite Kehrtwende hin zur Hitzebehandlung mit Laser oder Radiowellen durchsetzen wird, muss sich allerdings erst noch zeigen. Fest steht: Wenn immer möglich geht die Tendenz aus Kostengründen generell in Richtung ambulante Behandlung. Auch Stripping kann in vielen Fällen ambulant gemacht werden und wird auch schon von einigen Kliniken so angeboten. Und ambulantes Stripping kostet etwa gleich viel, wie die Hitzebehandlung ETA kosten wird.

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