Hirndoping an Schweizer Unis

Effektiver Lernen dank Ritalin & Co.: Schweizer Studenten ist das ein Begriff und sie probieren es auch aus – in welchem Ausmass zeigt nun zum ersten Mal eine Studie vom Schweizer Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung ISGF in Zürich.

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Ritalin-Missbrauch an Unis

5:40 min, aus Schweiz aktuell vom 14.11.2013

Ritalin

2:13 min, aus 100 Sekunden Wissen vom 16.07.2009

Ritalin wird eigentlich Kindern verschrieben, die unter ADHS leiden. Es soll sie ruhiger machen. Die Wirkung von Ritalin bei gesunden Menschen ist gegenteilig: Es soll aufputschen, wach und konzentriert machen. Ritalin gilt deshalb als Hirndoping-Substanz schlechthin.

Dass gesunde Schüler und Studenten deshalb oft zu Ritalin greifen, ist bekannt. Nun zeigt eine Studie erstmals, wie es wirklich aussieht an Schweizer Universitäten. Das Schweizer Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung in Zürich hat über 6000 Studierende an der ETH sowie an den Universitäten Zürich und Basel befragt, ob und welche Substanzen sie schon einmal zur Verbesserung der Hirnleistung eingenommen haben.

Ritalin und Alkohol am beliebtesten

Zum einen ging es um verschreibungspflichtige Medikamente, die ohne medizinische Notwendigkeit eingenommen werden: 4,1 Prozent der Befragten – also rund 250 Personen – gaben an, entsprechende Erfahrungen mit Ritalin zu haben. Weiter greift man zu Beruhigungsmitteln, Betablockern und Antidepressiva. Auch Alkohol und Drogen werden oft zur Steigerung der Hirnleistung im Studium verwendet: 5,6 Prozent der Studierenden greifen zu Alkohol, 2,5 Prozent zu Cannabis, um sich zu beruhigen oder besser zu schlafen im Prüfungsstress. Auch Speed, Kokain und Ecstasy sind ein Thema, allerdings nur vereinzelt.

Eine Feststellung der Studie: Es sind Studierende aus allen Fachrichtungen, die zu sogenanntem Hirndoping greifen. Einen pharmakologischen Beweis für die Verbesserung der Hirnleistung gebe es aber nicht, so die Studienmacher. Es gehe oft auch nur darum, sich wach zu machen oder ein besseres Selbstwertgefühl zu erreichen – was bessere Leistungen im Studium hervorrufen könne.

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