Nacht- und Schichtarbeit schlagen mit der Zeit aufs Hirn

Jahrelange Schicht- und Nachtarbeit verringern Gedächtnisleistung und Denkvermögen. So das Fazit einer französischen Langzeitstudie. Nach mehr als zehn Jahren unregelmässiger Arbeitszeit nehmen die kognitiven Fähigkeiten deutlich schneller ab als bei anderen Berufstätigen.

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Bildlegende: Jahrelange Nacht- und Schichtarbeit belasten nicht nur den Körper, sondern auch den Geist. imago

Dass sich unregelmässige Arbeitszeiten negativ auf den Organismus auswirken können, ist bekannt. Eine kürzlich publizierte Langzeitstudie mit 3000 Berufstätigen verschiedener Branchen wirft nun ein Licht auf die Konsequenzen für die kognitiven Fähigkeiten.

1996, 2001 und 2006 absolvierte die Versuchsgruppe mehrere Tests, mit denen ihr Lang- und Kurzzeitgedächtnis, ihre Reaktionsfähigkeit und ihre allgemeinen kognitiven Fähigkeiten gemessen wurden. Dabei schnitten sie deutlich schlechter ab als andere Berufstätige.

Betroffen seien insbesondere Menschen, die länger als zehn Jahre Schichtarbeit leisteten. Diese Belastung entspreche einem Alterungsprozess von zusätzlich sechseinhalb Jahren. Sich nach dem Ausscheiden aus dem Schichtdienst davon zu erholen, dauere mindestens fünf Jahre. Allerdings müssten die Ergebnisse noch in anderen Studien bestätigt werden.