Sauerkraut – Gesund und günstig, aber irgendwie «out»

Der «Suur-Chabis» trifft den Geschmack der Konsumenten nicht mehr. Dabei hat das traditionelle Wintergericht viel zu bieten.

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Ein Herz für «Suur-Chabis»

Wenn es darum geht, Nahrungsmittel haltbar zu machen, zählt die Milchsäuregärung von Gemüse nebst dem Trocknen und Salzen zu den ältesten Konservierungstechniken. Schon die alten Chinesen, Griechen und Römer bedienten sich dieser Technik, und auch die Seefahrer vergangener Tage wussten, was sie am so produzierten Sauerkraut hatten: Es war nicht nur lange haltbar, sondern war auch ein bewährtes Mittel gegen die gefürchtete Vitaminmangelkrankheit Skorbut.

Sauerkraut ist ohnehin eine regelrechte Apotheke der Natur: In Sachen Vitamin C ist es Zitrusfrüchten ebenbürdig und stellt Äpfel oder Banenen weit in den Schatten.
Zudem ist es reich an Ballaststoffen und Vitamin B12. Letzteres ist den Milchsäurebakterien zu verdanken, die den Kohl zu Sauerkraut vergären – und auch eine positive Wirkung auf unsere Darmflora haben.

Hält man sich vor Augen, dass Sauerkraut auch sehr wenig Kalorien hat und in der Naturheilkunde als Mittel gegen eine beeindruckende Anzahl Leiden Verwendung findet, müsste es sich eigentlich grosser Beliebtheit erfreuen. Eigentlich, denn in Tat und Wahrheit registrieren die Hersteller ständig sinkende Absatzzahlen.

In der «Echo der Zeit»-Reportage von SRF-Redaktorin Brigitte Mader machen die Bauern dafür vor allem den Begriff «Suur-Chabis» verantwortlich. Dabei gebe es Sauerkraut-Varianten, die gar nicht sauer sind, und der vergorene Kohl muss auch nicht immer automatisch Beilage zu einer deftigen Bernerplatte sein.