«Man muss lernen, den Abstieg mitzumachen»

Anette Baumanns Erkrankung begann im Jahr 2006. Schleichend begann der Abbauprozess im Gehirn. Ihr Ehemann Karl Baumann hat sie über die Jahre begleitet und betreut – unterdessen ist nichts mehr so, wie es einmal war.

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«Alzheimer hautnah» (7) - Wie geht es Annette Baumann heute?

8:56 min, aus Puls vom 4.1.2016

Die ehemalige Kindergärtnerin kochte plötzlich immer das Gleiche. Jeden Mittag gab es nur noch Birchermüesli. Nach ersten Abklärungen im Jahr 2007 lag die Diagnose vor: Alzheimer. Für Karl Baumann war klar, dass er seine Frau unterstützte wo es nur ging. Geduldig beantwortete er immer wieder die Fragen seiner Frau. Auch wenn sie immer wieder die gleichen Fragen stellte.

Langsamer Abbau

Schritt für Schritt wurde die Betreuung immer anspruchsvoller. Anette Baumann entwickelte zunehmend ein gestörtes Essverhalten. Ihr Ehemann musste fast pausenlos auf sie aufpassen.

Die Betreuung nahm so viel Platz ein, dass die Aufgaben zunehmend eine grosse Belastung wurden für Karl Baumann. So gross, dass es im Jahr 2012 nicht mehr ohne fremde Hilfe ging. Tageweise brachte er seine Frau in ein Demenzheim. Zusätzlich engagierte er eine Haushaltshilfe und Pflegerin, die ihn zu Hause in der Betreuung unterstützte. Neben dem Abbau der geistigen Fähigkeiten entwickelte Anette Baumann auch zunehmend ein aggressives Sozialverhalten.

Wie leben die Baumanns heute?

Heute spricht seine Frau kaum mehr. Sie lebt in einem Altenheim. Doch Karl Baumann holt sie auch heute noch fast täglich ab, damit er mit ihr Tagesaktivitäten unternehmen kann. Er will sie so oft wie möglich an seinem Alltag teilnehmen lassen und ihr so ein Gefühl von Vertrautheit geben.

Im «Puls»-Studio blickt er zurück, wie er die Zeit bis heute erlebte. Und ob sein Wunsch mit dem Gang an die Öffentlichkeit in Erfüllung ging.

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