Masernepidemie in Europa

In Deutschland, Frankreich, Italien und Rumänien werden ausserordentlich viele Masernerkrankungen registriert. Vor allem Rumänien ist mit über 30 Toten stark betroffen.

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Masernepidemie in Europa

1:54 min, aus Puls vom 21.8.2017

Experten schätzen die Masernepidemie in Europa in diesem Jahr als besonders heftig ein. Vor allem Rumänien ist mit über 8000 Fällen und über 30 Toten stark betroffen. Auch Italien hat mit über 3500 Fällen ungewöhnlich viele Erkrankungen registriert. Die Regierungen der beiden Länder wollen nun möglichst schnell ein Gesetz zur Impfpflicht verabschieden. Dieses Vorgehen führte aber in beiden Ländern zu Demonstrationen von Impfgegnern.

Experten erklären die Ursache für die Epidemie aber genau mit zu tiefen Durchimpfungsraten, die beispielsweise in Italien unter 84 Prozent liegt. Neben dem teilweise vorhandenen Widerstand in der Bevölkerung sich impfen zu lassen, sind auch Impfstoffengpässe sowie eine mangelnde medizinische Grundversorgung Gründe dafür.

Aber auch Länder wie die Schweiz, Deutschland oder Grossbritannien verzeichnen 2017 trotz höherer Impfraten vermehrt Ausbrüche. So wurden in Deutschland über 800 Fälle registriert, und in der Schweiz gibt es seit Anfang Jahr 71 Erkrankungen – deutlich mehr als das ganze letzte Jahr. Allerdings sind dies vergleichsweise tiefe Zahlen. Die letzte grosse Epidemie in der Schweiz war im Jahr 2008, als über 2000 Fälle registriert wurden.

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