Pflaster statt Spritze

Ein speziell entwickeltes Pflaster könnte einmal die klassische Impf-Spritze ablösen. Forscher testeten so die Grippeimpfung nun erstmals am Menschen.

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Pflaster statt Spritze?

0:29 min, aus Puls vom 28.8.2017

Schon seit Jahren entwickeln Wissenschaftler Impfpflaster. Die sind mit mikroskopisch kleinen Nadeln bestückt, die beim Aufkleben die Haut leicht ritzen, den Impfstoff abgeben und sich binnen 20 Minuten selbst auflösen – ohne Schmerzen.

Bislang war diese Methode nur an Tieren getestet worden. Jetzt wurden erstmals Menschen mit Pflastern geimpft. Die Benutzung habe sich als einfach erwiesen und biete einen guten Immunschutz, schreiben Forscher der Emory University in Atlanta im Fachmagazin «Lancet».

Pflaster kann man sich selbst aufkleben

Das Ergebnis: Impfpflaster und Injektion per Nadel führten zu einer im Durchschnitt gleich starken Immunreaktion. Dabei machte es keinen Unterschied, ob eine Fachkraft das Pflaster auf die Haut geklebt hatte oder der Proband selbst. Bei manchen Teilnehmern traten Rötungen, Juckreiz oder ein Druckschmerz auf. In der konventionell behandelten Gruppe wurden ähnlich geringe Nebenwirkungen festgestellt.

Mark Prausnitz vom Georgia Institute of Technology, der an der Studie beteiligt war, glaubt an die Zukunft der Methode. «Unsere Vision ist, dass Menschen irgendwann in naher Zukunft zum Laden gehen, Pflaster für sich und ihre Familien kaufen, sie nach Hause bringen und auf die Haut kleben», sagt er. «Impfungen werden viel leichter zugänglich sein.»

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