Zum Inhalt springen

Psyche Gebären unter Hypnose - Aus eigener Kraft (fast) schmerzfrei

Keine Schmerzen, keine Schreie - absolut ruhig und entspannt gebären. Bloss ein frommer Wunsch, oder läuft eine Geburt unter Hypnose tatsächlich so ab? «Puls» hat eine Schwangere bei den Vorbereitungen zu einer Hypnosegeburt begleitet und durfte auch beim grossen Moment mit dabei sein.

Legende: Video Geburt unter Selbsthypnose abspielen. Laufzeit 4:46 Minuten.
Aus Puls vom 17.09.2012.

Nur zwei Mal musste Daniela Leins in die Hypnosetherapie. Doch eine schmerzfreie Geburt will und kann ihr Therapeutin Susanne Keller nicht versprechen. Es gehe vielmehr darum, mit den Schmerzen anders umzugehen.

Wie das funktioniert? «Bei den Wehen kommt jede Gebärende wegen der Endorphine automatisch in einen Trance-Zustand. Bloss erkennen die meisten Frauen diesen Zustand nicht», erklärt Keller. «Sie nehmen nur die Schmerzen wahr und lassen sich von diesen dominieren.» Die Trance sei aber ein natürlicher und körpereigener Zustand, den jeder für sich nutzen kann. Ein Hypnosetherapeut hilft lediglich, in diesen Zustand zu kommen.

Trance ist Übungssache

Susanne Keller versetzt Daniela Leins also in Trance. Dort suggeriert sie ihr Bilder von einer positiven Geburt, so wie sie es im Vorgespräch besprochen haben. Wo fühlt sich Daniela Leins besonders wohl, was wünscht sie sich für die Geburt? All das fliesst in die Hypnose mit ein. Die eigentliche Sitzung wird dann auf CD aufgezeichnet. Zuhause nämlich muss Daniela Leins mit dieser CD üben. Sie immer wieder hören, bis sie von alleine in Trance kommt. Bis sie den Zustand verinnerlicht hat, ihn erkennt und ihn positiv für sich nutzen kann. Denn bei der Geburt wird die Therapeutin nicht dabei sein.

Erfolgreiche Anwendung

Und dann der grosse Tag. Als «Puls» im Gebärzimmer dazu stösst ist Daniela Leins' Muttermund schon 8 Zentimeter offen - 10 braucht es für die Geburt. Das heisst, die Wehen kommen schon in kurzen Abständen. Das Erstaunliche: Als Aussenstehender hört und sieht man nichts davon.

Auch eine Viertelstunde später: Daniela Leins hat in die Badewanne gewechselt. Eine konzentrierte Stille herrscht. Die Eröffnugnswehen kommen im Minutentakt. Man hört und sieht noch immer nichts. Doch dann plötzlich: Unruhe. Die Pressehen setzen ein, Daniela Leins fällt aus der Hypnose. Wir müssen den Raum verlassen. Durch die Türen dringen die üblichen Schreie, wie man sie von einer Geburt kennt. Laut, hemmungslos, etwas beängstigend. Doch nach nur fünf Minuten ist der Spuk bereits vorbei. Der grosse Moment: Der erste Kinderschrei - die kleine Marilyn ist da.

Sie kam genau so zur Welt, wie es sich ihre Mutter gewünscht hat. In weniger als zwei Stunden.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rudolf Corchia, Heiden
    Ertsaunlich wie Marie F. Mongan, die Begründerin von Hypnobirthing in den USA sowie ihre nützlichen Vorgehensweisen, in dieser Darbietung aussen vor gelassen werden. Der Türöffner für diese Methode Michael Bornhauser (leider verstorben 2007) hat in der Schweiz gemeinsam mit Sydney Sobotka diese Methode Salonfähig gemacht.Seinen Institut Vereinnahmern fehlt ganz offensichtlich der fachkompetente Fundus.Die wirklich sinnvolle Hypnobirthing Anwendung finden Sie im Bedarf unter: www.hypnobirthing.ch
    Ablehnen den Kommentar ablehnen