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Psyche Keine Lust auf Sex

«Sex sells»: Werber wissen das schon lange. Sex hat einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Das bedeutet: Wer Sex als nicht so wichtig empfindet, muss anormal sein.

Legende: Audio «Sex ist mir nicht so wichtig: Bin ich normal?» abspielen. Laufzeit 19 Minuten.
19 min, aus Ratgeber vom 16.10.2013.

Laut einer Umfrage, die die Uni Bern 2011 für die Gratiszeitung «20 Minuten» durchgeführt hat, hätten 50 Prozent der Schweizer gerne mehrmals pro Woche Sex. Fast 20 Prozent der Schweizer reicht jedoch Sex alle zwei Wochen - oder sie brauchen sogar gar keinen.

Ist jemand, der keine Lust auf Sex hat, normal? Wie soll man seine Unlust äussern, um nicht schräg angeschaut zu werden? Wie soll das Umfeld darauf reagieren? Fragen wie diese beantwortet Daniel Regli im Ratgeber.

Dem SRF-Psychologen ist es wichtig, genauer hinzusehen: Leidet ein Mensch darunter, keinen Sex zu haben, muss man etwas dagegen tun. Zum Beispiel, wenn körperliche oder psychische Probleme ein befriedigendes Liebesleben verhindern. Anders dagegen sieht es aus, wenn sich Menschen aus freien Stücken dafür entscheiden, seltener – oder vielleicht sogar gar nie – mit einem Partner ins Bett zu gehen. Während früher vor allem Frauen dazu standen, kein Interesse am Sex zu haben, ist dieses Phänomen auch zunehmend unter Männern verbreitet. Über die Ursachen lässt sich nur spekulieren. Das kann einerseits am beruflichen Stress liegen und am Bedürfnis danach, wenigstens im Privatleben frei vom Erfolgsdruck zu sein – in dem Fall, ein besonders guter Liebhaber zu sein. Der Verzicht auf Sex kann aber auch ein Mittel sein, Fragen nach Verantwortung zu entgehen, beispielsweise wenn die Familienplanung im Raum steht.

Ein Leben ohne Sex ist kein Problem, solange es dem Partner ebenso geht. Belastet die fehlende Lust aber die Beziehung, lohnt es sich, wieder mehr Aufmerksamkeit in die Partnerschaft zu investieren. Oft lässt schon ein liebevollerer Umgang miteinander im Alltag mit Körperkontakt, der nicht zum Sex führt, die Lust auf Nähe wieder wachsen.

2 Kommentare

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  • Kommentar von O. Toneatti, Bern
    Auf keinem anderen Gebiet wird so viel gelogen wie im Sexleben der Menschen. Guter Spruch:" Die Sexualität des Mannes beginnt in der Pubertät und endet, vielfach schon sehr früh, in der Ehe." So düster sieht es bei sehr vielen "glücklichen?" Menschen aus. Andere Aussagen sind vielfach nur fromme Wünsche, leider. Fragen sie mal bei Paartherapeuten nach.
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  • Kommentar von raina kloess, Karlsruhe
    "FEHLENDE LUST?" Wenn Sexualität intensivste Erdung und Verbundenheit sei, dann kann ein Leben über sie hinaus die Steigerung der Erfüllung bedeuten - sichere Überfülle - ohne zu erschöpfen oder gar zu zerstören. Vollstes Er-Leben über die tiefe Befried(ig)ung durch Sexualität hinaus - 'Mensch-Sein', nicht auf Kosten anderer oder der Umwelt - transzendentes Ebenbild allen Seins - Verzicht dann als effektivster Genuss ...
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