Lästern – ein menschliches Ventil mit Tücken

Im Büro, auf dem Spielplatz, im Treppenhaus: Gelästert wird überall. Tratschen ist menschlich, kann aber auch Folgen haben.

Es gibt Studien, die Lästern als Psychohygiene beschreiben. Denn jeder hat es schon getan – und insgeheim macht es auch Spass, liefert ein gemeinsames Gesprächsthema und dient dazu, Dampf abzulassen. Wie immer ist alles eine Frage des richtigen Masses: Wer sich dauernd mit negativen Gedanken herumschlägt, entwickelt schliesslich eine negative Grundhaltung. Es kann auch passieren, dass man über das Lästern in eine Opferhaltung fällt – im Sinne von: «Frau S. gibt mit ihrem Sportwagen an, klar, dass die sich das leisten kann als reiche Ehefrau – ich mit meinem mickrigen Gehalt kann das nicht.» Nicht nur die eigene Wahrnehmung wandelt sich zum Opferbild, auch die des Umfelds kann kippen.

Manchmal bringt Lästern aber auch den Lästerpartner in einen Loyalitätskonflikt – zum Beispiel, wenn sich die Lästereien um einen Freund drehen oder um ein Familienmitglied. Da hilft nur, klar Position zu beziehen oder auch das Desinteresse verbalisieren.

Vorsicht vor Lästereien im Büro

Gift sind Lästereien für die Stimmung im Büro, wenn sie bewirken, dass sich das Team nur noch auf Negatives konzentriert. Für das Opfer ist die Situation schwer: Sie kann bis zum Mobbing gehen, am Selbstwertgefühl und Vertrauen kratzen. Die beste Methode dagegen: proaktiv auf die Kollegen zugehen, zum Beispiel im Rahmen einer Teamsitzung, und das Problem ansprechen. Wer sich das nicht traut, kann mit Kollegen einzeln reden und die Situation erklären – oder sich auch an den Vorgesetzten wenden.

Schwieriger wird es mit Menschen, die man nicht so häufig sieht – Nachbarn zum Beispiel. Entweder man versucht trotzdem, anzusprechen, wenn man das Gefühl hat, dass über einen gelästert wird. Oder man muss sich mit der Zeit ein dickeres Fell wachsen lassen.

Wer merkt, dass die eigenen Gedanken nur noch darum kreisen, dass einen die Lästereien belasten, der sollte sich professionelle Hilfe suchen, um zu lernen, entspannter damit umzugehen.