Leerer Magen, volle Taschen

Ein leerer Bauch kauft nicht gut ein: Aus der Food-Abteilung kennt man das Phänomen allemal. Aber warum sind die Taschen plötzlich voll mit allem möglichen?

Eine Frau hält jubelnd mehrere Einkaufstaschen in die Höhe. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Erfolgreiche Jagd: Bei Hunger sind auch Klamotten ein Objekt der besonderen Begierde. imago

Der dritte Kopfhörer, der zwanzigste Lippenstift, der fünfte rote Pulli: lauter Dinge, die eigentlich nicht nötig gewesen wären. Wieso wir trotzdem nicht widerstehen konnten? Vielleicht war beim sinnlosen Shopping ein leerer Magen mit im Spiel. Das vermuten zumindest amerikanische Forscher der Universität Minnesota. Sie haben das Phänomen untersucht und entdeckt: Wer mit Hunger einkauft, kauft mehr – nicht nur Lebensmittel.

Das könnte daran liegen, dass Hunger auch mit Stress zu tun hat. Und Stress – das ist bekannt – steigert die Kauflust. Wie unmittelbar diese Verbindung ist, zeigt auch die Tatsache, dass es unter Kaufsüchtigen auch mehr Menschen mit Essstörungen gibt. Essen erfüllt dann den gleichen Zweck wie Shoppen: Es ist eine Kompensation unangenehmer Gefühle wie Unzufriedenheit oder Frust.

Eine andere, eher archaische und aus soziologischer Perspektive anzweifelbare Erklärung: Hunger ist ein gieriger Zustand – er erstreckt sich von der Gier nach Lebensmittel auf alles, was sich im Notfall gegen Essbares tauschen liesse.