Manisch-depressiv – Leben mit Extremen

Für Menschen mit einer bipolaren Störung gibt es in akuten Phasen keinen Mittelweg. Zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt gibt es dann nichts.

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Von himmelhoch-jauchzend bis zu Tode betrübt

Jeder Mensch kennt Phasen in seinem Leben, wo ihn eine ganz ungewohnte Aufregung und ein besonderer Schaffensdrang ergreifen, manchmal so intensiv, dass man für eine kleine Weile die Welt um sich herum vergisst. Und dann gibt es die Phasen, in denen nichts gelingt und alles anstrengend und zehrend ist.

Im Gegensatz zu solch normalen starken Reaktion ist ein manisch-depressiver Patient extrem zweipolig übertrieben. «Er kann das nicht steuern, es kommt einfach über ihn, er kann dagegen nichts machen», erklärt Hausarzt Adrian Grundner.

Den Gefühlen ausgeliefert

Solchen Patienten entgleitet das Ruder zu ihrem eigenen Leben völlig. In akuten Phasen sind sie ihrer Gefühlswelt restlos ausgeliefert. So kommt es in manischen Phasen zu Geldausgaben, die den finanziellen Rahmen völlig sprengen, aber auch zu riskantem Verhalten im Beruf, beim Sport, beim Sex oder beim Umgang mit Drogen. Dann wiederum folgen Phasen von so niederdrückender Depression, dass ein normales Leben kaum mehr möglich ist.

Woher die Neigung für eine bipolare Störung stammt, ist nicht klar. Diskutiert wird eine genetische Veranlagung. Auch psychosoziale Umgebungssituationen wie Überlastungssituationen können eine Rolle spielen.

Therapie ist ratsam

Im Fall einer bipolaren Störung sollte man unbedingt auf professionelle Hilfe bauen – auch, um nicht plötzlich vor einem Scherbenhaufen aus Privat- und Berufsleben zu stehen. Abhängig vom Schweregrad kommen Gesprächs- und Verhaltenstherapien zum Einsatz, häufig unter Einbeziehung des sozialen Umfelds, sowie Medikamente.