Tanorexie – Die Sucht nach Bräune

In der Sonne braten ist ungesund – das ist bekannt. Doch die warnende innere Stimme verstummt, wenn das Bräunen zur Sucht wird.

Eine gebräunte Frau liegt auf der Sonnenbank. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Riskante Sucht: Vorzeitige Hautalterung oder gar Hautkrebs können die körperlichen Folgen des Bräunungswahns sein. imago

Tanorexie – das ist ein aus dem Englischen «to tan» (für: sich bräunen) und der Anorexie zusammengesetzter Begriff aus der Psychiatrie. Tatsächlich ähnelt der Zwang zur Bräune der Magersucht: Während sich eine auf 40 Kilo heruntergehungerte Magersüchtige im Spiegel immer noch als zu dick wahrnimmt, finden sich Tanorektiker auch mit dunkelbraun gebratener Haut noch als zu blass.

Tanorexie

2:41 min, aus 100 Sekunden Wissen vom 23.09.2014

Es ist möglich, dass Endorphine den Bräunungswahn auslösen – also paradoxerweise Glückshormone. Sie werden stärker ausgeschüttet, wenn die Haut mit UV-Strahlen in Kontakt kommt. Wenn die positiven Gefühle nachlassen, gibt es den nächsten Kick beim Sonnenbad oder im Solarium. Manche Betroffene müssen sich irgendwann täglich bräunen – wenn nicht, zeigen sie Entzugssymptome, sind unruhig, gereizt, niedergeschlagen. Dann brauchen Anorektiker professionelle Hilfe, um sich in ihrer Haut wieder wohl zu fühlen.