Schnüffeln nach Händedruck

Ein harmloser Händedruck zeigt freundliche Offenheit. Sollte man zumindest denken. Forscher glauben aber, dass der Mensch beim Händeschütteln Geruchsinformationen über das Gegenüber austauscht, um die Person besser einschätzen zu können.

Zwei Männer schütteln sich die Hand. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Handshake zum Testen, ob man sich riechen kann. imago

In ihren Videos stellten israelische Forscher Erstaunliches fest. Sie haben beobachtet, dass Händeschüttler nach der Begrüssung ihre Hand zwar unbewusst, aber zielgerichtet zur Nase führen. Ihre Vermutung: So sollen Geruchsinformationen über das Gegenüber erschnüffelt werden.

In den Videoaufnahmen führten die Wissenschaftler verschiedene Experimente durch und versuchten, Muster für unser Verhalten herauszufinden. In ihren Analysen stellten sie auch fest, dass das Schnüffeln beim Händedruck mit dem gleichen Geschlecht noch viel häufiger vorkommt.

Die Resultate der 281 untersuchten Menschen geben aber keine konkreten wissenschaftlichen Gründe, weshalb dem so ist. Zwar konnten die Forscher zeigen, dass wir beim Griff zur Nase auch deutlich einatmen oder eben richtiggehend schnüffeln, doch auch damit bleiben die Gründe für den Griff zur Nase im Ungewissen. Zumindest anthropologisch betrachtet zeugt Händeschütteln eher von tierischem Misstrauen als von offener Freundlichkeit.

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Schnüffeln nach Händedruck

0:34 min, aus Puls vom 23.1.2017

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