Bussen aus dem Ausland: Bezahlen oder nicht?

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Die Ferien sind vorbei und schon fast vergessen. Es kann aber gut sein, dass man plötzlich wieder daran erinnert wird. Nämlich, wenn man mit dem Auto im Ausland war und plötzlich eine Busse aus dem Ferienland im Briefkasten liegt. Wie verhält man sich da richtig?

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Busse nicht bezahlen: Keine gute Idee


Und das aus zwei Gründen:

  • Die Schweizer Polizei hat mit Frankreich und Deutschland ein Abkommen. Sie unterstützen sich gegenseitig bei der Auffindung von Verkehrssündern.
  • Andere Länder wie Italien oder Holland können Bussen an Schweizer Bürger senden, sie aber nicht vollstrecken. Doch: Wer eine solche Busse ignoriert, kann auf die Fahndungsliste kommen und spätestens bei der nächsten Einreise ins Ferienland Ärger bekommen: Die Einreise kann verweigert werden, allenfalls wird das Auto beschlagnahmt, bis die Busse bezahlt ist, schlimmstenfalls drohen ein paar Tage Haft.


Vorsicht: Nicht alle Bussen sind echt

  • Leider gibt es auch Betrüger, die Autonummern notieren und aufs Geratewohl gefälschte Bussen versenden. Dies in der Hoffnung, dass der Empfänger die Konsequenzen fürchtet und bezahlt.
  • Skeptisch werden muss man, wenn lediglich eine Rechnung im Couvert steckt, ohne abgestempeltes Dokument oder Radarfoto.
  • In einem solchen Fall sollte man direkt bei der zuständigen Polizei oder Gemeinde nachfragen, ob die Busse wirklich von ihnen stammt.
  • Dabei sollte man nicht die Telefonnummer oder Mailadresse auf dem Dokument verwenden, da man so beim Betrüger landen könnte, der sich als Polizei ausgibt. Besser im Internet nachschauen!

Post vom Inkassobüro

  • Es gibt Gemeinden, die Inkassobüros beauftragen, die Bussen einzukassieren.
  • Das ist nur erlaubt, wenn das Inkassobüro seinen Sitz in der Schweiz hat. Ausländische Firmen dürfen hier kein Geld eintreiben.
  • Sollte man dennoch Post von einem Inkassobüro aus dem Ausland erhalten: Nur den Betrag der Busse bezahlen (sofern sie gerechtfertigt ist), allfällige Inkassogebühren abziehen. Am besten informiert man schriftlich, warum man dies tut.

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Maria Kressbach