Cholesterin senken oder nicht?

Cholesterinsenker gehören zu den meistverkauften Medikamenten in der Schweiz. Einige Patienten nehmen diese nach einem Herzinfarkt, viele zur präventiven Behandlung. Doch diese breite Versorgung ist umstritten, denn auch Cholesterinsenker haben Nebenwirkungen.

Arzt mit Superhelden-Cape untersucht ein Herz.
Bildlegende: Ist der Cholesterinsenker das Medikament mit Superkräften gegen den Herzinfarkt? colourbox.com

«Früher bezeichnete man einen hohen Cholesterinwert als das Risiko für einen Herzinfarkt», erklärt Hausarzt Thomas Kissling, «was zum sehr schlechten Ruf des Cholesterins beigetragen hat. Heute weiss man, dass viele Faktoren die Herzgesundheit beeinträchtigen können.»

Fachärzte sind sich nicht einig, wer wann Cholesterinsenker nehmen soll. Thomas Kissling empfiehlt:

  • Sekundärprävention: Hat jemand bereits einen Herzinfarkt hinter sich oder liegen weitere unbeeinflussbare Risikofaktoren vor, ist es wichtig und richtig, den Cholesterinwert streng tief zu halten, auch medikamentös.
  • Primärprävention: Ist noch kein Herzvorfall eingetreten und sind die weiteren Risikofaktoren beeinflussbar, soll man mit dem Vertrauensarzt die Einnahme von Cholesterinsenkern besprechen.
  • Gesund leben: Das Cholesterin ist nur zu einem kleinen Teil beeinflussbar. Andere Risikofaktoren wie gesunde Ernährung, viel Bewegung, nicht rauchen, wenig Stress sind besser beeinflussbar und haben ganz allgemein einen positiven Einfluss auf die Gesundheit.
  • Auch Cholesterinsenker sind Medikamente: Ein wirkungsvolles Medikament hat auch Nebenwirkungen.

Redaktion: Brigitte Wenger