Die Mondviole mit ihren Silberblättern

Garten

Die Garten-Mondviole (Lunaria annua) ist eine aus Italien und Osteuropa stammende zweijährige Blume. Ihren Namen trägt sie zu Recht, denn ihre Samenschoten sind kreisrund wie der Vollmond. Sie wurde auch Silberling genannt, weil ihre hell schimmernden Schoten wie Silbertaler aussehen.

Kreisrunde, grau-weisse Samen der Mondviole.
Bildlegende: Samenstand der Mondviole. Pixabay/Hans

Die Schote ist dreilagig aufgebaut, zur Reifezeit fallen die zwei äusseren, schützenden Lagen ab und es bleiben nur noch die silbern schimmernde Trennwand und die befestigten, flachen Samen stehen. Die Trennwand dient als Segel, sie hält heftigen Winden stand, weil sie in einen Rahmen eingespannt ist. Die Samen werden eines nach dem anderen von kräftigen Winden abgelöst und weiterverbreitet.

Garten-Mondviole

Die Garten-Mondviole ist eine altbekannte Bauerngartenpflanze und blüht jetzt im Juni rotviolett und manchmal auch weiss. Sie wird als Kreuzblütler gerne von Hummeln und anderen Wildbienen besucht.

Ihre Samen sind im Handel erhältlich und werden im Juli/Anfangs August in Töpfchen ausgesät und im September als starke Setzlinge ausgepflanzt.

Echte Mondviole

Ihre einheimische Verwandte, die Echte Mondviole (Lunaria rediviva), ist sehr wertvoll für ganz bestimmte Gartenplätze: zum Beispiel im Halbschatten an kühlen Standorten an der Nord- und Ostseite des Hauses. Sie behauptet sich inmitten des Gierschs oder Bärlauchs, denn sie bildet mit den Jahren einen immer grösser werdenden, kräftigen Stock.

Sie blüht lange im Mai/Juni, mit duftenden helllila bis weissen Blüten, die gerne von Nachtfaltern angeflogen werden. Ihre Schoten sind im Gegensatz zum einjährigen Silberling halbmondförmig, wunderbar seidig schimmernd und lang in den Winter hinein schmückend. Eine Bereicherung des Gartens und erhältlich in Wildstaudengärtnereien – und hoffentlich bald im Floretia-Sortiment!

Moderation: Sandra Schiess, Redaktion: Silvia Meister