Ein Angehöriger, Partner oder Freund spricht von Suizid – was tun?

Wenn der Partner, ein enger Freund oder ein Angehöriger in einer Lebenskrise steckt, ist es schwierig zu erkennen, wie gravierend die Situation ist. Die Lage ist dann besorgniserregend, wenn der Betroffene immer wieder Äusserungen macht, sich das Leben nehmen zu wollen. Darauf sollte man reagieren.

Verschwommenes Bild einer sitzenden Frau. Geneigter Kopf in die Hände gestützt.
Bildlegende: Eine Lebenskrise ist nichts wofür man sich schämen muss. Es gibt Lösungen wie man sie behandeln kann. Colourbox

Androhungen, dem Leben ein Ende zu setzen, sollte man auf jeden Fall ernst nehmen, sagt Birgit Kräuchi, Chefärztin vom «Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie ambulant» in Brugg: «Man sollte die Person direkt darauf ansprechen und seine Hilfe anbieten. Darüber zu sprechen, öffnet oft den Lösungsweg für den Betroffenen.»

Für die meisten von uns ist es eine schwierige Lage. Darum sollte man sich professionelle Hilfe holen, sagt Birgit Kräuchi: «Es gibt viele psychiatrische Anlaufstellen und die dargebotene Hand. Oder man kontaktiert seinen Hausarzt, der weiterhelfen kann.»

Birgit Kräuchi rät:

  • Bei auffälligen Anzeichen den Betroffen darauf ansprechen
  • Keine Schuldzuweisungen machen
  • Signalisieren, dass es eine Lösung gibt und dass man sich deswegen nicht schämen muss
  • Versuchen, die Person zu einem Arztbesuch zu bewegen
  • Als Angehöriger des Betroffenen eine vertraute Person über die Situation einweihen

Experten-Chat Online

Dr. med. Birgit Kräuchi und Prof. Dr. med. Urs Hepp beantworten am Freitag, 18. März, von 10 bis 12 Uhr auch Ihre Fragen zum Thema im Online-Chat. Fragen können Sie hier jetzt schon eingeben.

Moderation: Thomy Scherrer, Redaktion: Pascale Folke