Eine ausgeglichene Schulter ist eine gesunde Schulter

Die Schulter ist sehr beweglich, deshalb aber auch sehr verletzungsanfällig. Fehlhaltung, Überbelastung und Abnützung verursachen Schmerzen und schränken ein, schnell greift man zum Messer. Eine aktuelle Studie besagt allerdings, dass einige Operationen überflüssig sind.

Physiotherapeutin therapiert Schulter einer Patientin.
Bildlegende: Es muss nicht immer eine Operation sein: Mit Physiotherapie und ausgleichenden Aufbauübungen kann man eventuell einen Eingriff umgehen. colourbox.com

Die englischen Forscher sind überzeugt, dass die Operation der Schulterdach-Erweiterung (subakromiale Dekompression) keinen signifikanten Vorteil gegenüber einer konservativen Behandlung, einer Physiotherapie, hat. Bei der Schulterdach-Erweiterung wird im Gelenk mehr Platz für Muskel, Sehne und Schleimbeutel geschaffen.

Es gibt Übungen, die gut tun

Besonders bei Berufen oder bei Sportarten, die viele Überkopfbewegungen beinhalten, wird die Schulter stark belastet und es kommt zu Abnützungen. Ist die Schulter eher zu wenig bewegt, nimmt sie eine Fehlhaltung ein. Allen Betroffenen täten ein paar Übungen gut:

  • Das Muskelverhältnis ausgleichen: Im Schulterbereich ist meistens die Vorderseite zu stark, es kommt zu einer muskulären Dysbalance, die Schulter fällt nach vorne, wir sprechen von einem «Buckeli». Um den Oberarmkopf zu zentrieren, etwas nach hinten zu bewegen, müssen wir die Aussenrotation verbessern.
  • Und so gehts: Den Oberarm am Oberkörper lassen, doch den Unterarm im 90°-Winkel nach vorne halten. Dann den Unterarm horizontal nach aussen rotieren. Ist die Bewegung ohne Gewicht zu einfach, mit einem Gummiseil einen Gegenzug in die Bewegung bringen. Innenrotation trainieren: Dieselbe Übung, doch in die andere Richtung.
  • Beweglichkeit der Schulter trainieren: Nicht nur die Kräftigung, sondern auch die Beweglichkeit ist wichtig für eine gesunde Schulter. Dehnen Sie sowohl die Vorder- wie auch die Rückseite der Schulter. Dazu führen sie den gestreckten Arm vor die Brust und geben mit der anderen Hand einen Zug auf die Schulterrückseite bzw. öffnen Sie die Schulter, legen den angewinkelten Arm gegen eine Wand und geben einen Zug auf die Schulterinnenseite.
  • Die Schulter im Alltag zentrieren: Die Aufforderung «Nimm Haltung an!» führt häufig zu einer unnatürlich versteiften Schulterhaltung. Der Oberarmkopf ist in der richtigen Position, wenn die Hand in die Hosentasche greift.

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Brigitte Wenger