Fisch essen mit gutem Gewissen: Nur der Karpfen ist bedenkenlos

Konsum

Weltweit essen wir jährlich 170 Millionen Tonnen Fisch. Tendenz rasant steigend. Unsere Meere können da nicht mehr mithalten. Geht es so weiter, besteht die Gefahr, dass wir in rund 40 Jahren keinen Fisch mehr auf unseren Tellern haben werden. Nachhaltigkeit ist gefragt.

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Die Fischbestände nehmen rasant ab. Viele Gewässer sind bereits ausgefischt oder werden überfischt.

In 40 Jahren keine Fische mehr?

Steigt der Fischkonsum weiter an, soll es laut einer Studie in rund 40 Jahren keine Fische mehr auf unseren Tellern geben. Wir Konsumenten und Konsumentinnen können entgegenwirken, indem wir bewusst Fisch kaufen und essen. Das heisst:

  • Umweltorganisationen raten, weniger Fisch zu essen, nämlich nur noch zwei Mal im Monat.
  • Beim Einkaufen: Trotz Kritik an den verschiedenen Labels gilt beim Fisch-Kauf: Besser mit Label als ohne!
  • Bevorzugen sollte man einheimische Fische aus Wildfang.
  • Bei Zuchtfisch empfiehlt sich das Bio-Label. Ebenfalls vertretbar ist das ASC-Label.
  • Bei Wildfang sollte man auf das MSC-Label achten. Auch dieses Label ist nicht über alle Zweifel erhaben, ist aber laut WWF am ehesten vertretbar.

Zuchtfisch ist nicht nachhaltiger

Auf den ersten Blick mögen Fischzuchten für Nachhaltigkeit sorgen. Die Realität sieht aber anders aus: Zuchtfische werden nämlich mit Fischen aus dem Meer gefüttert. Und zwar nicht zu knapp: Für ein Kilo Zuchtfisch braucht es bis zu vier Kilo Futterfisch aus dem Meer. Hinzu kommt, dass die Fische in den Zuchtgewässern mit Medikamenten – unter anderem mit Antibiotika – gefüttert werden. Ebenfalls steht die enge Tierhaltung in der Kritik.

Fische aus Wildfang sind daher zu bevorzugen. Allerdings muss dort darauf geachtet werden, dass die Tiere artgerecht gefangen wurden. Schleppnetze und Fangleinen sind eine Quälerei für die Fische.

Nur der Karpfen ist ökologisch bedenkenlos

Nachhaltig Fisch kaufen ist also gar nicht so einfach. Aber: Es gibt einen Fisch, bei dem man nichts falsch machen kann. Der Karpfen. Er ist bei uns nicht sehr beliebt, weil er viele Gräte hat, und er soll etwas modrig schmecken. Der modrige Geschmack verschwindet aber, wenn man den Karpfen ausreichend wässert. Warum also nicht einmal versuchen? Ein Rezept zum Ausprobieren finden Sie unten.

Moderation: Michael Brunner, Redaktion: Maria Kressbach