«Früher war alles besser!»

«Früher war alles besser!» Oft hört man das von älteren Menschen.

Früher war wohl nicht alles besser, aber alles anders!
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Warum diese retrospektive Verherrlichung der alten Zeiten? Hat diese Nostalgie auch einen besonderen Zweck? Kann man auch bei seinen Wertvorstellungen flexibler werden? Ein Gespräch mit der DRS-Ratgeberpsychologin Bettina Ugolini.

Früher durfte man in Fernsehdiskussionen noch rauchen, man sonnte sich ohne grosse Angst vor Hautkrebs, am Telefon wurde man von einer Telefonistin weiterverbunden und nicht von einer unpersönlichen Computerstimme, die Kinder waren besser erzogen, die Ehen hielten länger, die Leute waren freundlicher. Wahr oder doch nur beschönigte Erinnerung?

Ein paar Ratschläge vorweg:

• Ganz grundsätzlich erst einmal anerkennen, dass es zu jeder Zeit Gutes und weniger Gutes gegeben hat und gibt.
• Schöne Dinge und Ereignisse aus der Vergangenheit mit Dankbarkeit betrachten und dann aber auch loslassen.
• Den Blick für das Schöne im Hier und Jetzt schärfen und sich fragen: Welche Werte bestimmen eigentlich mein Handeln und Denken?
• Wenn man nur zurückblickt, dann nimmt man das Gute im Heute möglicherweise nicht wahr.

Moderation: Reto Scherrer, Redaktion: Christine Schulthess