Kortisonsalbe: Fluch oder Segen?

Fast nichts fürchten Patienten beim Dermatologen mehr, als das Wort «Kortison» auf dem Rezeptzettel. Doch woher kommt diese Angst und ist sie begründet? Und ist selber gekaufte Kortisonsalbe gefährlich?

Hand mit Salbentube
Bildlegende: Respekt vor Kortisonsalben ist gut, Angst ist unangebracht. Kortison kann für Patienten, die wegen ihrer Haut leiden ein Segen sein. Colourbox

Kortison ist ein Hormon, das der Körper herstellt. Es wird aber auch als Medikament eingesetzt. In Tablettenform gegen Entzündungen oder als Salbe bei Hauterkrankungen. «Früher hat man gegen alles Mögliche Kortison abgegeben. Deshalb die Angst vor Kortison», sagt Christoph Schlapbach, Professor für Dermatologie am Inselspital Bern. Ganz unbegründet sind die Bedenken hinsichtlich allfälliger Nebenwirkungen nicht, räumt er ein. Richtig angewendet ist eine Kortisonsalbe aber ein Segen für den Patienten.

Der Experte empfiehlt:

  • Immer die ärztliche Verschreibung befolgen. So anwenden, wie der Arzt es erklärt hat (welche Region, wieviel, wie lange).
  • Kortisonsalbe immer nur lokal an den vom Arzt bezeichneten Stellen verwenden.
  • Kortisonsalbe nicht jeden Tag oder nur so lange, wie die Beschwerden bestehen anwenden.
  • Kortisonsalbe niemals vorbeugend ohne ärztliche Empfehlung anwenden.
  • Auch selber gekaufte Kortisonsalbe, die man ohne Rezept in der Apotheke bekommt, nicht jeden Tag einreiben.
  • Keine Angst vor einer Verdünnung der Haut. Da müsste man grosse Mengen über lange Zeit immer am gleichen Ort einrieben.
  • Eine typische ärztliche Empfehlung lautet: In der ersten Woche täglich. In der zweiten Woche jeden zweiten Tag, ab der dritten Woche jeden dritten Tag, also zwei mal pro Woche.
  • Vorsicht bei der Haut rund ums Auge, im Genitalbereich und in den Hautfalten. Dort ist die Haut dünner und empfindlicher.

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Regula Zehnder