Smart Toys: Die heimlichen Spione im Kinderzimmer

Die modernen Puppen oder Kuscheltiere sind wahre Intelligenzbestien. Einige sind mit Computer, Kamera, Mikrofon und Spracherkennungsprogramm ausgestattet. So können Kinder spielend lernen. Doch bei vielen Smart Toys mit Internetverbindung lässt Datenschutz und Datensicherheit zu wünschen übrig.

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Das Problem mit der Datensicherheit:

Smart Toys nehmen Bewegungen und Aussagen auf. So können sie auf das Kind eingehen und sogar gezielt Fragen beantworten, zum Beispiel: Wie viele Länder gibt es auf der Welt? Doch die Aufnahmen werden häufig nicht einfach gelöscht, sondern gehen an den Hersteller oder sogar an Dritte, zum Beispiel an Werbefirmen. Genauso wie das Benutzerprofil, das für das Kind erstellt werden muss. Diese Firmen kennen dann persönliche Daten und Vorlieben des Kindes und seiner Familie und setzten diese gezielt ein. Aus diesem Grund hat das FBI vor zwei Jahren öffentlich vor Smart Toys gewarnt.

Das Problem mit der Datensicherheit:

Viele Smart Toys funktionieren nur, wenn sie mit dem Internet verbunden sind. Verwendet man dafür eine unsichere Bluetooth-Verbindung, kann es sein, dass sich ein Fremder im Umkreis von zehn Meter mit dem intelligenten Spielzeug verbinden, mithören oder sogar mit dem Kind sprechen kann.

Tipps zum sicheren Umgang:

Am besten kauft man für sein Kind ein Smart Toy, dass eigenständig – ohne Internetverbindung – funktioniert. Hat man bereits ein anderes Gerät zu Hause, sollte man folgende Punkte beachten:

  • Stellen Sie die Zugriffsrechte in der App, die zum Smart Toy gehört, so ein, dass nur die allernötigsten Daten weitergegeben werden.
  • Verwenden Sie beim Benutzerprofil für das Kind Fantasieangaben (falscher Name, falsche persönliche Daten), damit keine Rückschlüsse gezogen werden können.
  • Ändern Sie das werkseitig eingestellte Passwort und verwenden Sie einen starken, sicheren Code.
  • Verbinden Sie das Smart Toy mit dem Internet nur über eine sichere, passwortgeschützte W-Lan-Leitung.
  • Spielt das Kind nicht, trennen Sie die Verbindung zum Internet.
  • Prüfen Sie ausserdem, ob Kamera und Mikrofon ausgeschaltet sind, wenn das Smart Toy unbenutzt im Regal steht. Es ist nämlich nicht immer klar, wann das Spielzeug aufzeichnet.
  • Bringen Sie ihrem Kind bei, was es dem Smart Toy nicht verraten solle.
  • Setzten Sie sich mit dem Kind hin und spielen Sie mit ihm und dem intelligenten Smart Toy und achten Sie darauf, was es alles macht oder wissen will.

Ein ausführliches Faktenblatt mit weiteren Tipps und Informationen, erstellt vom Bundesministerium für Verbraucherschutz finden Sie unten.

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Maria Kressbach