Verschlucken: Ab wann wird es gefährlich?

Sprechen, essen, lachen und dann passierts: Ein Bissen nimmt den falschen Weg. Resultat: Hustenanfall. Die gut gemeinte Hilfe mit dem Klopfen auf den Rücken hilft nicht, im Gegenteil. Was also tun, damit es nicht so weit kommt?

Mann der sich verschluckt hat
Bildlegende: Auf den Rücken klopfen, wenn sich jemand verschluckt hat, ist nicht ungefährlich. Colourbox

Wir schlucken rund 2 000 Mal pro Tag. 50 Muskelgruppen sind beim Schluckvorgang beteiligt. Ein hochkomplexer Vorgang, der aber störanfällig ist. Verschlucken kann gar gefährlich sein: Es drohen Ersticken oder - bei angeschlagenen Patienten - die vielleicht bettlägrig sind, eine Lungenentzündung, wenn ein Bissen in die Lunge geht.

Tipps und Tricks gegen das Verschlucken von Alexander Zimmermann von der Schlucksprechstunde der Hals-, Nasen und Ohrenklinik am Berner Inselspital:

  • Langsam essen.
  • Nicht gleichzeitig essen und reden.
  • Stress beim Essen oder Trinken vermeiden.
  • Kleine Mengen trinken und kleine Schlucke nehmen.
  • Kleine Bissen nehmen. Gut kauen.
  • Beim Essen nach jedem Bissen das Besteck auf den Teller legen. Gut kauen und herunterschlucken. Erst dann das Besteck wieder zur Hand nehmen.
  • Aufrechte Haltung einnehmen beim Essen.
  • Verschluckt sich jemand, nicht auf den Rücken klopfen. Unter Umständen wird der Bissen nicht nach oben befördert, sondern weiter nach unten geklopft, Richtung Lunge.
  • Verschluckt sich jemand, vorneüber beugen und sanft auf die Brust klopfen, so soll der Bissen aus dem falschen Hals nach oben befördert werden.
  • Heimlich-Manöver: Helfer soll den Menschen, der sich verschluckt hat, von hinten «umarmen» und mit viel Kraft auf den Bauch drücken. Der Druck soll den falschen Bissen aus den Atemwegen befreien. Achtung, der Griff muss sitzen!

Moderation: Stefan Siegenthaler, Redaktion: Regula Zehnder