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Ein Atomkraftwerk explodiert Tschernobyl – eine Katastrophe mit Folgen

In der Nacht vom 26. April 1986 explodiert ein Reaktor im Kernkraftwerk Tschernobyl. Es ist der schwerste Atomunfall in der Geschichte der Menschheit. Was ist passiert?

Genau 40 Jahre ist es her: Radioaktive Partikel erreichen ganz Europa, auch die Schweiz. Niederschläge waschen diese Radioaktivität aus der Luft und führen zu Ablagerungen. Behörden reagieren mit Schutzmassnahmen.

Was ist passiert? Am 26. April 1986 explodiert gegen 1:23 Uhr nachts in Tschernobyl in der heutigen Ukraine ein Reaktor. Die Serie «Tschernobyl – die Katastrophe» schaut auf den Atomunfall zurück, wie es dazu kommt und wie schwerwiegend die Folgen sind.

Der Bau von Tschernobyl

Es soll ein Prestigeobjekt werden und endet in einer Nuklearkatastrophe: 1970 beginnt die Sowjetunion mit dem Bau des Atomkraftwerks Tschernobyl und der Atomstadt Prypjat im Gebiet der heutigen Ukraine.

Geisterstadt Prypjat

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Prypjat wird 1970 als moderne Wohnstadt für die Mitarbeitenden des Atomkraftwerks Tschernobyl gegründet. Die Stadt entwickelte sich rasch zu einem Vorzeigeprojekt der Sowjetunion. Rund 49'000 Menschen lebten dort. Es gab Schulen, Schwimmbäder, Kulturzentren und eigene Einkaufsmöglichkeiten. Nach der Reaktorexplosion wird die Stadt am 27. April 1986 vollständig evakuiert und liegt seither verlassen in der Sperrzone.

Dank des geheimen Superreaktors RBMK soll hier das grösste Atomkraftwerk der Welt entstehen. Auch erhofft sich die Sowjetunion dadurch enormes Wirtschaftswachstum und historischen Erfolg.

Man glaubte daran, dass die Atomkraft die Welt verändern wird.
Autor: Serhii Plakyh Historiker

Viele Menschen glauben an die Atomkraft und arbeiten stolz am riesigen Energieprojekt. «Man glaubte daran, dass die Atomkraft die Welt verändern wird», sagt der ukrainisch–US-amerikanische Historiker Serhii Plakyh rückblickend. Erste Warnungen von technischen Problemen und Störfällen werden ignoriert.

Die Nacht der Katastrophe

Was als routinemässiger Sicherheitstest beginnt, endet im ersten offenliegenden Atomreaktor der Welt. Ein Test soll zeigen, dass die Anlage auch bei einem Stromausfall problemlos weiterläuft.

Die Belegschaft koppelt die Anlage vom Sicherheitssystem ab, was ein katastrophaler Fehler ist. Der Test entgleitet. Die Leistung des Reaktors steigt, die Hitze vervielfacht sich und die atomare Kettenreaktion gerät ausser Kontrolle. Der gesamte Reaktorblock 4 im Kernkraftwerk explodiert. Eine radioaktive Teilchenwolke entweicht in die Nacht und treibt Richtung Prypjat. Die Stadt schläft und niemand bemerkt die Katastrophe.

Was wurde vertuscht?

Erst 36 Stunden nach der Katastrophe wird die verstrahlte Stadt Prypjat evakuiert. In der Stadt gilt eine Informationssperre. «Alles war sehr geheim», sagt der Atomingenieur Nikolai Steinberg. Die Bevölkerung ahnt damals noch nicht, was im ukrainischen Tschernobyl geschehen ist.

Alles war sehr geheim.
Autor: Nikolai Steinberg Atomingenieur

18 Tage nach der Katastrophe richtet sich der damalige Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, erstmals an das Volk. Die Welt fordert Aufklärung über den Unfall in Tschernobyl. Zuerst wird das Kraftwerkspersonal zum Sündenbock der Katastrophe.

Erst 4 Jahre nach dem Unfall erfährt die Öffentlichkeit, dass der RBMK-Reaktor aufgrund seiner Konstruktion tödlich wurde. Die Aufarbeitung in Zeiten des Zusammenbruchs der Sowjetunion gestaltet sich schwierig. Die Reaktorkatastrophe wird für viele Menschen zum Symbol für die Verschleierungstaktik der sowjetischen Führung.

Die vierteilige Serie «Tschernobyl – Die Katastrophe» zeigt, wie es 1986 zum Reaktorunglück kommt und welche offenen Fragen bis heute bestehen.

Informationen für Lehrpersonen

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Die Schülerinnen und Schüler …

  • NT.1.1 ...können Wege zur Gewinnung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse beschreiben und deren kulturelle Bedeutung reflektieren.
  • NT.4.2.c ... können verschiedene Möglichkeiten der Speicherung und Bereitstellung elektrischer Energie benennen und beschreiben (z.B. Batterie, Schwungrad, Dynamo, Generatoren in Energiewerken).
  • NT.9.3 ... können Einflüsse des Menschen auf regionale Ökosysteme erkennen und einschätzen.
  • RZG.6.3 ... können ausgewählte Phänomene der Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts analysieren und deren Relevanz für heute erklären.

Stufe: Sek I/ Sek II

Fächer: NT, RZG, Chemie, Geschichte, Physik

Stichwörter: Tschernobyl, Katastrophe, Sowjetunion, Radioaktivität, RBMK-Reaktor, Kettenreaktion, Prypjat, Sperrzone, Technik, Europa

Produktion: LOOKSfilm

VOD: 28.02.2029

25.4.26, 11:50, SRF 1 ; 

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