Die EU will bis 2050 klimaneutral werden. Dafür braucht es erneuerbare Energien, Elektroautos und neue Infrastruktur. All das benötigt Rohstoffe wie Kobalt, Lithium oder Seltene Erden.
Alle hier sind frustriert, dass diese Ausländer kommen und mehr Macht haben als wir. Sie machen die Regeln und wir müssen folgen.
Viele dieser Rohstoffe kommen aus Afrika. Deshalb rückt der afrikanische Kontinent immer stärker in den Fokus internationaler Politik und Wirtschaft. China ist dort seit Jahren sehr präsent. Nun versucht auch Europa, seinen Einfluss zu sichern. Dabei stellt sich die Frage: Unter welchen Bedingungen werden die Rohstoffe gefördert? Und sind diese Bedingungen fair? Patricia Kashala arbeitet bei einer kongolesischen Umweltorganisation. Sie sagt: «Alle hier sind frustriert, dass diese Ausländer kommen und mehr Macht haben als wir. Sie machen die Regeln und wir müssen folgen.»
«Der Kolonialismus lebt weiter»
Die EU betont, anders als China zu handeln. Sie spricht von langfristigen Partnerschaften und besseren Arbeitsbedingungen. Trotzdem: In vielen afrikanischen Ländern gibt es Skepsis gegenüber Europa. Die Erinnerung an den Kolonialismus ist noch präsent. Kritikerinnen und Kritiker sehen Parallelen zu früheren Formen der Ausbeutung, bei denen lokale Interessen kaum zählten. «Der Kolonialismus lebt weiter – in der heutigen Geopolitik und in der Ausbeutung von Rohstoffen», so der nigerianische Umweltschützer und Dichter Nnimmo Bassey.
Wer dominiert den Rohstoffmarkt in Afrika?
In der Demokratischen Republik Kongo wird Kobalt unter gefährlichen Bedingungen abgebaut. Kobalt braucht es zum Beispiel in der Herstellung von Laptops oder Smartphones. Das Material gelangt teilweise illegal auf den Weltmarkt. Der Staat und die Minenarbeitenden profitieren kaum davon. In Namibia ist ein grosses Projekt für grünen Wasserstoff geplant. Mit moderner Technik soll erneuerbare Energie für den Export entstehen. Umweltorganisationen warnen jedoch, dass dafür Teile eines Nationalparks genutzt werden könnten. Auch im Nigerdelta in Nigeria gibt es Konflikte. Die Region ist stark durch Ölverschmutzung belastet. Seit dem Krieg in der Ukraine engagieren sich europäische Firmen dort wieder stärker. Sie investieren in Erdgasprojekte.
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Bild 1 von 4. Bergwerk in der Demokratischen Republik Kongo. Bildquelle: Streetsfilm.
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Bild 2 von 4. Luftverschmutzung im Niger-Delta. Das Niger-Delta liegt im Süden von Nigeria. Es ist eine der wichtigsten Erdölregionen Afrikas und zugleich ein Gebiet mit vielen Flüssen, Mangrovenwäldern und Millionen von Menschen, die dort leben. Bildquelle: streetsfilm.
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Bild 3 von 4. «Gas Flare» im Niger-Delta. «Gas Flaring» passiert oft bei der Erdölförderung, wenn Erdgas zusammen mit dem Öl aus dem Boden kommt, aber nicht genutzt wird. Stattdessen wird es direkt in die Luft verbrannt. Bildquelle: streetsfilm.
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Bild 4 von 4. Solaranlage in Namibia. Namibia hat eine sehr hohe Sonneneinstrahlung und viel Fläche mit Wüsten und Savannen. Bildquelle: streetsfilm.
Die Dokumentation «Operation Afrika» regt zum Nachdenken über globale Abhängigkeiten, Nachhaltigkeit und Verantwortung an. Sie zeigt: Die Energiewende hat weltweite soziale und politische Folgen.