Von den Kanarischen Inseln über Italien bis nach Island: In Europa schlummern Vulkane, die wieder ausbrechen können. Zum Beispiel in Süditalien stehen mit Vesuv und den Phlegräischen Feldern zwei der gefährlichsten Vulkane Europas unter ständiger Beobachtung – beide liegen in unmittelbarer Nähe der Metropolregion Neapel. Weiter südlich ist der Ätna auf Sizilien ein Symbol für kontinuierlichen Vulkanismus. Island schliesslich befindet sich an der Nahtstelle zweier tektonischer Platten und zählt zu den aktivsten vulkanischen Regionen weltweit. Und sogar in Deutschland zeigen Bodenhebungen, dass auch der dortige Vulkanismus keineswegs abgeschlossen ist.
«Der Vulkan schläft, aber er ist nicht erloschen»
Das Wandergebiet Eifel in Deutschland wirkt friedlich, doch unterhalb der Oberfläche schlummert ein vulkanisches System. Der Laacher See ist ein Kratersee, entstanden vor rund 13'000 Jahren. Die damalige Eruption trägt Asche bis Skandinavien und hat Einfluss auf das Klima der Nordhalbkugel.
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Bild 1 von 7. Der Ausbruch des Vulkan-Systems Eyjafjallajökull 2010 in Island. Bildquelle: Olivier Lacaze / RMC Films.
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Bild 2 von 7. Ein Vulkanausbruch auf der kanarischen Insel La Palma hinterlässt 2021 ein Meer aus Asche. Bildquelle: Olivier Lacaze / RMC Films.
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Bild 3 von 7. Der aktive Vulkan Vesuv befindet sich 9 Kilometer von Neapel entfernt. Bildquelle: Olivier Lacaze / RMC Films.
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Bild 4 von 7. Die Phlegräischen Felder werden als Supervulkan eingestuft. Das Gebiet dehnt sich am Golf von Neapel über ein Gebiet von mehr als 200 km² aus. Bildquelle: Olivier Lacaze / RMC Films.
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Bild 5 von 7. Der Laacher See im Eifelgebirge ist ein Kratersee. Bildquelle: Olivier Lacaze / RMC Films.
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Bild 6 von 7. Weil das Gebiet sich erhöht, vermuten Forschende Magma kilometertief unter dem Laacher See, wie eine Simulation zeigt. Bildquelle: Olivier Lacaze / RMC Films.
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Bild 7 von 7. Viele Gebiete mit schlummernden Vulkanen sind dicht besiedelt. Bildquelle: Olivier Lacaze / RMC Films.
Messungen zeigen, dass der Boden sich wieder hebt. Dies ist ein Hinweis auf Magma in der Tiefe. Ein neuer Ausbruch wäre eine Katastrophe für den dicht besiedelten Raum zwischen Deutschland, Belgien und Luxemburg. Der Geologe Corné Kreemer warnt: «Der Vulkan schläft, aber er ist nicht erloschen.»
Wie sicher ist Europa?
Europas Vulkane sind alles andere als erloschen. Viele liegen in stark besiedelten Gegenden, sodass Risikoanalyse, Überwachung und Krisenvorsorge entscheidend sind.
In Europa sind wir nicht sicherer vor gefährlichen Ausbrüchen als woanders auf der Welt.
Die Herausforderung bleibt, Warnsignale frühzeitig zu erkennen – bevor ein schlafender Riese erwacht. «In Europa sind wir nicht sicherer vor gefährlichen Ausbrüchen als woanders auf der Welt», sagt der Geologe François-Dominique De Larouzière. Das Überwachen der ruhenden Vulkane ist entscheidend. GPS-Daten, Messungen und Gasanalysen liefern Hinweise, können aber nicht mit Sicherheit voraussagen, ob und wann ein Vulkan ausbricht.
Die Dokumentation «Europas Vulkane» gibt einen Überblick über die Aktivität der Massive auf unserem Kontinent.