Grönland ist die grösste Insel der Welt. Rund 80 Prozent ihrer Fläche sind von einer Eisschicht bedeckt. Doch das Eis schmilzt durch die Klimaerwärmung und das hat weitreichenden Folgen: Je mehr Eis schmilzt, desto grösser ist das Begehren von aussen. Auch die strategische Lage zwischen Nordamerika, Europa und Russland gewinnt an Bedeutung. Denn der Arktische Ozean ist zunehmend für die Schifffahrt passierbar. Gleichzeitig rücken die reichen Bodenschätze im Untergrund der Insel immer stärker in den Fokus geopolitischer Interessen. Wie geht es den Menschen in Grönlands dabei?
Wir wollen keine Dänen oder Amerikaner sein, sondern Grönländer
Viele Menschen auf der Insel fühlen sich durch die Debatten über ihre Zukunft übergangen. Zwar ist Grönland seit 1979 weitgehend autonom, gehört aber nach wie vor zum Königreich Dänemark. Der Wunsch nach vollständiger Unabhängigkeit ist gross: Rund 80 Prozent der Bevölkerung befürworten sie. Svend Hardenberg arbeitet bei Greenland Minerals und ist für die Entschärfung des politischen und finanziellen Konflikts mit der Regierung verantwortlich. Er sagt: «Wir wollen keine Dänen oder Amerikaner sein, sondern Grönländer.»
«Eldorado der Ressourcen»
Das Volk strebt nach Unabhängigkeit und ist zugleich gefangen im Machtkampf der Grossmächte. Die verfolgen ihre eigenen Interessen – ob wirtschaftlicher, militärischer, politischer oder ökologischer Natur. «Vielleicht sind wir ein Eldorado der Ressourcen, aber über deren Nutzung entscheiden wir selbst.», so Naaja Nathanielsen, Politikerin in Grönland. Der Untergrund Grönlands birgt jede Menge Gold, Öl, Gas und Mineralien, die für die Wirtschaft unverzichtbar sind. Doch der mögliche Abbau ist umstritten. Proteste gegen ein uranhaltiges Bergbauprojekt führten bereits zu einem Abbauverbot.
Warum Grönland militärisch wichtig ist
Grönland spielt seit dem Zweiten Weltkrieg auch militärisch eine wichtige Rolle. Die Insel dient damals als Zwischenstation für US‑Flugzeuge auf dem Weg nach Grossbritannien und Wetterstationen liefern entscheidende Daten für die Planung militärischer Einsätze in Europa. Im Kalten Krieg wächst die Bedeutung Grönlands weiter, da die kürzeste Flugroute zwischen den USA und der Sowjetunion über die Arktis führt. Mit der Air Base Pituffik wird Grönland Teil des amerikanischen Raketenabwehr‑ und Überwachungssystems.
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Bild 1 von 4. Mit rund 2 Millionen Quadratkilometern Fläche und nur etwa 57’000 Einwohnern gehört Grönland zu den am dünnsten besiedelten Gebieten der Welt. Bildquelle: TEMPS NOIR.
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Bild 2 von 4. Das Meereis in der Arktis schrumpft stark. Früher konnten hier nur Eisbrecher fahren, künftig könnten eisfreie Sommer Schiffe und Militär anziehen. Bildquelle: TEMPS NOIR.
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Bild 3 von 4. Die Fischerei ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweig Grönlands und sichert vielen Menschen Einkommen und Lebensgrundlage. Bildquelle: TEMPS NOIR.
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Bild 4 von 4. Viele Grönländerinnen und Grönländer gehen auf die Strassen und zeigen, dass ihr Land nicht zum Verkauf steht. Bildquelle: TEMPS NOIR.
Aktuell rückt die strategische Rolle erneut in den Fokus Die US-Regierung äussert öffentlich Interesse an Grönland und begründet dieses mit Sicherheitsaspekten: «Wir brauchen Grönland unbedingt für die internationale Sicherheit.»
Die Dokumentation «Grönland – Der neue Rohstoffrausch» zeigt, warum das internationale Interesse an der Insel so gross ist.