Mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Ozeanen bedeckt. Der grösste Teil des Meeresbodens ist dabei kaum erforscht.
Noch heute ist es so, dass aus dem Meer die Hälfte des Sauerstoffs kommt, den wir atmen
Bereits die obersten Schichten der Ozeane sind entscheidend für das Leben auf der Erde: In der Sonnenlichtzone produzieren Algen und Phytoplankton Sauerstoff und binden Kohlendioxid. Die Ozeane übernehmen somit eine zentrale Rolle im globalen Klimasystem. «Noch heute ist es so, dass aus dem Meer die Hälfte des Sauerstoffs kommt, den wir atmen.», sagt die Meeresbiologin Antje Boetius.
Unter dieser obersten Schicht beginnt ein noch weitgehend unerforschter Lebensraum: Die Tiefsee.
Leben unter extremen Bedingungen
Mit zunehmender Tiefe verändern sich die Lebensbedingungen drastisch: Licht verschwindet, der Druck steigt und die Temperaturen sinken. Dennoch existieren dort viele verschiedene Lebensformen, wie Anglerfische, biolumineszente Organismen oder uralte Grönlandhaie. Viele dieser Arten haben sich über Millionen Jahre an extreme Bedingungen angepasst.
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Bild 1 von 4. Reise in die Dunkelheit: Wie funktioniert Tiefsee-Forschung? Bildquelle: Men@Work Media Services S.R.L. & Film Produktion Stein / WDR.
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Bild 2 von 4. Der Ozean ist die Sauerstoff-Fabrik der Erde . Bildquelle: Men@Work Media Services S.R.L. & Film Produktion Stein / WDR.
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Bild 3 von 4. Müllkippe Meer: Wie Menschen das Ökosystem empfindlich stören. Sogenannte Liquidatoren messen die Strahlung auch auf den Feldern, 1986. Bildquelle: Men@Work Media Services S.R.L. & Film Produktion Stein / WDR.
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Bild 4 von 4. Grönlandhaie werden bis zu 500 Jahre alt. Was ist ihr Geheimnis? Bildquelle: Men@Work Media Services S.R.L. & Film Produktion Stein / WDR.
Für die Forschung ist die Tiefsee von grossem Interesse: Wie schaffen es beispielsweise Grönlandhaie, ohne Alterskrankheiten bis zu 500 Jahre alt zu werden? Die biochemischen Eigenschaften dieser Organismen könnten Informationen für die Medizin liefern.
Empfindliche Ökosysteme
Der Mensch dringt immer mehr auch in die Tiefsee vor. Industrielle Fischerei, Rohstoffabbau und Umweltverschmutzung greifen zunehmend in empfindliche Ökosysteme ein.
Das Leben in der Tiefsee verläuft in Zeitlupe. Was wir heute entnehmen, wird oft erst in Jahrhunderten ersetzt
Besonders problematisch ist die langsame Regeneration dieser Lebensräume. Der Meeresbiologe Rainer Froese beschreibt es so: «Das Leben in der Tiefsee verläuft in Zeitlupe. Was wir heute entnehmen, wird oft erst in Jahrhunderten ersetzt.»
Warum fasziniert uns die Tiefsee?
Die Serie «Faszination Tiefsee» zeigt in 13 Folgen, wo die Forschung heute steht. Was wissen wir über diesen noch weitgehend unbekannten Lebensraum? Welches Bild haben Menschen sich früher über die Tiefsee gemacht, welche Urängste und Mythen sind damit verbunden und wie kann das Wissen aus dieser Tiefe der Forschung helfen?
Die Folgen verbinden Wissenschaft, Psychologie, Kulturgeschichte und Zukunftsfragen und fragen: Wie ist das Verhältnis von uns Menschen zum Unbekannten?