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«WG der Religionen» Thomas – Atheist und Freidenker

Thomas (23) hat sich gegen einen Glauben entschieden. Er glaubt an keinen Gott. Für ihn ist Gott eine unvernünftige Hypothese. Im TV-Experiment «WG der Religionen» vertritt er den Atheismus.

Legende: Video Porträt von Thomas – Atheist und Freidenker abspielen. Laufzeit 01:05 Minuten.
Aus WG der Religionen vom 06.12.2018.

Thomas wurde im St. Galler Rheintal geboren. Mit seinen drei Brüdern ist er christlich reformiert aufgewachsen. Die Religion spielt zu Hause keine grosse Rolle. Mit 16 Jahren liess er sich konfirmieren.

Später wird sein grosses Thema die klare Trennung von Religion und Staat. Er studiert Politologie und Jura in Zürich und engagiert sich bei den Freidenkern – einem Verein von Skeptikern und Humanisten.

Ein konfirmierter Agnostiker

Nach seiner Konfirmation begann sich Thomas sehr stark mit anderen Religionen zu befassen, insbesondere mit dem Islam. Es gab einige Punkte, die ihn störten und die er kritisierte. Dabei merkte er jedoch, dass es irrational ist, eine Religion zu kritisieren.

Dieselben Phänomene und Dinge, die er kritisiert hatte, kommen auch bei anderen monotheistischen Religionen vor. Um rational argumentieren zu können, distanzierte er sich von allen Religionen und wurde Agnostiker.

Vom Agnostiker zum Atheisten

Daraufhin beschäftigte er sich stark mit Religionskritik. Massgeblich prägte ihn Richard Dawkins, Michael Schmidt-Salomon und Philipp Möller.

Jeder Mensch wird ohne eine Weltanschauungsansicht geboren. Diese prägt sich erst mit der Zeit aus vielen verschiedenen sozialen Einflüssen.
Autor: ThomasAtheist

So wurde er in relativer kurzer Zeit vom Agnostiker zum Atheisten. In seinem Atheismus durchlebte er mehrere Phasen.

In Thomas machte sich die Erkenntnis breit, dass der Staat neutral sein soll bei diesem Thema: laizistisch, weil jede Religion willkürlich und eine Präferierung von gewissen Religionen eine subjekitive Bevorzugung durch den Staat sei.

Atheismus als Verneinung des Theismus

Thomas definiert seinen Atheismus zum einen als Verneinung des Theismus, als den Nicht-Glauben an einen Gott. Zum anderen sei es eine wichtige Komponente eines schlüssigen Weltbildes, welches sich gesamthaft als Humanismus bezeichnen liesse.

«WG der Religionen»

Ein Christ, eine Muslimin, ein Jude, eine Buddhistin und ein Atheist erproben das interreligiöse Zusammenleben.

4 Folgen jeweils donnerstags. Ab 29.11.2018, 21:05 Uhr, SRF 1 und nach Ausstrahlung bei Play SRF.

Humanismus stellt, nach Thomas' Auslegung, den Mensch, alle fühlenden Lebewesen und die Umwelt ins Zentrum des Denkens. Auf einer weltlichen Ebene gehe es um eine faire, gerechte und rationale Gesellschaft.

Es gehe aber auch um die bewusste Distanzierung vom Glauben, vom Prinzip des Ausgehens von Dingen ohne objektive Fakten.

Ablehnung gegen religiöse Institutionen

Atheismus ist für Thomas das bewusste Ablehnen von organisiertem Glauben, von Religion und den Nebenwirkungen, die Religion haben kann, unter anderem Patriarchismus, Sexismus, Homophobie, verkappte Sexualmoral und Wissenschaftsskepsis. Thomas bezeichnet sich als aktiven Atheisten.

Er trägt die Überzeugung nicht nur in sich, sondern trägt sie auch aktiv nach aussen und vertritt sie.

Spannendes Experiment

Thomas fand das TV-Experiment sehr spannend. Er lernte nicht nur die Religionen, sondern auch die Menschen dahinter besser kennen. Er gewann neue Freunde und bekam seine Mitbewohner richtig gerne.

Thomas wollte herausfinden, warum es Menschen gibt, welche an eine Hypothese glauben und ihr Leben bis zu einem gewissen Grad davon bestimmen lassen. Das könne er auf einer rationalen Ebene nicht nachvollziehen.

Warum gibt der Glauben Halt?

Zwei Dinge haben sich für ihn aus diesem Experiment herauskristallisiert. Zum einen, dass er auf einer rationalen Ebene nicht nachvollziehen kann, wie man an einen Gott glauben kann, ohne wissenschaftliche Evidenz zu haben.

Trotzdem kann Thomas auf einer menschlichen Ebene besser nachvollziehen, warum Menschen einen Glauben haben können und warum dieser Glauben ihnen Halt gibt.

Vor allem erschloss sich ihm, dass man intellektuelle Diskussionen haben kann, ob es einen Gott gibt. Die wichtigere Diskussion für ihn ist jedoch, wie Menschen mit verschiedenen Weltanschauungsansichten in Frieden und Toleranz in einem gemeinsamen Staat leben können.