Ein Blick in drei ganz unterschiedliche Gärten, die viel über ihre Besitzerinnen und Besitzer erzählen: Sie alle eint die Liebe zur Natur, die Faszination für Pflanzen und die enge Verbindung zur Erde. Und eines wird schnell klar: Sie verbringen sehr viel Zeit in ihren Gärten.
Susanne Loosers englischer Garten
In den 1970er-Jahren legte Susanne Loosers Mutter in Windisch (AG) einen klassischen Cottage Garden an – geprägt von einer naturnahen Gestaltung, üppiger Bepflanzung und kleinen Wasserstellen. Nach dem Tod der Mutter übernahm Susanne Looser dieses besondere Erbe. Immer wieder stellt sie sich dabei die Frage: Was soll bewahrt werden, und wo darf sich der Garten verändern?
-
Bild 1 von 9. Der Bölsterli-Garten wurde von Susanne Loosers Mutter, Gertrud Bölsterli, angelegt. Bildquelle: SRF.
-
Bild 2 von 9. Seit sie den Garten übernommen hat, erledigt Susanne rund 90 Prozent der Arbeit selbst – sie ist «Königin und Hofgärtnerin in einem». Bildquelle: SRF.
-
Bild 3 von 9. Da der Garten lang und schmal ist, versucht Susanne, ihn optisch aufzubrechen, indem sie sogenannte Gartenräume schafft. Bildquelle: SRF.
-
Bild 4 von 9. Im so geannnten «Raum Vielfalt» gibt es auch einen Brunnen – ein wichtiges Element eines englischen Gartens. Bildquelle: SRF.
-
Bild 5 von 9. Der «blaue Fluss» ist ein Weg in ihrem Garten, der nach Farben konzipiert ist. Bildquelle: SRF.
-
Bild 6 von 9. Susannes Dahlien. Bildquelle: SRF.
-
Bild 7 von 9. Susannes Devise lautet: füllen. In ihrem Obstgarten wachsen mehrere Kürbisse und Zucchetti, sodass keine Lücken entstehen. Bildquelle: SRF.
-
Bild 8 von 9. Auch eine Sammlung verschiedener Gurkensorten gehört zu diesem Bereich. Bildquelle: SRF.
-
Bild 9 von 9. Unter den grösseren Bäumen findet Susanne an heissen Tagen Schatten. Am Boden wachsen dort unter anderem Farne. Bildquelle: SRF.
Susanne ist dankbar für das Erbe. Der Garten bedeutet für sie Freiheit – «aber keine grenzenlose, denn er fordert auch etwas: Es ist ein Geben und Nehmen.» Sie möchte nicht zur «Sklavin des Gartens» werden und geht deshalb gelassen damit um, wenn Bekannte bemerken, er wirke heute etwas wilder als früher.
Gabriel Hess und die alten Sorten
Im bernischen Oberaargau, zwischen Oeschenbach und Ursenbach, liegt Weiler Hofen. Hinter dem Elternhaus pflegt der 22-jährige Gabriel Hess seinen Garten. Er hat sich auf alte und seltene Sorten spezialisiert, die er unter anderem für die Stiftung ProSpecieRara vermehrt.
-
Bild 1 von 12. Gabriels Garten ist ein wichtiger Bestandteil des Konzepts der Stiftung ProSpecieRara – sie ist darauf angewiesen, dass Gärtnerinnen und Gärtner Saatgut vermehren. Bildquelle: SRF.
-
Bild 2 von 12. Gabriel hat sein Hobby zum Beruf gemacht und seine Lehre zum Zierpflanzengärtner abgeschlossen. Bildquelle: SRF.
-
Bild 3 von 12. Zwischen den Stangenbohnen ... Bildquelle: SRF.
-
Bild 4 von 12. ... und der südamerikanischen Tomatillo prüft Gabriel genau, welche die gewünschten Eigenschaften aufweisen. Bildquelle: SRF.
-
Bild 5 von 12. Das bedeutet auch, dass er alles konsequent beschriften muss – «sonst gibt es ein Chaos». Bildquelle: SRF.
-
Bild 6 von 12. Die Tomaten in seinem Garten sind selten rot, sie kommen auch in gelben, grünen oder fast schwarzen Variationen vor. Bildquelle: SRF.
-
Bild 7 von 12. Auch Blumensorten vermehrt der 22-Jährige in seinem Garten. Bildquelle: SRF.
-
Bild 8 von 12. Die alte Kefensorte «Born» lässt er stehen, bis sie blüht und braun wird – oft notwendig, da sich die Samen erst dann ernten lassen. Bildquelle: SRF.
-
Bild 9 von 12. Teilweise erhält Gabriel Briefe mit der Aufschrift «letztes Saatgut». Ob eine Sorte erhalten bleibt, liegt dann in seiner Hand. Bildquelle: SRF.
-
Bild 10 von 12. Ein weiteres Projekt von Gabriel ist seine Pelargonien-Sammlung. Bildquelle: SRF.
-
Bild 11 von 12. Dazu gehört beispielsweise diese rosenknospenartige Pelargonie. Bildquelle: SRF.
-
Bild 12 von 12. Um Schnecken von seinen Pflanzen fernzuhalten, setzt Gabriel Laufenten ein. Bildquelle: SRF.
Gabriels Credo lautet: «Die Vielfalt erhalten und erweitern.» Alte Sorten seien zwar oft robust und widerstandsfähig, hätten jedoch teilweise auch unerwünschte Eigenschaften. Deshalb hält er es für legitim, durch Züchtung Verbesserungen anzustreben.
Noldi und Hampis farbenreicher Garten
Viel Verschiedenes auf kleiner Fläche – das ist der Garten von Hanspeter Burkhard und Arnold Wiesmann. Etwa 1000 Pflanzensorten beherbergen sie bei sich in Erlenbach (ZH). Pflanzensammler Hampi bringt immer wieder Neues und Exotisches in den Garten, sein Partner und Profigärtner Noldi sorgt für Ästhetik.
-
Bild 1 von 12. Seit knapp 30 Jahren gärtnern Hampi und Noldi hier und haben in dieser Zeit eine beeindruckende Pflanzenvielfalt zusammengetragen. Bildquelle: SRF.
-
Bild 2 von 12. 1980 lernten sich Noldi (links) und Hampi (rechts) auf Schloss Eugensberg über dem Untersee im Thurgau kennen. Noldi war dort Schlossgärtner. Bildquelle: SRF.
-
Bild 3 von 12. Obwohl sie die Liebe zu Pflanzen teilen, achten sie darauf, nicht gleichzeitig im Garten zu arbeiten. «Noldi ist sehr intolerant gegenüber meiner Handhabung von Werkzeugen», sagt Hampi lachend. Bildquelle: SRF.
-
Bild 4 von 12. Die Kapfuchsie aus Südafrika haben Hampi und Noldi sogar schon in ihrer natürlichen Umgebung beim Wandern in KwaZulu-Natal gesehen. Bildquelle: SRF.
-
Bild 5 von 12. Es leuchtet in ihrem Garten, hier etwa die farbintensive Montbretie. Bildquelle: SRF.
-
Bild 6 von 12. Und die Goldmarie. Bildquelle: SRF.
-
Bild 7 von 12. Noldi hat es aufgegeben, den Garten nach Farben zu ordnen – er soll bewusst bunt und vielfältig sein. Bildquelle: SRF.
-
Bild 8 von 12. Der Magnolienbaum kam einst als kleiner Setzling durch einen Tausch in ihren Garten. Dass er einmal so gross werden würde, hätten sie nicht erwartet. Bildquelle: SRF.
-
Bild 9 von 12. Hampi hat die Blüten der Magnolie vermessen – die grösste erreichte einen Durchmesser von 40 Zentimetern. Bildquelle: SRF.
-
Bild 10 von 12. Hampi hat sich auch ein Biotop angelegt. Bildquelle: SRF.
-
Bild 11 von 12. Dort versucht er, Tiere und Insekten aus der Umgebung anzulocken, indem er ihnen Lebensraum zur Vermehrung bietet. Bildquelle: SRF.
-
Bild 12 von 12. Auch die Seerose gedeiht hier prächtig. Bildquelle: SRF.
Inspiration holen sich Hampi und Noldi auf Reisen – und genau das spiegelt sich in ihrem Garten wider. Gleichzeitig ist ihnen wichtig, dass ihr Garten einen ökologischen Nutzen hat: als vielfältige Insel inmitten des Siedlungsgebiet. Entsprechend hat die Natur stets Vorrang – im Herbst bleibt vieles stehen, auch wenn es nicht mehr perfekt aussieht.