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Eishockey hat in China einen schweren Stand (Radio SRF 1, Abendbulletin, 7.10.2021, 18:45 Uhr)
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Eishockey-Turnier ohne China? «Eine Kanterniederlage wäre ein Gesichtsverlust»

Derzeit laufen Diskussionen, ob Chinas Eishockey-Nationalteam von den Heim-Winterspielen ausgeschlossen wird. Zu den Gründen.

Ende September war bekannt geworden, dass der Weltverband IIHF in Erwägung zieht, das Olympische Eishockey-Turnier ohne den Gastgeber China durchzuführen. Dies, obwohl die Chinesen für die Winterspiele im Februar 2022 eigentlich gesetzt wären. Der Grund: das schwache sportliche Niveau.

«Eishockey ist in China nach wie vor eine Nischensportart – trotz massiven Investitionen von der Regierung hat sich das nicht geändert», sagt Martin Aldrovandi, China-Korrespondent von SRF.

Was schwierig aufzuholen ist, ist die Kultur des Spiels.
Autor: Markus Graf

Markus Graf erklärt, dass im technischen Bereich mit viel Fleiss und Disziplin vieles möglich ist. Das Problem ist ein anderes, wie der Ausbildungschef bei Swiss Ice Hockey erklärt: «Was schwierig aufzuholen ist, ist die Kultur des Spiels – das Spielverständnis, die Kreativität, das Spiel lesen.» Da brauche es Jahre, um das hohe Niveau zu erreichen.

Hochkarätige Gegner für die Nummer 32 der Welt

China belegt aktuell in der Weltrangliste Position 32 – und liegt damit in der Region von Spanien, Australien oder Israel. Die Gegner in der Gruppe A im kommenden Februar heissen aber USA (Nr. 4), Kanada (Nr. 1) und Deutschland (Nr. 5).

Kanterniederlagen scheinen da vorprogrammiert. Und das sei in China, wo der Nationalstolz nicht klein ist, ein Problem, wie Aldrovandi sagt: «Wenn die chinesische Mannschaft haushoch gegen die USA oder Kanada verlieren würde, wäre das peinlich, das wäre ein Gesichtsverlust.»

Der China-Kenner geht gar so weit zu sagen, dass ein Ausschluss vom Olympia-Turnier vielleicht das kleinere Übel wäre. Bis Ende Oktober will die IIHF entscheiden, ob der Gastgeber an den Winterspielen auflaufen darf oder nicht.

Radio SRF 1, Abendbulletin, 7.10.2021, 18:45 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Thom Pfister  (pizgloria)
    Es wird ja von den Sportverbänden immer gebetsmühlenartig argumentiert, dass Politik im Sport nichts verloren hat. Der IIHF und das olympische Komitee dürfen sich also darüber eigentlich gar nicht erst Gedanken machen, China von der Teilnahme „zu befreien“, da dies eindeutig politisch motiviert wäre.
  • Kommentar von Markus Küng  (OFreak59)
    Vermutlich hat China den IIHF darum gebeten, sie vom Olympischen Eishockey-Turnier auszuschliessen, um der Schmach zu entgehen. Trotzdem würde China entsprechend empört auf einen Ausschluss reagieren. Der IIHF sollte China spielen lassen, damit dieser Irrsinn der „Vergabe“ (vielleicht besser von China käuflich erworben) der Winterspiele nach Peking zu einem gebührenden Abschluss kommt.
  • Kommentar von Paul Wagner  (päule)
    Ich hoffe schwer, dass China dabei ist und nicht "die Gelegenheit bekommt", auszusteigen. Verlieren gehört zum Sport dazu - das sollte jeder Athlet, jeder Fan und jeder Funktionär verstehen und respektieren.
    Der Glaube, besser zu sein als alle Anderen bzw. besser sein zu MÜSSEN, ist gefährlich. Ein Staat, der diese Haltung ideologisch schürt, trägt zu Konflikten bei - egal welcher Staat, es gibt auch im Westen genug Beispiele.
    Das hier ist eine Chance für China und sein Selbstverständnis.