Stillstand? Nicht beim SCB

Der Meister lässt die alte Garde ziehen, um einer neuen Generation Platz zu machen. Seine (mit Abstrichen) bärenstarke Sommerform lässt die Konkurrenz schon Ungutes erahnen.

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Bildlegende: Meisterreihe Der SCB (vorne Alain Berger) strebt den dritten Titel in Folge an. EQ Images

  • Kari Jalonen könnte der erste NLA-Coach seit Klotens Conny Evensson 1994 werden, der zwei Titel in Folge holt.
  • Altmeister Martin Plüss (40) hat den Klub nach neun Jahren verlassen.
  • Mika Pyörälä (Fi) und Mason Raymond (Ka) heissen die neuen Ausländer.

Was macht man mit einem Erfolgsprodukt? Es verändern. «Stillstand ist Rückschritt», scheint das Motto des SC Bern zu heissen. Das gilt für den Geschäftsbereich, wo der Klub auch dank Erweiterung seiner Gastroabteilung zuletzt gegen 60 Millionen Franken umsetzte. Zum 17. Mal in Folge schlossen die Berner mit schwarzen Zahlen ab.

Haas, der neue Spielmacher

Das gilt vor allem auch für die Sportabteilung: 2016 kam trotz Meistertitel mit dem Finnen Kari Jalonen ein neuer Trainer. Dieses Mal gibt's den Umbruch im Kader: Nach neun Jahren konnten sich die Berner mit Captain Martin Plüss nicht mehr auf einen neuen Vertrag einigen. Die Zukunft des 40-Jährigen ist nach wie vor offen.

«  Wir erwarten nicht, dass nun einer allein in die Fussstapfen von Plüss tritt. Aber es hat Raum zur Entwicklung. »

Alex Châtelain
SCB-Sportchef

Knackpunkt in den Diskussionen mit Plüss war offenbar dessen Rolle als führender Mittelstürmer. Denn der SCB will mit Gaëtan Haas, der aus Biel dazustiess, einen neuen starken Mann auf dieser Position aufbauen. Und ihm dementsprechend Eiszeit gewähren. Für Plüss aber sollte die Leistung zählen, nicht die Perspektiven.

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Bildlegende: Treppenfitness Simon Moser geht neu als Captain voran. Keystone

Die Team-Hierarchie verändert sich auch dadurch, dass mit Marc Reichert (37) und David Jobin (35) zwei Routiniers zurückgetreten sind. «Wir erwarten nicht, dass nun einer allein in die Fussstapfen von Plüss tritt», sagt Sportchef Alex Châtelain. «Aber es hat Raum zur Entwicklung.» Als neuer Captain wurde Simon Moser benannt.

Finne à la Plüss

Bei den Ausländern soll neu Mason Raymond, ein Flügelstürmer mit 600 NHL-Einsätzen, für wichtige Tore sorgen. Der Finne Mika Pyörälä gilt derweil als Center à la Plüss – hinten verlässlich, vorne gefährlich.

Die Sommerform lässt sich, abgesehen vom Abstecher nach Nottingham, bereits sehen: Goalie Leonardo Genoni feierte 3 Shutout-Siege, zwei davon gegen die Topteams ZSC Lions und Turku. Das sind gute Vorzeichen. Eines soll schliesslich trotz Wandel gleich bleiben: Dass im Frühling eine Meisterparade fällig wird.

Sendebezug: SRF zwei, sportpanorama, 03.09.2017, 18:30 Uhr