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Archiv: U20-Nati verliert das kapitale Spiel gegen Deutschland
Aus Sport-Clip vom 31.12.2020.
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Nach WM-Debakel der U20-Nati Bayer: «Wir müssen uns hinterfragen»

Nach den ernüchternden Auftritten und dem vorzeitigen Out der Schweiz an der U20-WM in Edmonton zieht der Coach Bilanz.

Das Verpassen der Viertelfinals ist umso bitterer, weil die Schweizer U20-Nati mit der Slowakei (0:1) und Deutschland (4:5) auf 2 Gegner traf, die in Reichweite lagen. «Das Startspiel (gegen die Slowakei) haben wir verhauen, in den nächsten beiden Partien (gegen Kanada und Finnland) konnten wir nicht gross zulegen, gegen Deutschland kam die Reaktion zu spät», sagte Trainer Marco Bayer gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Wir hätten uns mehr zutrauen müssen.
Autor: Marco BayerTrainer U20-Nati

«Wir wussten von Anfang an, dass wir nicht die talentierteste Mannschaft haben», so Bayer weiter. Umso wichtiger wären die vorgesehenen Testspiele gegen die USA und Schweden gewesen, stattdessen trafen die Schweizer vor der WM einzig auf Aufsteiger Österreich (3:2). «Diese 2 Partien fehlten uns. Sie hätten diesem Team extrem gutgetan, damit die Spieler erfahren, was sie erwartet. Das soll aber keine Ausrede sein. Wir hätten uns mehr zutrauen müssen.»

Niveau in Juniorenligen ein Problem

Man müsse nun aufzeigen, in welchem Bereich man ansetzen kann, damit so etwas in den nächsten Jahren nicht noch einmal passiert. Fakt ist, dass das Niveau in den Schweizer Juniorenligen zu wenig gut ist. Die Spieler finden dort im Vergleich zu einer U20-WM deutlich mehr Raum und Zeit vor. Das wirkt sich auf internationalem Niveau negativ aus und war mit ein Grund für die offensive Harmlosigkeit.

Trainer Marco Bayer und 4 Spieler auf verfolgen das Spielgeschehen.
Legende: Erlebten in Edmonton eine Enttäuschung Marco Bayer und die Schweizer U20-Nati. Freshfocus

Eine Möglichkeit wäre für Bayer, die U20-Nati wie schon einmal in die Swiss League zu integrieren. «Tatsache ist, dass wir uns hinterfragen müssen, um wieder einen Schritt vorwärts zu machen», präzisiert der Trainer. «Schlechte Zeiten sind immer eine Chance, und wir haben unseren Zenit noch lange nicht erreicht.»

Unsere Vision bleibt, in den nächsten Jahren eine Medaille zu gewinnen. Das treibt uns an.
Autor: Marco BayerTrainer U20-Nati

Ein Problem ist, dass nur wenig junge Spieler in der National League zum Einsatz kommen. Von der aktuellen Equipe bestritten in dieser Saison einzig Rocco Pezzullo (Ambri-Piotta) und Simon Knak (Davos) mehr als 10 Partien in der höchsten Liga. Mit der vorgesehenen Erhöhung auf 10 Ausländer wird die Situation in der Schweiz diesbezüglich sicher nicht besser.

Bayer bleibt für die Zukunft dennoch optimistisch. 13 Spieler aus dem Schweizer Team können auch an der nächsten U20-WM teilnehmen. «Die wissen nun, was sie erwartet. Wir werden Ende 2021 anders aus den Startlöchern kommen», ist Bayer überzeugt. «Unsere Vision bleibt, in den nächsten Jahren eine Medaille zu gewinnen. Das treibt uns an.»

Radio SRF 1, Morgenbulletin, 31.12.2020 08:10 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Hess  (Ilovehockey)
    Jetzt zu sagen, dass das Team kein Talent hat ist ein Verrat gegenüber dem Team und zeigt nicht gerade Grösse vom Trainer. Die Zeiten von Josi, Sbisa, Streit, Diaz, Bärtschi, Andrighetto usw. sind vorbei. Auch in der Nachwuchsarbeit wird zuwenig gemacht. Zug, ZSC und auch Bern zügeln die besten Spieler aus den anderen Vereinen ab um sich Vorteile zu verschaffen und viele meinen sie machen eine gute Nachwuchsarbeit. So entsteht ein ungleichgewicht in den Elit Ligen und das Niveau sinkt auto.
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  • Kommentar von Heiner Zumbrunn  (Heiner Zumbrunn)
    Ich habe das Spiel FIN gegen die CHE in Finnland gesehen. Live im 2. Programm! Vor dem Spiel meinte die lokalen Kommentatoren, dass der Torhüter und der Captain herausragend seien, von den anderen wissen man nichts.
    Viele Ansätze, Herr Bayer sagte, taktisch sind wir dabei, waren gut - aber zu langsam. Und zu wenig präzise. Die Kommentatoren zeigten sich erfreut über die kämpferischen Qualitäten der jungen Schweizer. Nicht aber von den spielerischen. Was in etwa in der Tabelle zu sehen ist.
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  • Kommentar von Reini Styger  (stygersson)
    1. Die Juniorenligen sind in der Spitze so zu verkleinern, dass das Niveau steigt, nötigenfalls mit Zusammenschlüssen oder regionalen Leistungszentren. Am besten frägt man Rikard Grönborg oder Johan Lundskog. Was in Schweden und Finnland praktiziert wird, sollte auch bei uns möglich sein. Alternative: U20 in die Swiss League. 2. 10 Ausländer pro Team zeigt, dass alle Clubs mit AUSNAHME der ZSC LIONS nichts verstehen. Als beste Organisation Europas ausgezeichnet kann nur dieser Weg richtig sein.
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    1. Antwort von Martin Gebauer  (Mäde)
      Die ZSC/GCK Lions sind der einzige Club in der Schweiz mit einer nennenswerten und systematischen Nachwuchsarbeit. Dass die meisten Vereine gerne 10 Ausländer in ihrem Team hätten (allen voran der untergehende SCB), spricht Bände. Kommt diese Regeländerung, ist das Schweizer Hockey tot!
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