Bärtschi - die NHL stets im Blickwinkel

2011 wurde Sven Bärtschi von den Calgary Flames an 13. Stelle gedraftet. Kurzzeitig setzte er in der Olympiastadt von 1988 ein paar Ausrufezeichen. Nun ist er wieder zurück in der AHL, wo er sich äusserst erfolgreich seine Sporen abverdient. Die NHL bleibt aber das grosse Ziel.

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«Newcomer des Jahres»

Sven Bärtschi ist an den «Sports Awards» vom 16. Dezember zusammen mit Fussballer Granit Xhaka und Biathlet Benjamin Weger für den Titel des «Newcomers des Jahres» nominiert.

Unter www.sports-awards.ch können Sie Ihrem Favoriten die Stimme geben.

Achteinhalb Monate ist es her, seit ein damals 19-jähriger Blondschopf aus dem bernischen Aarwangen am Fusse der Rocky Mountains für Furore sorgte.

3 Tore in 5 NHL-Partien

«Svensational!», in Calgary sei die «Svenmania» ausgebrochen, frohlockte der Calgary Herald Mitte März dieses Jahres, als Bärtschi in seinem erst 4. Spiel für die Flames sein 3. NHL-Tor erzielte. Ein Kunststück, das nicht einmal dem grossen Wayne Gretzky oder dessen designiertem Nachfolger Sidney Crosby gelungen war.

Doch Bärtschis Zeit in Calgary war ein Spiel später abgelaufen. Nur weil zahlreiche Spieler verletzt gewesen waren, hatte er beim NHL-Team überhaupt eine Chance erhalten. Als die arrivierten Cracks zurückkehrten, musste auch Bärtschi zurück - in die Juniorenliga zu den Portland Winterhawks.

Topskorer beim Leader

In dieser Saison kurvt der Stürmer in den Arenas der AHL übers Eis. Bärtschi spielt unterdessen nicht mehr in Portland, sondern für die kanadischen Abbotsford Heat. Mit dem Team aus der Stadt an der Grenze zum US-Bundesstaat Washington belegt er nach 12 Siegen in 18 Spielen aktuell Rang 1 in der Western Conference. Bärtschi ist mit 6 Toren und 10 Assists bester Skorer seiner Mannschaft.

«Bis vierzig in der NHL spielen»

Doch die National Hockey League hat er noch lange nicht abgeschrieben. «Es war nie mein Ziel, einmal in der NLA zu spielen. Für mich gab es immer nur etwas: die NHL», sagt der 20-Jährige, der den NLB-Klub Langenthal 2010 in Richtung Nordamerika verlassen hat. Nach seinem glorreichen Einstand in Calgary träumt er von einer Rückkehr in die NHL: «Ich will den Sprung schaffen und dann in der NHL spielen, bis ich 40-jährig bin», sagt Bärtschi.

Hoffen auf Hartley

Sollte die beste Eishockeyliga der Welt den Lockout irgendwann einmal beenden und den Spielbetrieb aufnehmen, dann könnte die NHL für Bärtschi wieder realistisch werden. In der Offensive sind die Flames nicht besonders gut bestückt und zudem steht mit Bob Hartley ein Coach an der Bande, der als Meistermacher der ZSC Lions auch einen gewissen Bezug zur Schweiz aufweist.

Bärtschis jetziger Trainer Troy Ward hält grosse Stücke auf den Berner: «Sven ist absolut bereit für die NHL», ist er überzeugt. «Er ist ein dynamischer Spieler, ein talentierter junger Mann und vor allem sehr reif für sein Alter.»

«Bar-chee! Bar-chee!»

Auch der Zuspruch der zuletzt wenig erfolgsverwöhnten Calgary-Fans dürfte Bärtschi sicher sein. Denn diese haben die Auftritte des Schweizers im März noch nicht vergessen und würden im Saddledome zu gerne wieder «Bar-chee! Bar-chee!» skandieren.