Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Nati-Stürmer bald in der NHL Biasca: «Ich werde sehr viele Leute überraschen»

Ende August reist Attilio Biasca erstmals zu seinem neuen Team nach Boston. Im Vorfeld gibt er sich kämpferisch.

Bereits im letzten Sommer hatte Attilio Biasca einen mutigen Wechsel vollzogen. Der inzwischen 23-Jährige verliess mit dem EV Zug seinen Ausbildungsverein und schloss sich Fribourg-Gottéron an. Und tatsächlich zahlte sich der Transfer vollends aus. Er verhalf den Saanestädtern zum ersten Meistertitel der Klubgeschichte und wurde mit dem Aufgebot für die Heim-WM belohnt, wo ihm der perfekte Frühling mit Silber nur knapp verwehrt blieb.

Bei den Titelkämpfen in der Schweiz spielte sich Biasca aber endgültig ins internationale Rampenlicht und erhielt kurz darauf einen Anruf von seinem Agenten mit der Info, dass verschiedene Klubs Interesse an ihm bekundeten. So war wenig später ein Zoom-Call mit den Boston Bruins aufgegleist – unter anderen mit General Manager Don Sweeney.

Kurzer Transfer-Prozess

«Das Gespräch war extrem gut, so durfte ich auch noch mit Marco Sturm, dem Trainer, reden. Und dann habe ich am nächsten Tag sogleich unterschrieben», blickt Biasca auf den schnellen Prozess zurück. Es sei momentan nicht einfach, dies alles zu verarbeiten.

Rückblickend auf all die «harten Jahre, in denen ich nie gedraftet wurde», sagt Biasca: «Vielleicht hat es diese Zeiten auch gebraucht. Ich habe schon immer gerne ein paar Prozente mehr gegeben als die anderen. Das zahlt sich über lange Zeit aus und man sieht: Es funktioniert wirklich. Man muss sehr viel opfern, aber am Ende wird man belohnt.»

Stell einfach sicher, dass du bereit bist.
Autor: Kevin Neeld Off-Ice-Trainer der Boston Bruins

«Viele waren überrascht, dass ich diesen Vertrag unterschreiben konnte.» Doch es sei nichts Neues für ihn, dass die Leute nicht an ihn glauben. Der Stürmer ist sich sicher: «Ich werde wieder viele Leute überraschen.» Er ist sich aber auch bewusst, dass es in Boston alles andere als einfach sein wird, einen Platz im NHL-Kader zu ergattern: «Es wird sehr hart. Es kämpfen sehr viele Spieler um die Plätze. Man braucht Fitness auf einem hohen Level und muss einfach sich selbst sein.»

Im Hinblick auf seine Abreise nach Übersee Ende August hat Biasca beim Off-Ice-Trainer der Bruins noch nachgefragt, was das Wichtigste für das Vorbereitungs-Camp im September sei: «Das Einzige, was er mir gesagt hat, war: ‹Stell einfach sicher, dass du bereit bist.›»

Sommertraining bei Rathgeb

Bis dahin hält sich Biasca in der Schweiz unter anderem mit Gottéron-Teamkollege Yannick Rathgeb fit, bei welchem er nach den Plänen von Athletiktrainer Sam Böhringer trainiert. Aber auch auf administrativer Ebene hat er noch viel zu erledigen. So will er seine Wohnung in Düdingen beispielsweise behalten.

Auch Rathgeb freut sich über den Wechsel seines Kumpels: «Er ist ein super Typ und hat es mehr als verdient. Er spielt mit so viel Leidenschaft und bringt extrem viel Energie in eine Mannschaft.»

Erinnerungen an 2011

Biasca hat übrigens auch schon Erfahrungen in Nordamerika gesammelt. Von 2021 bis 2023 spielte er 2 Jahre lang in der kanadischen Junioren-Liga QMJHL bei den Halifax Mooseheads. Und von da weiss er: «Man muss etwas die Arroganz und das Selbstvertrauen haben, die sie dort haben.»

Auch mit Boston hat Biasca übrigens einen Berührungspunkt. 2011, als die Bruins letztmals den Stanley Cup gewannen, besuchte er im Sommer in Tschechien – der Heimat seiner Mutter – Boston-Stürmer David Kreicj und die begehrte Trophäe. Diese berührte er allerdings nicht. Stattdessen sagte er seiner Mutter, dass er sie eines Tages selbst in die Höhe stemmen werde. Dahin ist es für den Schweizer aber noch ein weiter Weg.

Radio SRF 1, Abendbulletin, 26.6.26, 18:45 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel