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NHL «Zum Schämen, grosser weisser Norden»

Das Horrorszenario ist eingetreten: Kanada schaut nur zu, wenn der Kampf um den Stanley Cup beginnt. Erstmals seit 46 Jahren nimmt nicht ein einziger Klub aus dem Eishockey-Mutterland an den NHL-Playoffs teil. Eine ganze Nation trauert.

Ein Spieler von den Edomnton Oliers liegt über einem Spieler der Vancouver Canucks.
Legende: Not gegen Elend – oder Edmonton gegen Vancouver. Reuters

«Zum Schämen, grosser weisser Norden», schrieb die Fachzeitschrift The Hockey News: «Der kollektive Sarg der Nation ist zugenagelt.» Den letzten Nagel schlugen die Philadelphia Flyers mit ihrem 2:1-Sieg gegen die Washington Capitals ein. Damit sind auch die Ottawa Senators als letzte kleine kanadische Hoffnung endgültig aus dem Playoff-Rennen.

Um die berühmteste Eishockey-Trophäe der Welt, die 1892 Kanadas Generalgouverneur spendete, kämpfen 16 US-Klubs. Die 7 kanadischen Klubs liegen auf den letzten 10 Rängen der 30er-Liga.

Einbruch auf dem kanadischen Markt

Im vergangenen Jahr hatten bis auf die Edmonton Oilers und die Toronto Maple Leafs noch alle kanadischen Teams die Playoffs erreicht. Und das Medienunternehmen Rogers, das für die kanadischen TV-Rechte umgerechnet 3,5 Milliarden Euro über 12 Jahre bezahlt, jubilierte.

Nachdem aber in der 2. Runde Rekordmeister Montreal Canadiens und die Calgary Flames als letzte Klubs ausgeschieden waren, brachen die Einschaltquoten ein. Der Final zwischen den Chicago Blackhawks und Tampa Bay Lightning erreichte in Kanada die schlechteste TV-Resonanz seit 2009.

Ist es ideal, wenn wir im kanadischen Markt nicht vertreten sind? Nein!
Autor: Bill DalyLiga-Vizepräsident

Auch die NHL ist aufgeschreckt, denn Rogers zahlt deutlich mehr als der Fernsehsender NBC für die US-Rechte (1,8 Milliarden Euro für 10 Jahre). «Ist es ideal, wenn wir im kanadischen Markt nicht vertreten sind? Nein», sagte Liga-Vizepräsident Bill Daly.

Viel Grund zum Jubeln hatten Kanadas Fans in den letzten Jahren in den NHL-Playoffs indes ohnehin nicht:

  • Seit 2011 hat kein kanadisches Team mehr den Stanley-Cup-Final erreicht.
  • Seit 1993, als die Canadiens ihren 24. und bislang letzten Titel gewannen, ging der Stanley Cup nicht mehr ins Eishockey-Mutterland.
  • Einzig 1970, als Montreal und Toronto vorzeitig scheiterten, erreichte zuvor kein kanadisches Team die Playoffs. Damals waren die «Habs» und die «Leafs» allerdings die einzigen kanadischen Klubs in der Zwölfer-Liga.

Sendebezug: Radio SRF 3, Nachrichten, 31.03.2016, 07:30 Uhr

9 Kommentare

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  • Kommentar von Th. Sutter, Sattel
    Endlich! Jetzt kommen sie vielleicht von ihrem hohen Ross runter.
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    1. Antwort von Franz Huber, Zürich
      Ganz genau. Die Kanadier sind sehr Arrogant, um nicht zu sagen Überheblich wenn es um Hockey geht. Klar sie haben sehr viele gute Spieler, die dann auch in amerikanischen Teams spielen und diese verstärken. Allerdings kann es dank des Salary Caps nicht einfach daran liegen, dass diese die Stars einfach weg kaufen können. zb. Montreal feierte den Div.Sieg gegen Boston 2014 so ausgelassen, wie wenn man bereits den Cup geholt hätte, und kam prompt gegen NYR im Conf. F unter die Räder und Tschüss.
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    2. Antwort von Klaus Kreuter, Adetswil
      Die sind nicht nur beim Eishockey arrogant, besonders die aus Quebec.
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    3. Antwort von Jo Man, Wil
      Arrogant? Wer ist denn Olympiasieger? Welche Spieler sind denn regelmässig die MVP in den Playoffs? Und warum wird eigentlich so unqualifiziert kommentiert?
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    4. Antwort von Ty Reeves, Victoria, BC
      Arroganz, da kann ich nur lachen. Bei den Leafs wusste man schon zu Beginn der Saison das es nicht wird mit Playoffs, die Canucks stehen (un)bewusst vor dem Umbruch, mit den Oilers rechnete auch niemand, für Flames und Jets ein schwieriges Unterfangen den Erfolg vom letzten Jahr zu wiederholen, Ottawa unglücklich und bei Montréal stimmte seit November nichts mehr zusammen. Da sehe ich auf jeden Fall keine Arroganz, sondern die Realität
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    5. Antwort von Franz Eichmann, London ON Canada
      Lieber Joe Man,es wird so unqualifiziert dahergeredet weil bei diesen Leuten der Neid grösser ist als das Fachwissen.
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    6. Antwort von Franz Huber, Zürich
      Überheblichkeit ist für mich: Wenn man wie CGY letztes Jahr mit einem jungen Team, nachdem man nach der Hälfte der Reg. Season vorne lag, bereits vom möglichen Stanley Cup Gewinn geredet hat. Und prompt mussten sie am Schluss noch zittern um die Playoffs überhaupt zu machen. Um dann im Div. Final ziemlich deutlich an ANA zu scheitern. Um diese Saison komplett abzustürzen.Die Kanadier sollten sich mal Fragen weshalb sie kein gutes Team mehr stellen.Tolle Spieler haben sie nämlich mehr als genug.
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    7. Antwort von Urs Huber, Bern
      Einfach um das mal klarzustellen: auch bei den US teams sind die meisten Spieler Kanadier. Es gibt einige Gründe, dass die kanadischen Teams Mühe haben. Die Qualität der kanadischen Spieler ist es sicher nicht.
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    8. Antwort von Fabiano Wey, Schenkon
      Die Ironie der Geschichte (wie angesprochen): Viele der besten Kanadier spielen bei US-Teams und sorgen damit dafür, dass die kanadischen Teams nicht nach vorne kommen. Dazu hat Kanada viele junge Spieler (bspw. McDavid bei Edmonton), die zuerst noch etwas reifen müssen.
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