Bern feiert – Lugano hadert

Der SC Bern gewinnt Spiel 4 der Playoff-Finalserie gegen Lugano mit 2:1 n.V. Dem Team von Coach Lars Leuenberger fehlt noch ein Sieg zum Titel.

Ausgerechnet Topskorer Cory Conacher gelang in der 77. Minute das Game-Winning-Goal. Der Kanadier hatte zuvor wie so viele Berner Akteure im Abschluss gesündigt, legte aber seine ganze Energie in diesen letzten Schuss des Abends und wurde belohnt.

Conacher schlägt zu – Brunner geht k.o.

Der Siegtreffer des SCB fiel im Powerplay. Die Schiedsrichter hatten einen Stockschlag von Gregory Hofmann gegen Tristan Scherwey mit einer 4-Minuten-Strafe taxiert. Lugano-Coach Doug Shedden quittierte dies mit einem Kopfschütteln und einigen Flüchen.

«  Ich denke, das Foul gegen Damien Brunner war ein brutales Foul. »

Julien Vauclair
HC Lugano

Die Tessiner haderten – nicht zum ersten Mal in dieser Finalserie – mit den Unparteiischen. In folgenden 3 Situationen fühlten sie sich benachteiligt:

  • 64. Minute: Ein Ellbogen-Check gegen den Kopf von Simon Bodenmann an Damien Brunner, der ungebremst mit dem Kopf in die Bande prallt und benommen liegen bleibt, hat keine Konsequenzen. Brunner scheidet mit Verdacht auf Hirnerschütterung aus.
  • 60. Minute: Timo Helbling geht unmittelbar vor Ablauf der regulären Spielzeit Goalie Merzlikins an und lässt im Gemenge die Handschuhe fallen. Steve Hirschi: «Er müsste 2 plus 2 kriegen, aber wir finden nie Gehör.»
  • 57. Minute: David Jobin stoppt Alessio Bertaggia nach einem Konter. Ein Penalty-Pfiff bleibt (zurecht) aus.

Wird Lugano benachteiligt?

  • Ja

    39%
  • Nein

    60%
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Die 3 Szenen, welche Lugano anders sah

Bodenmann: «Ellbogen nicht, er fährt mir in den Handschuh»

1:37 min, vom 10.4.2016

Die Tessiner müssen sich aber auch an der eigenen Nase nehmen. Denn sie hätten durchaus die Möglichkeiten gehabt, das 2:0 zu erzielen. Dass sich die lange abschlussschwachen Berner überhaupt in die Overtime retten konnten, schien lange Zeit unrealistisch.

Es bedurfte eines perfekten Schusses, um Lugano-Goalie Elvis Merzlikins zu bezwingen. 4:36 Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit traf Simon Moser ins Lattenkreuz.

Stapleton im Fokus

Dem 1:1 ging ein Fehler von Tim Stapleton voraus. Dabei war es der Amerikaner gewesen, der die Luganesi nach 17 Minuten in Front gebracht hatte. In seinem 1. Einsatz in dieser Finalserie schlug der ehemalige Bieler gleich zu. Der zuvor überzählige Ausländer verwertete einen perfekten Querpass von Linus Klasen.

Lugano Coach Doug Shedden hatte seine Sturmlinien durcheinander gewirbelt und war mit der Nomination Stapletons zunächst goldrichtig gelegen.

Bern fehlt noch ein Sieg

Der SCB konnte sich letztlich auf seine Heimstärke verlassen (9. Heimsieg in Serie) und auf die Gewissheit, in den entscheidenden Momenten das Glück auf seiner Seite zu haben. Am Dienstag winkt in der Resega der Meistertitel.

Die Stimmen zum Spiel

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 9.4.2016, 20:00 Uhr