Daniel Steiner - neue Spielfreude, alter Ehrgeiz

Ambris Höhenflug hält an. Die Playoff-Teilnahme ist erstmals seit Jahren wieder realistisch. Dazu werden die Nordtessiner weiterhin auf die Abschlussqualitäten von Daniel Steiner angewiesen sein. Der Stürmer blüht dank wiedergefundener Spielfreude auf.

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Daniel Steiner - Ambris Erfolgsgarant

5:33 min, aus sportpanorama vom 17.11.2013
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Zur Person

Daniel Steiner (33) gab sein NLA-Debüt in der Saison 1999/2000 bei den SCL Tigers, bei welchen er auch die folgenden 5 Saisons bestritt. Es folgten die Stationen ZSC, Rapperswil, erneut Langnau, Lugano und aktuell Ambri. 2009 versuchte er sein Glück in Nordamerika, ohne jedoch in der NHL spielen zu können. Für die Nati bestritt er bisher 32 Spiele.

Ein erfolgreicher Saisonabschluss war in Ambri in den letzten 7 Jahren stets gleichbedeutend mit dem geglückten Abwenden des Abstiegs in den Playouts. Die Hoffnungen auf eine Playoff-Teilnahme waren meist schon beim ersten Nati-Zusammenzug im November geknickt.

Auch bei Beginn dieser Spielzeit deutete nicht viel auf eine Abkehr der schon fast gewohnten Abläufe in Ambri hin. Doch 2 Monate später ist alles anders, alles besser: Rang 3 und 44 Punkte nach 23 Spielen. Im letzten Jahr waren es 53 Zähler - nach 50 Runden. Einen wesentlichen Anteil am Aufschwung hat auch Daniel Steiner. Der Berner, welcher ausgerechnet von Erzrivale Lugano in den Norden des Kantons gewechselt hatte.

Die Freude auf dem Eis

Bereits 19 Skorerpunkte sammelte Steiner in dieser Saison. Seine Sturmlinie mit Marc Reichert und Alain Miévielle schoss schon 24 Tore. Die Offensive, zuletzt immer eine Schwachstelle, blüht auf. «Das Wichtigste ist, dass man auf dem Eis Freude verspürt», so Steiner.

Diese Spielfreude hatte er zuletzt in Lugano verloren. Nun hat er sie in Ambri, wo er mehr Verantwortung übernehmen kann, wiedergefunden. Und dann ist es auch egal, wenn es in der Garderobe mal für einen Tag lang nur kaltes Wasser gibt. «Da beschwert sich niemand, das ist doch auch sympathisch.»

Der Abstecher nach Nordamerika

Teamkollege Reichert kennt Steiner seit Juniorenzeiten. Als «extrem zielstrebig» und «extrem ehrgeizig» beschreibt er ihn. «Er will jeden Tag besser werden. Das ist sein Erfolgsrezept.» Von diesem Ehrgeiz getrieben und um neue Erfahrungen zu sammeln, entschloss sich Steiner 2009, sein Glück in Nordamerika zu versuchen.

Zu einem NHL-Einsatz sollte es jedoch nicht reichen. Im Gegenteil: Er wurde in die AHL und die drittklassige East Coast Hockey League abgeschoben. «Das Amerika-Abenteuer war wie ein persönlicher Test, um zu sehen, wo ich stehe. Ich wollte die Komfortzone verlassen», sagt Steiner rückblickend, ohne den Schritt bereut zu haben. Es sei eine «gute Erfahrung» gewesen. Davon profitiert nun auch Ambri. Die Playouts sind weit weg.