Ein neues Gesicht für die NLA-Playoffs

Ein souveräner Leader, ein abgestürzter Meister sowie zwei grosse Überrraschungen: Die am Dienstag zu Ende gegangene NLA-Qualifikation hat einige Hierarchien durcheinandergewirbelt. Leistungsmässig gibt es trotzdem eine grosse Ausgeglichenheit - was für die Playoffs Hochspannung verspricht.

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Geschichtsträchtig – Meister Bern verpasst die Playoffs

1:26 min, aus Tagesschau am Mittag vom 5.3.2014

Die Turbulenzen in Bern und Zug haben auch die geographische Playoff-Karte neu gestaltet. Erstmals sind die Klubs aus der Deutschschweiz in der Minderheit. Nur die ZSC Lions, der HC Davos und die Kloten Flyers haben den Sprung über den Strich geschafft. Zwei Teams aus dem Tessin und drei aus der Romandie komplettieren die Playoff-Viertelfinals. Wie es dazu kam zeigt die Quali-Bilanz.

Souveräne Nummer 1: ZSC Lions

Die ZSC Lions haben sich überlegen den Qualifikationssieg geholt und gehen aus der Pole Position in die Playoffs. Das Team von Mark Crawford zeigte sich äusserst stilsicher und dominierte die Gegner. Mit unerschütterlichem Selbstvertrauen und viel Geduld wurde Erfolg um Erfolg eingefahren, so dass der Qualifikationssieg und die Playoff-Qualifikation schon sehr früh feststanden.

Grosse Überraschungen: Lausanne und Ambri

Aufsteiger Lausanne war mit wenig Kredit in die Saison gestartet, biss sich aber sofort in der Region um den Playoff-Strich fest. Dank einer ausgezeichneten Defensive und dem starken Keeper Cristobal Huet konnte das Team von Heinz Ehlers und John Fust auch mit der spielerisch überlegenen Konkurrenz mithalten. Eine Krise wurde in Malley vermieden und am Ende schoss man sich dank zwei Auswärtssiegen verdient in die Playoffs.

Ambri, in den letzten Jahren ein Stammgast im Kampf um den Abstieg, legte mit seiner hochkarätigen Offensive einen fantastischen Saisonstart hin, war zwischendurch gar Leader und wurde nie in die Wirren des Strichkampfs verwickelt. Auch wenn die Formkurve am Ende der Qualifikation gegen unten zeigte.

Böses Erwachen: Bern und Zug

Der SC Bern hat als erster Meister die Playoffs verpasst. Die «Mutzen» wirkten satt, ihre Offensive kam nie in Schwung und lange war man sich wohl der Gefahr auch nicht bewusst. Bis das Undenkbare Tatsache wurde. In Bern ist die Zeit für einen grossen Umbruch gekommen, viele Spieler sind in die Jahre gekommen und haben nicht mehr den Biss vergangener Zeiten. Der nimmermüde Martin Plüss bildet da die löbliche Ausnahme. Der neue Coach Guy Boucher wird auch die vielen Talente wieder auf Kurs bringen müssen, denn auch ein Joel Vermin oder Christoph Bertschy haben eine Saison der Stagnation hinter sich.

Noch schlechter als dem SCB ging es dem EV Zug, der frühzeitig aus dem Playoff-Rennen raus war. Torhüterprobleme und Ausländer, die teilweise nicht genügten, waren der Hauptgrund für das Zuger Elend. Die Konsequenzen bekam Coach Doug Shedden am Tag nach Quali-Abschluss zu spüren. Der Kanadier wurde per sofort entlassen, auch für Sportchef Jakub Horak ist Ende der Saison Schluss.

Normalbetrieb: Freiburg, Kloten, Genf, Lugano, Davos

Auch wenn es zwischendurch harzte: Dieses Quintett erledigte seine Pflicht in der Qualifikation schnörkellos. Bemerkenswert: Lugano hat sich unter Coach Patrick Fischer neu erfunden und ist nach Jahren des Darbens zurück auf dem Weg Richtung Spitze. Und: Genf dümpelte bis nach der Olympia-Pause in Strichnähe herum und hat nach einem starken Finish in den Playoffs nun gar Heimrecht. Die Formkurve der McSorley-Truppe stimmt.

Enttäuschte Hoffnungen: Biel und Lakers

Nach zwei Jahren Playoff-Euphorie ist in Biel wieder der Alltag eingekehrt. Beim Team von Kevin Schläpfer wogen die gewichtigen Abgänge in der Defensive zu schwer, die Playoff-Hoffnungen waren schnell geschwunden. In Rapperswil-Jona konnte auch der neue Trainer Anders Eldebrink keine Trendwende herbeiführen. Die St.Galler waren auch unter dem Schweden defensiv schwach und hatten die rote Laterne erneut inne.

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Das Duell um den letzten Playoff-Platz

12 min, aus sportaktuell vom 4.3.2014