Viel Aufregung um Flüelers Stock - und weitere Regelanpassungen

In der neuen Eishockey-Saison halten zwei entscheidende Änderungen im Regelwerk Einzug. Eine weitere, eher kleine Anpassung, sorgte bereits im Saison-Auftaktspiel für kuriose Momente.

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Flüelers Stockverlust gab zu reden

1:47 min, aus Tagesschau am Mittag vom 11.9.2014

Es war eine kuriose Szene, die sich in der Partie zwischen den Lions und den Lakers gegen Ende des Mitteldrittels abspielte. ZSC-Goalie Lukas Flüeler hatte im Boxplay seinen Stock verloren. Mitspieler Reto Schäppi gab dem Stock nach einigen Sekunden einen Stoss, so dass er vor Flüelers Füssen zu liegen kam.

Doch der ZSC-Schlussmann durfte seinen Stock nicht aufnehmen - auch als sich das Spielgeschehen aus dem Verteidigungsdrittel verlagerte. Flüeler konnte erst dann wieder mit dem Stock weiterspielen, nachdem Captain Mathias Seger diesen vom Eis aufgehoben und ihn in die Hände des Goalies gedrückt hatte. Die rund einminütige Szene führte bei den Zuschauern zu einigem Unverständnis.

Allgemeine Vorsicht beim Stock-Aufheben

Die angewandte Regel wurde von der National League auf diese Saison hin von der IIHF übernommen und trifft nicht nur auf die Goalies zu. Auch wenn ein Feldspieler seinen Stock verliert, darf er ihn nicht mehr eigenhändig vom Eis aufheben, nachdem ihm dieser ein Mitspieler zugeschoben hat.

Die «Stock-Aufheben-Regel» ist nicht die einzige Änderung auf Schweizer Eis auf die Saison 2014/15 hin. Wir stellen Ihnen die wichtigsten kurz vor:

Neue Zonen-Dimensionen

  • Auf beiden Seiten der Eisfläche rückten die blauen Linien um jeweils 153 Zentimeter näher ans Zentrum. Somit ist die Angriffszone vergrössert worden, im Gegenzug ist der neutrale Raum kleiner und folglich uninteressanter, da sich das Spiel verlagert.

    Die neuen Masse des Eisfeldes. Bild in Lightbox öffnen.

    Bildlegende: Es gelten neue Massen Die schraffierte Fläche zeigt, wie die Angriffszone um je rund 1,50 m vergrössert worden ist. SRF

    Im Angriffsdrittel dagegen steht den anstürmenden Teams mehr Platz zur Verfügung. Bevorzugt sind kreative Offensivsysteme. Insbesondere in Überzahl kann der zusätzliche Raum zum Vorteil genutzt werden. In den Testspielen liess sich prompt folgende Tendenz ablesen: Es fielen häufiger Powerplay-Treffer. ZSC-Coach Marc Craword: «Die Stürmer erhalten mehr Platz und Zeit. Dagegen müssen die Verteidiger längere Wege gehen.»

  • Hybrid-Icing
    Neu zieht ein unerlaubter Befreiungsschlag nicht mehr zwingend einen Unterbruch nach sich. Wird die Scheibe aus der eigenen Hälfte hinter die verlängerte Torlinie des Gegners spediert, kommt der Linienrichter zum Zug.

    Anhand einer virtuellen Linie zwischen den Bully-Punkten erahnt er, ob der Spieler in der Defensive oder Offensive zuerst am Puck sein wird. Sieht er den Verteidiger im Vorteil, wird sofort abgepfiffen – andernfalls läuft die Partie weiter - der Stürmer hat die Chance, das Icing durch eine Puckberührung aufzuheben. Diese Neuinterpretation eröffnet mehr taktische Optionen, und sie erfordert vom Torhüter grössere Aufmerksamkeit.

  • Penaltyschiessen bleibt
    Von einer möglichen Revolution haben die Verantwortlichen abgesehen. So bringt im Playoff bei ausgeglichenem Skore nach einer torlosen Verlängerung weiterhin ein Penaltyschiessen die Entscheidung. Zur Diskussion stand dessen Abschaffung und stattdessen eine weitere Overtime, die solange läuft, bis ein Tor fällt.

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 10.9.14, 22:20 Uhr