Deutschland muss «gegen eine ganze Nation» bestehen

Nach 4-jährigem Unterbruch steht Deutschland an der Eishockey-WM wieder in den Viertelfinals. Die Euphorie ist gross, auch wenn der Gegner ausgerechnet Russland heisst.

Den Sprung unter die letzten Acht hat Deutschland als Dritter der Gruppe B auf souveräne Weise geschafft. Ganze 22 Tore hat die DEB-Auswahl in der Vorrunde erzielt. Das sind bereits jetzt mehr als beim letzten Viertelfinaleinzug 2011. Und auch mehr als ein Jahr zuvor, als man an der Heim-WM den 4. Platz belegte.

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TV-Hinweis

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Sämtliche Viertelfinal-Partien können Sie am Donnerstag (15:15 und 19:15 Uhr) auf SRF zwei und SRF info oder im Stream auf srf.ch/sport mitverfolgen.

Das Soll haben die Spieler um Bundestrainer Marco Sturm längst erfüllt. Und obwohl im nächsten Spiel mit Russland einer der meistgenannten Favoriten auf den WM-Titel wartet, soll noch lange nicht Schluss sein. Die Euphorie, aber auch eine gesunde Portion Respekt, sind spürbar:

  • Captain Marcel Goc: «Gegen Russland in Russland zu spielen – etwas Schöneres kann es für einen Eishockeyspieler nicht geben.»
  • Verteidiger Christian Ehrhoff: «Da wartet der absolute Topfavorit auf uns. Die Stimmung wird aufgeheizt sein. Aber für solche Momente spielen wir Eishockey.»
  • Stürmer Patrick Reimer: «Man muss ja nicht nur gegen das russische Team bestehen, sondern gegen eine ganze Nation.»
  • DEB-Präsident Franz Reindl: «Wir sind nicht mehr nur die Zerstörer, sondern können auch kreativ nach vorne spielen und hart den Wettkampf suchen.»

Deutschland als «Glückslos»?

Wenn auch die Deutschen sich vor dem grossen Kräftemessen mit dem Gastgeber etwas ausrechnen – auf russischer Seite bestehen überhaupt keine Zweifel, wer am Donnerstag in die nächste K.o.-Runde einziehen wird. Nach der Auftaktniederlage gegen Tschechien hat die «Sbornaja» inzwischen richtig Fahrt aufgenommen.

Pawel Dazjuk. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ist sich seiner Sache sicher Pawel Dazjuk. imago

Der Rekordweltmeister scheint das «Glückslos» Deutschland aber zumindest teilweise auf die leichte Schulter zu nehmen. Captain Pawel Datsjuk sagte etwa, dass er nicht gesehen habe, wie die Deutschen spielen. «Aber von den Ergebnissen her kann das nicht so schlecht sein.» Auch Stürmerstar Artemi Panarin liess verlauten, dass er «nichts über sie sagen kann».

Die übrigen Viertelfinal-Paarungen im Überblick

  • Kanada-Schweden: 34 Treffer in 7 Spielen – die kanadische Ausbeute aus der Vorrunde ist beeindruckend. Allerdings hat der Titelverteidiger ausgerechnet im abschliessenden Gruppenspiel gegen Finnland eine empfindliche 0:4-Niederlage erlitten. Zuvor hatten die Ahornblätter 16 WM-Siege aneinandergereiht. Gegen die nicht vollends überzeugenden Schweden steigt Kanada dennoch als Favorit in die Partie.
  • Tschechien-USA: Die USA mit Toptalent Auston Matthews mussten in der Vorrunde eine 2:3-Niederlage gegen Deutschland hinnehmen. Anschliessend vermied man es nur knapp, erstmals seit sechs Jahren die Viertelfinals zu verpassen. Das Duell mit dem Gruppensieger der Gruppe A dürfte für die USA ein heisser Tanz werden.
  • Finnland-Dänemark: Als einziges Team hat Finnland ohne Niederlage den Sprung in die K.o.-Phase geschafft. Kein Wunder, steigt Dänemark als krasser Aussenseiter in das nordische Duell. Fürchten müssen die Dänen insbesondere den finnischen Nachwuchsstar Patrik Laine, der bereits sechs Tore erzielt hat.

Sendebezug: Laufende Berichterstattung Eishockey-WM