Eine Begegnung mit dem «Zauberzwerg»

Aus Norwegens Kader sticht mit Mats Zuccarello ein Spieler heraus. Am Sonntag macht die Nati Bekanntschaft mit dem nur 1,71 Meter grossen, wirbligen NHL-Flügel.

Mats Zuccarello in Aktion. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gefährlicher Stürmer Auf Mats Zuccarello muss die Schweizer Defensive am Sonntag besonders aufpassen. Imago

Die Ausgangslage in der Schweizer Gruppe A schien vor der WM in Moskau klar: Russland, Tschechien und Schweden sind für die Viertelfinals gesetzt. Um den vierten Spot in der K.o.-Runde streiten sich die Schweiz, Dänemark, Lettland und Norwegen.

Zwei Teams unter Druck

Nach je einem Spiel sind nun die Schweiz und Norwegen bereits arg unter Druck geraten. Beide Teams verloren, obwohl sie ihre Spiele klar dominierten. Die Schweiz schoss 51 Mal aufs kasachische Tor und verlor 2:3, Norwegen schaffte mit 43 Abschlüssen keinen Treffer und unterlag Dänemark 0:3.

Die Tore im WM-Spiel Norwegen - Dänemark

0:52 min, vom 7.5.2016

Dabei ruhen die Hoffnungen der «Wikinger» auf einem brillanten Skorer. Mats Zuccarello ist ein NHL-Superstar. Der nur 1,71 Meter grosse Flügel kreierte für die New York Rangers in dieser Saison 61 Skorerpunkte und ist der unbestrittene Publikumsliebling im «Big Apple».

Zuccarello beeindruckte in dieser Saison mit seinen Comeback-Fähigkeiten. Der Norweger erlitt in den Playoffs 2015 einen Schädelbruch und eine schwere Hirnerschütterung, verlor für 4 Tage die Fähigkeit zu sprechen – nur um in dieser Spielzeit stärker denn je zurückzukehren.

Zauberhafte Hände, eigenwilliger Charakter

Der Mann mit dem für einen Norweger untypischen Namen – Zuccarellos Wurzeln liegen in Italien – gilt als einer der spektakulärsten Spieler überhaupt. Zuccarello ist schnell, wendig und unglaublich trickreich. «Zauberer» nennen sie den 28-Jährigen in Übersee, oder, in Anlehnung an die Körpergrösse, eben «Zauberzwerg».

Zuccharello besitzt die einem Künstler typische Eigenwilligkeit. Der Flügel boykottierte wegen eines Streits um einen Werbe-Deal Norwegens Nati für 2 Jahre und beschimpfte den Verband als «Haufen von Amateuren». Pünktlich auf die Olympischen Spiele 2014 wurde der Streit beigelegt.

Nur der Sieger kann hoffen

Die Statistiken beweisen Zuccarellos Wert. In 98 Länderspielen buchte der Stürmer 131 Skorerpunkte, was den Schnitt von auf internationalem Niveau sagenhaften 1,34 Punkten pro Spiel ergibt.

Nur: Auch Zuccarello konnte im Startspiel Norwegens Abschlussschwäche nicht beheben. Bleibt für die Schweiz zu hoffen, dass der «Zauberzwerg» auch im 2. WM-Spiel Ladehemmungen hat. Denn nur der Sieger der Partie zwischen der Schweiz und Norwegen bleibt ernsthaft im Viertelfinal-Rennen.

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SRF-Experte Christian Weber über Gegner Norwegen

0:53 min, vom 7.5.2016

Sendebezug: Laufende Berichterstattung Eishockey-WM