- Die Schweiz ringt Finnland im letzten WM-Vorrundenspiel in Zürich mit 4:2 nieder und holt sich Platz 1 in der Gruppe A.
- In einer äusserst engen und vor allem in der Schlussphase hitzigen Partie gelingt Ken Jäger in der 57. Minute der Gamewinner.
- Im Viertelfinal kommt es für die Nati am Donnerstag um 20:20 Uhr in Zürich zum Duell mit Schweden.
Ein Härtetest wurde angekündet, ein Härtetest war es dann auch. Die bisher ebenfalls makellosen Finnen gingen den Schweizern unter die Haut, sie brachten die Nati zeitweise ins Wanken. Aber: Am Ende jubelte eben doch wieder das Cadieux-Team.
ZSC-Akteur Mikko Lehtonen erwies seinem Team in der 56. Minute beim Stand von 2:2 einen Bärendienst, als er die Scheibe im eigenen Drittel über das Plexiglas spedierte und wegen Spielverzögerung auf die Strafbank wanderte. Die Nati, in den drei Powerplay-Gelegenheiten zuvor erfolglos, schlug im vierten Anlauf eiskalt zu. Über Théo Rochette und Timo Meier gelangte die Scheibe zu Ken Jäger, der aus kurzer Distanz direkt abzog und Justus Annunen zum 3:2 bezwang.
Auch Odermatt und Büne Huber jubeln mit
Die Finnen setzten die Schweizer im Anschluss nochmals unter Druck, eine hochprozentige Torchance liess die Nati aber nicht mehr zu. Stattdessen war es Nico Hischier, der das rot-weisse Fan-Meer in der ausverkauften Swiss Life Arena 55 Sekunden vor der Schlusssirene mit dem 4:2 ins leere Tor erlöste.
Unter den Zuschauenden befanden sich auch Ski-Star Marco Odermatt und Büne Huber von Patent Ochsner. Der Frontmann der Mundart-Rock-Band hatte vor der Partie die «Starting Six» in der Nati-Kabine präsentiert und wurde nach dem Spiel Zeuge davon, wie 10'000 Leute im Stadion zu seinem Song «W. Nuss vo Bümpliz» das Schweizer Team feierten.
Schweiz legt vor, Finnland reagiert
Die Mannschaft von Trainer Jan Cadieux war wie die Feuerwehr in den «Final» um den Gruppensieg gestartet:
- 1. Minute: Roman Josi, der sein 100. Länderspiel bestreitet, kann die Scheibe im gegnerischen Drittel halten und die Schweiz setzt sich fest. Dominik Egli bringt den Puck in Richtung Tor, wo Attilio Biasca geschickt zum 1:0 ablenkt. Für den 23-Jährigen ist es das erste WM-Tor überhaupt.
- 4. Minute: Nachdem Finnland um ein Haar einen Scheibenverlust von Meier in der Mittelzone zum Ausgleich ausnutzen kann, klingelts kurz darauf ein zweites Mal im finnischen Gehäuse. Annunen lässt Tim Bernis Schuss nach vorne abprallen und seine Vorderleute klären ungenügend. Jäger geht dazwischen und versenkt den Puck zum 2:0.
Mit Fortlauf der Partie kam «Suomi» immer besser in die Gänge und übernahm im Mitteldrittel bei 5-gegen-5 die Initiative. In einer Phase, in welcher die Schweiz etwas die Geduld verlor und teils zu wild agierte, benötigte Finnland gerade einmal zweieinhalb Minuten, um von 0:2 auf 2:2 zu stellen. Beide finnischen Treffer gingen auf das Konto von NHL-Superstar Aleksander Barkov (33./36.)
Im Schlussdrittel schenkten sich beide Mannschaften nichts. Dass es «nur» um den Gruppensieg ging, war nicht zu spüren. Auch die eine oder andere «Nettigkeit» wurde ausgetauscht. Die ganz grossen Torchancen blieben aus – bis zu Lehtonens Geschenk und Jägers 3:2.
So geht's weiter
Die Schweiz beendet die Gruppenphase mit dem Maximum von 21 Punkten. In den bisherigen sieben Partien musste die Nati noch nie einem Rückstand hinterherrennen. Nach einem freien Tag am Mittwoch startet am Donnerstag die K.o.-Phase.
Im Viertelfinal wartet mit Schweden der nächste harte Brocken auf die Schweiz. «Tre Kronor» beendete die Gruppe B in Freiburg überraschend nur auf Rang 4.